Lektüre auf dem stillen Örtchen

Es ist tatsächlich immer wieder überraschend, was so alles wissenschaftlich untersucht wird. So veröffentlichte die Zeitschrift Shape Up in ihrer aktuellen Ausgabe eine representative Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung über die Lesegewohnheiten der Deutschen auf der Toilette. Das überraschende Ergebnis: Männer lesen Tageszeitung, Frauen lieber Boulevard-Blätter.

Frau liest auf Toilette Zeitung

Immerhin, die modernen Medien finden auch ihren Weg auf’s Klo. Mit Smartphones & Co. vertreiben sich 8 Prozent die Zeit.

Der aufmerksame Leser erwartet jetzt sicherlich, dass auch ich mich oute. O.k., ich gebe es zu. Auch ich lese auf der Toilette. Und zwar das Kalenderblatt meines Sprachlernkalenders.

Midsommerball

Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Zeit so vergeht. Schon frühzeitig habe ich mich um Karten gekümmert und nun ist er auch schon wieder vorbei, der diesjährige Midsommerball. Wie im letzten Jahr waren wir auch diesmal wieder mit Claudia und ihrem Mann Thomas sowie Frank und Ina.

Midsommerball 2012

Während Claudia und Thomas tänzerische Naturtalente sind, aber durch mich nun auch regelmäßig in einen Tanzkreis gehen (nicht in den, den ich besuche), hatte Frank sich ein Jahr lang erfolgreich gedrückt. Dennoch sind die beiden mitgekommen und ich hatte den Eindruck, dass es ihnen gefallen hat. Frank und Ina haben überhaupt nicht getanzt, wir anderen schon.

Das Showprogramm war eine schöne Mischung, allerdings fand ich den Höhepunkt vor zwei Jahren, ein original Musicalausschnitt, bisher unerreicht. In diesem Jahr hat mir eine Dirty Dancing Choreographie am besten gefallen.

Erwähnenswert ist noch, dass Jan von Freitag zu Samstag im Hort übernachtet hatte. Es war die Abschlussveranstaltung der vierten Klasse im Hort. Allerdings war er so müde, dass er dann den ganzen Samstag vormittag verschlief, vier lange Stunden. Eigentlich wollte ich mit ihm eine schöne Radtour machen, denn Jens musste arbeiten. Aber wir sind erst kurz nach 13:00 Uhr aufgebrochen, nachdem ich ihn aus dem Tiefschlaf gerissen hatte. Immerhin haben wir es noch über einen kleine Umweg durch den Stadtwald bis zur Zugspitze geschafft.

Zugspitze

Der Strom kommt aus der Steckdose …

… zumindest ist das bei uns zu Hause so. Und in unserem Werk?

Es gibt bei uns im Werk ein Verfahren zur Risikoabschätzung von Veränderungen, dass von der Automobilindustrie übernommen wurde. Es nennt sich FMEA. Gelegentlich moderiere ich solche FMEA’s. Jetzt habe ich mich mal wieder gemeldet, weil bei uns die Wärmeversorgung geändert werden soll. Bisher habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, wo unsere Wärme herkommt. Durch so eine Moderation kann man mal über den Tellerrand schauen.

Feuertreppe, Quelle: Stock Xchng

Der verantwortliche Ingenieur hatte mir angeboten, mal die Heizungsanlage zu zeigen, was ich gerne wahrgenommen habe. Dann hat er mir auch noch die Kälte-(Klima-)-Anlage gezeigt und schließlich noch dieses und jenes. Statt einer Viertelstunde sind wir 1,5 Stunden durchs Werk spaziert und ich habe Ecken gesehen, wo sonst nicht jeder hin darf. Das war doch sehr interessant und ich bereue nicht, dass ich mich gemeldet habe.

Werther

Habe ich kürzlich noch über eine (tragische) Liebesgeschichte in vier Minuten, die allerdings für die Interpreten gut ausging, berichtet, so möchte ich heute einen Kommentar zur Inszenierung des Mittelsächsischen Theaters der Oper Werther von Jules Massent loswerden, einer Liebesgeschichte in knapp zwei Stunden.

Wer mal reinhören möchte, kann das z.B. im folgenden Video tun:

Der Inhalt ist ja durch Goethes Original weitgehend bekannt: Werther und Charlotte lieben sich, können aber nicht zusammenkommen, weshalb sie sich das Leben nehmen. Insofern war es kein Problem, dass die Oper in Französischer Sprache ohne Übertitel aufgeführt wurde, denn man konnte der Handlung auch so folgen. War man, wie ich, in der Einführungsmatinee, konnte man auch die Ausstattung richtig würdigen. Die Aufführung fand in der Nikolaikirche Freiberg statt. Das Bühnenbild war überwältigend, obwohl die Kirche den Ausstattern immer Schwierigkeiten bereitet.

Besonders beeindruckt war ich insbesondere von der sängerischen Qualität des Hauptdarstellers, Angelo Raciti, der meines Erachtens deutlich besser gesungen hat, als Jonas Kaufmann im Video oben. Nathalie Senf als Charlotte war ebenfalls sehr gut und somit war es eine gelungene Veranstaltung, und, obwohl ich Freitag abends meistens ziemlich müde bin, musste ich nicht gegen den Schlaf kämpfen, sondern habe die spannende Handlung mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Heute ist Donnerstag

Es ist mitten in der Nacht. Plötzlich klingelt der Wecker. „Sch… …on wieder Zeit, aufzustehen?“, denke ich, „oder habe ich etwa wieder vergessen, den Wecker auszuschalten?“

Ich bin soooo müde

Ich bin fest der Meinung, dass es Wochenende ist und ich mich noch einmal rumdrehen und weiterschlafen kann. Sicherheitshalber stelle ich noch den zweiten Wecker aus. Doch bevor ich weiterschlafe, kommt mir in den Sinn, dass ich, da ich schon mal wach bin, auch noch schnell auf Toilette gehen kann.
Dummerweise merke ich dabei, dass heute Donnerstag ist und dass der Wecker recht hatte und dass ich tatsächlich zu nachtschlafender Zeit aufstehen muss.

Und morgen auch noch mal …

Niederlande mietet belgische Fans

Ich bin ja begeistert. Kaum habe ich daran erinnert, dass man sich ja einen Fan mieten kann, da setzen die Holländer das gleich in einer Größenordnung um, an die ich nicht zu träumen gewagt hätte.

Gemieteter Belgier als holländischer Fan

Und die Miete kommt dem Kinderhilfswerk Unicef zugute.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch, dass wir ebenfalls unsere Nachbarn, z.B. in Österreich und der Schweiz, mieten, damit sie für Deutschland jubeln. Ein guter Zweck findet sich bestimmt.