Pfusch und Termindruck führten zur Katastrophe

Da ich in letzter Zeit nur wenig Zeit hatte, komme ich erst heute dazu, mal wieder ein Update zur Ölpest im Golf von Mexiko zu geben.

Anlass dazu ist einerseits ein Artikel von Axel Fischer, den ich gelesen habe und der ähnlich zum Beispiel hier zu finden ist. Er erklärt darin die Ursachen, wie es zu der Katastrophe kam. Ein Zitat von Johann Plank, Professor für Bauchemie an der TU München, bringt die Sache auf den Punkt: „Die ganze Bohrung war eine Sparausführung“. Es wurde eine falsche (nämlich billigere) Zementmischung zur Abdichtung des Bohrlochs verwendet, der auch noch wegen Termindrucks nicht in Ruhe abbinden konnte. Auch das Rohrsystem war viel zu lavede ausgelegt. Die Entlastungsbohrung nach der Katastrophe diente übrigens nicht zur Entlastung des kaputten Bohrlochs durch Ableiten von Druck, sondern war notwendig, um von dort her das Leck mit (ordentlichem) Zement abzudichten.

Übrigens hat BP auch versucht, Wissenschaftler zu kaufen, z.B. von der University of South Alabama. In diesem Fall hat es nicht geklappt, teilweise haben aber Forscher diesem Angebot nicht widerstehen können (Honorar: 250 Dollar pro Stunde). Der Sinn ist, sich so auf den Rechtstreit vorzubereiten. Die staatliche Behörde (nationale Wetter- und Ozeanographiebehörde, NOAA), die Forschungsgelder vergibt, hat übrigens ähnliche Vertragsbedingungen für die geförderten Wissenschaflter wie BP (nur mit dem Geldgeber abgestimmte Untersuchungen und dreijährige Schweigepflicht über die Ergebnisse).

Quelle: Stock Xchng

Ein Konzept zur effektiven Beseitigung von Ölteppichen im Meer hat jetzt das MIT in Boston vorgestellt. Sie haben Roboter entwickelt, die das Öl einfach von der Meeresfläche „wegfressen“. Hoffen wir, dass das auch wirklich so wie versprochen funktioniert, denn die nächste Katastrophe kommt bestimmt.

AKW gegen erneuerbare Energien

In einem Interview äußerte der Generalsekretär des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU), Prof. Hey, Bedenken gegen die Laufzeitverlängerung von AKW. Der SRU berät die Regierung fachlich.

Als Grund wird angegeben, dass die Laufzeitverlängerung die Entwicklung erneuerbarer Energien bremst. AKWs und auch große Kohlekraftwerke können nicht nach Bedarf einfach hoch- und runtergefahren werden, sondern liefern eine Grundlast. Die erneuerbaren Energien sind da wesentlich flexibler. Somit werden unsere Stromnetze durch diesen Grundlaststrom verstopft und nur die Spitzen dürfen die erneuerbaren Energien übernehmen.

Abgesoffen

Da ist man mal zwei Wochen im Urlaub und schon steht alles Kopf. Ich bin total in Arbeit abgesoffen und ab morgen haben wir bis Ende der Woche einen Workshop, wo ich auch nicht dazu komme, groß was abzuarbeiten. Somit wird in meinem Blog leider ziemliche Funkstille herrschen 😦

P.S. Im Urlaub waren wir im Trentino und in Heidelberg. Es war schön.