Requiem und Literaturstudium

Heute wollte ich mir endlich etwas Zeit nehmen, und Literaturstudium im Rahmen meines Projektes betreiben. Da das in einem Großraumbüro eines Großbetriebs nicht so einfach ist, habe ich natürlich Vorkehrungen getroffen, die zumindest einen Ansatz von Erfolg erhoffen lassen.

Zunächst habe ich schon einige Zeit im Voraus meinen Kalender blockiert. Nur eine einzige Besprechung, da sollte einiges zu schaffen sein. Dann habe ich mein Mailpostfach geschlossen, eine CD in das Laufwerk vom Computer gesteckt und Kopfhörer auf. So war ich von der Welt um mich ziemlich gut abgeschottet. Es konnte also losgehen.

Heute morgen hörte ich eine CD mit lateinamerikanischer Tanzmusik. Liest sich jetzt aufregender, als sie war. Perfektes Hintergrundgeräusch ohne abzulenken.

Leider haben die ersten Kollegen dann gegen Mittag meine Bemühungen der Abschottung bemerkt und fingen an, mich anzurufen. Ich hörte mir das Anliegen dann an und sagte, dass sie mir es als Mail schicken sollen, damit ich nicht vergesse, das Thema zu bearbeiten.

Kurz darauf kamen sie dann persönlich vorbei und vorbei war’s dann auch mit meinem Literaturstudium. Es ist furchtbar, es ist nicht mal möglich, bis 13:00 Uhr abzutauchen. Da war meine Besprechung.

Jetzt läuft Mozarts Requiem und nun kann ich mich schon gleich gar nicht konzentrieren. Was bleibt mir also übrig? Vorbereitung auf den Feierabend.

Belehrung, oder wie naiv bin ich eigentlich?

Heute hatten wir unsere jährliche Belehrungsrunde. Es war spannend wie immer. Es ist schon erstaunlich, gegen welche Vorschriften man so dauernd verstoßen kann, insbesondere, was Geheimhaltung anbelangt.

Quelle: Stock Xchng

Eine Sache hat mir zu denken gegeben. Der Typ meinte, dass der Feind unermüdlich auf Jagd ist, um Informationen abzuschöpfen. Man soll sich also nicht wundern, wenn man plötzlich auf einer Dienstreise in der Hotelhalle freundich angesprochen wird. Ist Dieter etwa ein Spion?

Leiden ist ja soooo schön

Meinen lieben Mann hat es erwischt. Er ist erkältet. Vermutlich ist es ja neulich in der kalten Kirche während der Aufführung der Matthäus-Passion passiert. Zuerst hat er es verdrängt, schwafelte was von Allergie und dass es ihm gut gehe. Zum Beweis musste er letzte Woche ja auch wie immer ins Fitness-Studio. Doch seit Sonntagabend kann er es nicht mehr leugnen.

Nicht, dass er deshalb zum Arzt gehen und sich krank schreiben würde. Nein! Er hat ja mich. Ich darf ihn abends pflegen und bemitleiden und trösten, damit er tagsüber wieder wacker auf Arbeit kann, um zu tun, als wäre er der stärkste Mann der Welt.

Es ist nicht so, dass mich die Pflege eines meiner beiden Männer, ob groß oder klein, sonderlich stören würde. Dumm ist nur, dass ich so dieses ideale Wetter nicht nutzen kann, um meine abendlichen Radtouren wieder aufzunehmen. Hoffentlich ist er wenigstens Ostern wieder fit.

Erholung

Das letzte Wochenende war mal nicht so stressig, wie die letzten. Ich hatte ausnahmsweise mal ausreichend Schlaf, kaum Verpflichtungen und angenehme Erlebnisse. Kultureller Höhepunkt war sicherlich der Besuch des Kinofilms Pina. Der Film hat mich sehr beeindruckt, auch wenn ich nun sicherlich kein großer Fan dieser Kunst werde.

Quelle: Töpfermakrt.com

Der Höhepunkt mit dem höchsten Spaßfaktor war hingegen der jährliche Töpfermarkt. Ich kann da ja nicht widerstehen und muss nicht nur hingehen, sondern auch was kaufen. Eigentlich ist unsere Wohnung ja schon vollgestopft mit Töpferwaren und Keramik, aber das muss sein.

Dr. cand. h.c.

Die ganze Aufregung wegen der abgeschriebenen Doktorarbeiten einiger Prominenter ist mir ziemlich unverständlich. Jeder weiß, dass ein richtiger Doktortitel ja ein Dr. med. ist. Die ganzen anderen, wie Dr. rer. nat., Dr. ing., Dr. phil und was es da sonst noch gibt, sind doch gar keine richtigen.

Da mir jetzt aber sicher vorgehalten wird, dass zur Erlangung o.g. Titel mindestens eine wissenschaftliche Arbeit vom Titelträger verfasst worden sein musste, will ich einen Kompromissvorschlag machen.

Quelle: Stock Xchng

Prominente erhalten ja mitunter einen Dr. h.c., also einen Doktor ehrenhalber. Die jetzt bekannt gewordenen Plagiatioren waren ja auf dem besten Wege, einen solchen Titel zu bekommen. Wie wäre es, wenn jeder den Titel Dr. cand. h.c. kaufen kann. Das Geld könnte für wohltätige Zwecke, die erneuerbaren Energien oder für humanitäre Militäreinsätze verwendet werden.

Der Titel hingegen würde verraten, dass der Träger ein Anwärter auf einen Ehrendoktor ist, zumindest aber, dass er sich den Titel leisten kann. Alle wären zufrieden, niemand müsste mehr nach Plagiaten suchen. Auch den Doktorvätern und -müttern würde dann die Peinlichkeit einer gefälschten Arbeit erspart.

Punk

Der folgende Beitrag passt ja eher in die Reihe B̦se Рaber gut vom Traumsch̦pfer. Hier also mal ein Witzchen von mir:

Ich ging mit meinem Vater (66) ins Einkaufscenter, um neue Schuhe zu kaufen. Durch das Rumlaufen wurden wir hungrig und kamen zu dem Entschluss, etwas essen zu gehen. Ich bemerkte, wie er ein junges Mädchen anstarrte, welches neben ihm saß.

Das Mädchen hatte ihre Haare wie einen Hahnenkamm hochfrisiert und in verschiedenen Farben – grün, orange, rot und blau gefärbt.

Mein Vater konnte seinen Blick nicht von ihr abwenden. Das Mädchen bemerkte es und jedes Mal, wenn sie wieder in seine Richtung schaute, fand sie, dass mein Vater sie anstarrte.

Als das Mädchen genug davon hatte fragte sie sarkastisch: „Was ist das Problem alter Mann, hast Du niemals was Wildes in deinem Leben gemacht?“

Da ich meinen Vater kenne, schluckte ich schnell den Bissen, den ich im Mund hatte runter, damit ich nicht bei seiner Antwort daran ersticken würde. Ich wusste, dass er eine gute haben würde.

Mit Würde antwortete er, ohne des kleinsten Zwinkern eines Augenlids: „Hab einmal Drogen genommen und einen Pfau gevögelt und jetzt frage ich mich, ob Du das Ergebnis bist.“

Mammutwerk verzaubert das Publikum

… so überschreibt meine Lokalzeitung einen Bericht über einen musikalischen Höhepunkt vom letzten Wochenende, Bachs Matthäus-Passion. Und ich kann dem nur zustimmen, denn einer der Mitwirkenden ist ja mein Mann.

Quelle: Freie Presse

Dieses Werk einzustudieren hat überdurchschnittlich viel Mühe bereitet, und auch der Endspurt war für die beteiligten anstrengend. Freitag über drei Stunden Generalprobe, Samstag ebenfalls noch einmal eine so lange Probe und dann natürlich die Aufführung. Hinzu kam, dass es in der Kirche bitter kalt war.

Selbst für das Publikum, dem ich angehören durfte, war es anstrengend, diesem dreistündigen Werk zu lauschen, wobei nach und nach die Kälte immer unangenehmer wurde.

Aber die Mühe hat sich gelohnt. Die Aufführung war gelungen, die Solisten waren hervorragend und der Chor klang, obwohl teilweise geteilt, kraftvoll.