Verschwendung oder Kunst?

Der Steuerzahlerbund hat wieder einmal sein Schwarzbuch zur Steuerverschwendung veröffentlicht. Meine heimische Tageszeitung veröffentlichte dieses Bild einer Verschwendung in Chemnitz:

© Toni Söll / Archiv (Freie Presse)

Dieses Monstrum soll eine Bank sein. Sie steht vor dem örtlichen Archäologiemuseum und soll auch ziemlich unbequem sein. Die 15 Meter lange Bank hat 61000 (in Worten einundsechzigtausend) Euro gekostet, was der Steuerzahlerbund ankreidet. Die Stadt verteidigt sich und bezeichnet die Bank als „Kunst im öffentlichen Raum“.

Auch wenn mehr als 4000 Euro pro Meter Bank ziemlich viel Geld ist, gebe ich der Stadt recht. Wer Chemnitz kennt, weiß, dass die Stadt kein touristischer Anziehungspunkt ist. Warum soll die Stadt sich nicht bemühen, die Stadt zu verschönern und Akzente zu setzen? Dazu gehört meiner Meinung nach auch Kunst. Man mag sich über darüber streiten, ob das nun gelungen ist oder nicht. Es ist eine Geschmacksfrage. Doch hören wir nicht auch oft Vorwürfe nach Bürokratie, wenig Sinn für Kultur und den Wunsch nach gewagteren, frischeren Formen und Farben?

Und wo kommen wir hin, wenn Pfennigfuchser diktieren, was gefällt? Kunst darf auch mal teuer sein. Auch wenn es nicht jedermanns Geschmack ist. Ich nutze z.B. auch die städtischen Subventionen für das Chemnitzer Opernhaus, was mir mehrmals im Jahr einen Kunstgenuss beschert. Darüber bin sehr froh.