Der Typ nervt

Jeden Montag habe ich einen Jour Fix mit Herrmann, wo wir uns eigentlich über sachliche Themen austauschen wollen. Doch wie so oft in letzter Zeit, haben wir uns über unseren Chef Volker aufgeregt. Leider!

Gerade hat er wieder ein Lehrstück seiner Führungsqualitiäten vorgeführt. Sören ist bei uns verantwortlich für Audits. Es gibt regelmäßig Rundgänge von Kunden, die bei uns ein Audit durchführen. Mittwoch steht wieder eins an. Weil aber Sören gerade eine Erkältung ausbrütet, hat er jemanden gesucht, der ihn vertritt. Zuerst hat er Frank angesprochen. Der hat aber darauf hingewiesen, dass er noch nie so ein Audit mitgemacht hat und weil es ein wichtiger Kunde ist, traut er sich das nicht zu. Also hat er Volker als unser aller Chef um Hilfe gebeten.

Und was macht der? Statt zu sagen: „Das ist wichtig, natürlich übernehme ich das selbst, schließlich bin ich Sörens Vertreter und Chef von allen“, sagt er: „Das ist wichtig, es darf nicht vermasselt werden. Frank oder Constanze, wer geht?“
Constanze bringt die gleichen Argumente wie Frank an. Daraufhin wird Kerstin hinzugezogen. Und was kommt raus? Kerstin und Constanze müssen hin. Kerstin für die Formalien, Constanze für’s Fachliche! Vielen Dank auch!

Wenn’s super läuft, wird Chefchens Weisheit gelobt. Wenn’s schief geht, kennen wir ja die Dummen.

Quelle: Stock Xchng

Eine kleine Rache bleibt mir. Ich müsste eigentlich gleichzeitig einen Schadensbericht turnusmäßig vortragen. Das wird ja dann nichts und die beiden Wochen darauf auch nicht, weil ich dann Urlaub habe. Ich habe schon Anja angewiesen, mich in dieser Angelegenheit auf keinen Fall zu vertreten. Irgendwo soll’s auch weh tun, wenn die mich für solchen Mist verdonnern.

Frust und Spaß

Auf Arbeit habe ich gegenwärtig viel zu tun, deshalb habe ich kaum Zeit, mich hier zu verewigen. Ein bisschen möchte ich aber doch berichten, was so passiert ist.

Nach dem glorreichen Feedback-Tag am Dienstag hatten wir ja abends noch einen Tanzkurs. Aber irgendwie geht es bei dieser Tanzschule nicht so recht voran. Wir werden nach dem Kurs dort wahrscheinlich wieder aufhören.

Am Mittwoch saß ich die ganze Zeit in einer Besprechung, es ging um ein Upgrade einer Software für die Überwachung und Regelung unserer ganzen Versorgungssysteme. Das fand ich ganz interessant, weil ich ein wenig dazu gelernt habe.

Dummerweise ist das Auto von Jens kaputtgegangen, so dass er jetzt meins nimmt, während seins in der Werkstatt ist. Für mich ist das eigentlich kein Problem, da ich ja die Fahrgemeinschaft habe und diese Woche auch nicht fahren muss. Doch gestern Abend hatte ich noch eine Verabredung mit Kollegen in einer Kneipe. Da wäre ich anschließend gern mit dem Auto zurückgefahren. Naja, so konnte ich dafür ein Bierchen zischen, ist ja auch nicht schlecht.

Ich war dort mit Frank und Herrmann. Und außerdem mit meiner ehemaligen Kommilitonin Ina. Die hat es jetzt geschafft und hat eine Festanstellung an der Uni als Professorin erhalten Tolle Leistung. Ich wollte sie mit meinen beiden Kollegen bekannt machen und dann ging es darum, neue gemeinsame Projekte zu überlegen.

Dabei scheint es so, dass sich insbesondere Frank und Ina sehr gut verstehen. Sie haben gemeinsam über den jeweiligen Chef und andere Kollegen und Strukturen geklagt und auch sonst waren sie in vielen Dingen einer Meinung. Und Frank hatte großen Respekt vor Inas bisheriger beruflicher Leistung. Bin mal gespannt, wie das mit den beiden weitergeht.

Quelle: Stock Xchng

Heute gehen wir in den Tanzkreis. Mal sehen, wie das wird und ob wir da bleiben. Und morgen ist dann Ball der Tanzschule und am Sonntag wieder kurs. Eigentlich ist das Wochenende schon wieder rum.

Glaubwürdigkeit

Eine amerikanische Studie hat nachgewiesen, dass wir Leuten, die wir besser verstehen, mehr glauben. So wird Ausländer allein deshalb nicht geglaubt, weil wir sie nicht so gut verstehen. Selbst wenn wir wissen, dass wir diesbezüglich vorbelastet sind, wird die Glaubwürdigkeit nicht besser.

Quelle Stock Xchng

Deshalb sollte man möglichst akzentfrei sprechen, wenn man glaubwürdig sein muss. Unsere Politiker haben es aber geschafft, dass ihnen trotz guter und akzentfreier Rhetorik nicht mehr geglaubt wird.

Kasperletheater

Heute war Teil 2 unserer Kasperletheaterrunde. Ich hatte ja schon in einem anderen Beitrag beschrieben, dass bei uns die jährlichen Mitarbeitergespräche angelaufen sind. Volker hat mit mir ein Vorgespräch geführt, ich musste als Bernds Chefin mit ihm ein Gespräch führen. Und nun besagter Teil 2.

Ab einer bestimmten Hierachiestufe muss der jeweilige Chef des Querulanten vor einem Gremium aus Mitarbeitern der Personalabteilung sowie irgendwelchen Abteilungs- und Gruppenleitern seinen Mitarbeiter vorstellen, Stärken und Schwächen Potentiale einschätzen und den zukünftigen Entwicklungsweg aufzeigen. Ich muss also Bernd vorführen. Der Betroffene ist dabei nicht anwesend.

Das ganze kam mir ein wenig vor, wie so eine Casting-Show im Fernsehen und der Herr Bohlen hätte ein Mitglied der Jury sein können. Ich wurde als Kandidatin vor die Jury geführt, hatte fünf Minuten Zeit, dumm rumzusülzen, dann wurde mir die obligatorische Frage nach den Stärken und Schwächen und dem Entwicklungsweg gestellt, ich wiederhole mein Gesülze und dann gibt es Kommentare, die das wiederholen, was ich bereits gesagt habe.

Quelle: Stock Xchng

Zum Schluss wird das Protokoll vorgelesen, im den steht, was ich erzählt habe und was die anderen mir bestätigt haben. Dann muss ich das Protokoll unterschreiben und darf wieder meiner Wege gehen.

Später muss ich dann Bernd erzählen, was ich der Runde erzählt habe und was diese darauf geantwortet hat.

Heute muss Volker als mein Chef auch mich vorstellen und mir dann erzählen, was diese Leute, die mich alle gar nicht kennen, zu mir gesagt haben. Wunderbares Feedback!

Die Zeit verfliegt

Eigentlich wollte ich heute etwas mehr schreiben. Aber der Tag ist praktisch schon rum, ohne dass ich dazu komme.
Volker nervte mich heute, ob ich mir schon neue Aufgaben gesucht hätte. Ich sagte ihm, dass ich ja noch die alten habe und es nicht mein Stil ist, mir anderes an Land zu ziehen, nur um dann zu sagen, dass ich dafür keine Zeit habe.
Dann war Herrmann hier und wollte wissen, wo Andreas, der übermorgen aus dem Urlaub zurück ist, seine Versuchsergebnisse abgelegt hat. Ich sagte, dass ich das nicht wissen, aber er ließ mir keine Chance, nachzufragen, wozu er das braucht und was genau und bis wann. Und dann wirft er mir vor, dass dafür seine Liste da sei, obwohl ich so ziemlich die einzige bin, die diese Liste pflegt.
Ich bin mal wieder pappesatt!

Immerhing gibt es auch positives zu berichten. Zur Zeit befinden wir uns einer Phase eines Tanzmarathons. In neun Tagen sechsmal Tanzen. Letzten Samstag gings mit einem öffentlichen Ball los, Sonntag unser Discofox-Kurs, morgen unser Aufbaukurs bei der anderen Tanzschule, Freitag Schnuppertag beim Tanzkreis, Samstag Tanztreff der Tanzschule und Sonntag wieder Discofox-Kurs. Und Dienstag drauf schon wieder der andere Kurs. Anstrendgend, aber auch sehr schön.

Zivilcourage

Im Politischen Feuilleton des D-Radios gab es einen interessanten Beitrag zum Thema Zivilcourage. Darin wird gefragt, ob der Bürger tatsächlich für die Aufrechterhaltung der bürgerlichen Ordnung verantwortlich ist, so wie es Herr Brunner getan hat, als er Kinder gegen jugendliche Rowdies verteidigte. Oder sind dafür nicht die sogenannten Ordnungsorgane, also die Polizei, verantwortlich?

Quelle: Stock XChng

Ursprünglich wurde unter Zivilcourage etwas anderes verstanden. Die Staatsbürger sollen ihrem Staat auf die Finger gucken und sich nicht scheuen, draufzuhauen, wenn es Exzesse gibt. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wäre es gegen die Nazis notwendig gewesen, 1989 hat die Bevölkerung der DDR die Nase voll gehabt, und heute? Gibt es heute Gründe, Zivilcourage in diesem Sinne zu zeigen?