Sport ist …

… tja, das hätte ich mal nicht gedacht. Neuerdings ist Sport für mich doch tatsächlich ein Aufputschmittel. Jedenfalls gestern. Was war passiert?

Eigentlich war ich zum Feierabend hundemüde. Ich hatte nachmittag eine Telefonkonferenz, was mir sowieso schwer fällt, weil ich einige Leute akustisch kaum verstehe. Dann war das auch noch in englisch und eigentlich hatte es mich inhaltlich auch nicht wirklich interessiert. Ich bin eigentlich nur als Urlaubsvertretung für Hermann hingegangen, der sich derweil auf Kreta sonnt und Ouzo schlürft.

Normalerweise hätte ich dann keinen Sport mehr gemacht. Aber da ich ja seit knapp einem Monat Mitglied im Fitnessstudio bin (siehe hier), konnte ich nicht einfach schwänzen. Und siehe da, durch die Musik wurde ich doch ein wenig motiviert, mich bei der Erwärmung auf dem Ergometer anzustrengen, der Kreislauf kam in Schwung und ich war dann sogar relativ schnell mit meinen Übungen fertig.

Anschließend fühlte ich mich fit und richtig gut und hatte mir natürlich ein leckeres Abendessen verdient …

Sport frei!

Schimpfwörter

Der aufmerksame Leser meines Blogs weiß ja, dass ich recht vorsichtig bin. Das ist verbunden mit Zurückhaltung gegenüber neuen Technologien. Eigentlich sollte ich entsprechend dieser Beschreibung meiner Person gar keinen Blog betreiben, hier überwiegt aber mein Mitteilungsdrang über meine Zurückhaltung.

Zu den bequemen Möglichkeiten des Alltags zählt ja auch Online-Banking, von dem ich mich aus prinzipiellen Erwägungen heraus selbst ausgeschlossen habe. Das war eigentlich auch lange Zeit kein Problem, denn als ich das Konto eröffnet hatte, wurden mir die Kontoauszüge zugeschickt und Überweisungen steckte ich einfach in einen Briefkasten. Alles natürlich für mich kostenlos.

Dann konnte man die Überweisungen nur noch in der Filiale in den dafür vorgesehenen Briefkasten einwerfen und musste sich die Kontoauszüge selbst ausdrucken. Das ging jetzt einige Jahre so, doch seit einiger Zeit ist auch das vorüber. Jetzt muss man die Überweisungen selbst in den Automaten in der Filiale eingeben oder eine Horrorgebühr bezahlen.

© B. Havlena / PIXELIO (www.pixelio.de)

Es gibt einen langsamen Automaten mit schlechter Bedienoberfläche. Immer, wenn ich was überweisen möchte, stehe ich in einer Schlange ähnlich konservativer Leidensgenossen. Man kann sich vorstellen, wer da so steht. Leute, die nicht unbedingt mit dem Internet verheiratet sind, keine Nerds, sondern vorwiegend Rentner und Feiglinge wie ich. Seriöse Leute. Doch was müssen meine Ohren in der Warteschlange vom armen Opfer, dass gerade am Automaten ist, vernehmen? Die wüstesten Schimpfwörter, weil auch zum x-ten Male der Automat nicht macht, was er soll. Ich kenne das. Nur hätte ich nicht gedacht, was die Leute doch so in ihrem aktiven Wortschatz haben. Und das aus tiefstem Herzen. Und ich kann sie sogar verstehen, denn wenn ich dran bin, rutschen mir auch ähnliche Worte raus.

Sch…eibenkleister.

Feige

… aber ich bin nun mal in manchen Beziehungen kein Held.

© Knipseline / PIXELIO (www.pixelio.de)

Eigentlich hatten wir ja eine Türkei-Reise gebucht. Später wurde uns dann doch mulmig, da ein Teil der Reise ziemlich dicht an die syrische Grenze geht und Kobane nicht weit ist. Aufgrund der aktuellen Ereignisse mit einem Zweifrontenkrieg haben wir jetzt jedoch die Reise storniert.

Glücklicherweise war der Reiseveranstalter entgegenkommend. Nun lässt Spanien grüßen.

Recht auf positive Bewertung?

Letzte Woche habe ich mal wieder in der Bucht eine Kette ersteigert. Nicht die erste und sicherlich auch nicht die letzte. Modeschmuck aus Steinen. Die kam schnell und die Versandkosten waren auch o.K. Ich war aber trotzdem enttäuscht. Sie war kleiner als erwartet und wirkte auf mich zerbrechlich. Man kann es auch filigran nennen. Ich mag aber eben mehr solide Qualität, wie ich es nenne. Also relativ schwer und schwer kaputt zu machen.

Die Beschreibung der Kette war vergleichbar mit denen vorangegangener Käufe. Also erwartete ich Ähnliches. Nachdem ich mir die Beschreibung nach der Lieferung noch einmal angesehen habe, gab es jetzt nicht direkt einen Punkt, der nicht stimmte. Es war halt aufgebauscht, so wie Urlaubskataloge. Bei einem sogenannten Privatverkäufer hatte ich das so nicht erwartet.

© Cornelia Menichelli / PIXELIO (www.pixelio.de)

Da die Rückgabe ausgeschlossen war, buchte ich das für mich als Fehlkauf, steckte die Kette ins Schrottwichtel für Weihnachten und vergab eine neutrale Bewertung. Ist das schlimm? Für den Verkäufer schon, ich sollte eine positive Bewertung vergeben. Aber das kann ich doch nicht, wenn mir die Kette nicht gefällt. Ich habe angeboten, die Kette zurückzugeben, aber noch keine Antwort darauf erhalten. Also bleibt’s so, wie es ist und der Verkäufer hat von mir die einzige neutrale Bewertung neben zahlreichen positiven.

Sommerloch

Fast wie in alten Zeiten, könnte man sagen. Dabei ist es bloß das Sommerloch. Burschi ist bei den Großeltern, so dass wir tun und lassen können, was wir wollen. So weit, so gut. Nur, was, wenn die äußeren Umstände jegliche Aktivitäten ersticken? Wie gestern zum Beispiel.

Eigentlich wäre ja wieder Zeit für’s Fitness-Studio gewesen. Aber bei der Hitze? Wo man schon vom Nichtstun schwitzt? Das muss man sich ja nun wirklich nicht antun, zumal wir ja auch keine zwanzig mehr sind.
Was gibt’s noch? Leider herrscht Sommerloch, Veranstaltungen gibt es nicht sooo viele. Heute wollen wir noch zu einem Reisevortrag, aber gestern war nichts weiter, was uns interessiert hätte. Naja, my home is my castle, machen wir es uns doch einfach zu Hause gemütlich.

Also erst noch ein wenig die Klamotten- und Schmuckangebote auf ebay studiert, allerdings war mir selbst das bei der Hitze zu anstrengend. Zeitung gelesen. Abendbrot gegessen. Und schon vor den Nachrichten fertig. Normalerweise gucken wir immer eine Aufzeichnung der Nachrichten, weil wir bis zur Sendung nie so weit fertig sind. Gestern schon. Na gut, dann gucken wir eben einen Film. Wir haben ja noch haufenweise Videos da.

Der Film war abstrus, obwohl er mit Ben Stiller war, den ich eigentlich mag. Aber den Film konnte man in die Tonne kloppen. Sci-Fi-Komödie. Und life hatten wir dann auch keine Lust mehr, zu gucken.

Man kann sich ja ein bisschen Urlaubsfeeling holen und mal was lesen. Zeitschriften habe ich noch genug und Bücher erst recht. Aber nach zehn Minuten fielen mir die Augen zu. Wenn man um fünf aufsteht, ist das eben so. Jedenfalls bei mir. Und bei der Hitze. Aber kann man denn um neun schon schlafen? Das ist doch viel zu zeitig. Und das Gewitter war auch noch nicht ran, geschweige denn durch.

Jens streichelte meine Wangen und meinte, dass man kann. Zumindest ins Bett gehen. Und er fing an, an meinem Ohr zu knabbern. Und – ja, es ist nicht schlimm, wenn man(n) älter wird. Im Gegenteil, es ist doch sehr schön, ein langes Vorspiel. Ungestört. Ohne Zeitdruck. Er brachte mich noch vor dem eigentlichen Akt auf Wolke sieben und ich schwebte dann mit ihm – nun nicht durch die ganze Nacht, aber der Abend war sehr schön und das Gewitter war doch eine recht dramatische Untermalung unserer Aktivitäten.

Heute muss ich zeitig Feierabend machen, damit ich noch vor dem oben erwähnten Vortrag das Fitness-Studio nachholen kann. Da ich Fahrgemeinschaft mit Claudia habe, muss auch sie zeitig Feierabend machen, worüber sie aber nicht wirklich böse ist.

Dödel vom Dienst …

… war ich wieder mal.

Prio 1++, eigentlich Prio 0 – Projekt. Nur interessiert es niemanden. Mittwoch Mittag Experiment durchgeführt und Auftrag zur Analyse erteilt.

Donnerstag in Analyeabteilung angekommen.

Freitag immer noch kein Analyseergebnis.

Freitag zum Feierabend Anruf vom sogenannten Projektkoordinator: „Los fertig werden mit dem Experiment. Die anderen müssen auch noch ran.“
„Ich würde aber schon gerne noch das Analyseergebnis abwarten. Und außerdem kann ich jetzt nichts mehr tun, denn ich habe Feierabend.“

Montag im Postfach eine Mail vom Koordinator an alle: „Die Conma wollte noch das Analyseergebnis abwarten und überhaupt, die hatte Feierabend. Das Projekt muss deshalb warten …“

Da bin ich zur Furie geworden und habe alle möglichen Leute angeschrien.

Gestern Mittag Anruf vom sogenannten Projektkoordinator, sehr zerknirscht, bekam kaum ein Wort raus: „Conma, so war das doch nicht gemeint. Ich entschuldige mich dafür. Du hast natürlich recht … bla bla bla … “
Er fing fast an zu weinen. Ich vergrößerte noch ein bisschen sein schlechtes Gewissen, erklärte ihm, wie Scheiße ich mich fühle und dass das so nicht weiter geht mit uns.
Er sah alles ein und langsam musste ich den armen Kerl trösten.

Mal sehen, ob der Typ lernfähig ist.

Café au Lait

Ich weiß gar nicht, wieso mir diese Geschichte wieder in den Sinn gekommen ist. Vielleicht liegt es daran, dass mit so einem Umzug, auch wenn der nur virtuell ist, Erinnerungen hochkommen. Allerdings ist mir diese Zeit schon öfter mal wieder eingefallen, z.B. bei dem Beitrag hier.

Das liegt jetzt schon über 20 Jahre zurück und so alt war ich damals auch gerade und hatte meine ersten Sommerferien während des Studiums. Begonnen hatte alles etwa ein halbes Jahr eher. Es gab damals vom DAAD ein Förderprogramm für ostdeutsche Studenten, die Nachholbedarf bei Fremdsprachen hatten. Man konnte sich für Sommerkurse im Ausland (Englisch, Französisch, Spanisch etc.) bewerben und wenn man die nötigen Vorkenntnisse und Glück hat, bekam man einen Zuschuss. Die meisten, die ich kannte, bemühten sich um einen Englischkurs. Ich hingegen hatte gerade angefangen, Französisch zu lernen und bewarb mich deshalb um einen Kurs in Frankreich.

Die Ablehnung kam dann ziemlich schnell, weil ich noch nicht genug Vorkenntnisse hatte und der Bedarf groß war. Immerhin kam ich auf eine Reserveliste, falls jemand abspringt. Eigentlich hatte ich das schon vergessen, da kam, was der geneigte Leser ahnt. Ich bekam den Kurs doch noch kurz vor der Angst. Denn erstens waren meine Sommerferien vom finanziellen und zeitlichen Budget her schon verplant und ich wollte in dem Sommer auch noch heiraten. Und zweitens musste ich schnell sein, denn sonst liefen diverse Fristen ab.

Es wurde nicht unbedingt das Ziel, was ich mir so vorgestellt hatte, aber ich konnte einen freien Platz für drei Wochen an der Uni in Caen, in der Normandie, ergattern. Der Preis ging und der Zeitraum passte noch gerade so (eigentlich wären 4 Wochen besser gewesen, aber so viel Zeit hatte ich nicht). Die Unterkunft war im Wohnheim, Verpflegung gab’s in der Mensa.

Irgendwie habe ich es dann geschafft, ganz alleine da hin zu kommen. Mit dem Flugzeug ging’s nach Paris, von dort mit dem Zug weiter. Allein vom Flugplatz zum Zug zu gelangen war für mich und meine Sprachkenntnisse eine große Herausforderung. Aber ich hab’s geschafft.

Dann hat’s mich umgehauen. Es gab einen Sprachtest und ich bin in einer ziemlichen Anfängergruppe gelandet. Alles „Ausländer“, keine Deutschen. Ich verstand oft kein Wort und konnte mich auch nicht groß mit anderen unterhalten, da mein Englisch auch nur rudimentär entwickelt war. Ich fühlte mich einsam und verlassen.

Am Abend des ersten Freitags gab’s eine Party, auch, um sich gegenseitig näher kennenzulernen. Eigentlich wollte ich nicht hingehen, denn was sollte ich dort? Unterhalten ging ja eh nicht. Allerdings hatte ich inzwischen bemerkt, dass es doch einige Deutsche gab, die allerdings die Fremdsprachen besser konnten als ich. Und in meinem Kurs war eine Finnin mit schwedischen Wurzeln, die ein bisschen deutsch sprechen konnte und ein netter älterer Engländer, der mir sehr sympathisch war.

Und dann kam Nat. Eigentlich heißt er Nathanael Ray Malone. Wie, was für ’ne Melone? So hieß er jedenfalls und es hat mich einige Zeit gekostet, es herauszufinden. Tatsache ist, dass ich es auf seinem Ausweis gelesen hatte, sonst würde ich bis heute noch rätseln, wie er heißt. Und er ist Afroamerikaner. Oder wie sagt man das politisch korrekt?

Nat gesellte sich an dem Abend zu mir und sprach mich an. Ich kann mich nicht erinnern, mich jemals so angeregt mit jemanden unterhalten zu haben, ohne ein Wort zu verstehen. Wir tranken Wein, tanzten und unterhielten uns wieder. Wirklich schön. Und es sah gut aus, wie er tanzte. Diese Bewegungen, dieser Rhythmus. Die Zeit verging und dann kamen die langsamen Tänze. Wir tanzten eng, sehr eng. Meinen Kopf schmiegte ich an seine Schulter, unsere Körper drängten aneinander, seine Hände befanden sich auf
meinem Po. Ich spürte, wie sich es sich in seiner Hose regte.

© Vanessa Buholzer / Free Images (www.freeimages.com)

Schließlich nahm er mich einfach wie ein kleines Kind an die Hand und ich folgte ihm artig auf sein Zimmer. Dort küssten wir uns leidenschaftlich, unsere Zungen liebkosten sich. Er zog mir mein Top aus, meinen BH und ich lag plötzlich auf seinem Bett. Auch Hose und Slip streifte er mir ab und ehe ich mich versah, war auch er nackt. Es ging alles sehr schnell, er drang in mich ein und entlud sich. Doch die Nacht war damit nicht vorbei, es war eher ein Dampf ablassen. Er war danach sehr ausdauernd und irgendwann schlief ich sehr befriedigt in seinen Armen ein.

Am nächsten Morgen, dem Samstag, war zum Glück kein Kurs. Wir hatten Zeit, auszuschlafen, zu kuscheln und so weiter. Wir vernaschten uns noch einmal zum Frühstück und ich zog mich dann auf mein Zimmer zurück. Aber ich hatte einen Gefährten gefunden, mit dem ich dort noch öfter zusammen war, das nächste Mal noch am selben Abend. So habe ich nicht nur deutliche Fortschritte mit Französisch gemacht, sondern nebenbei auch mein American English verbessert.