Schenke ein Lächeln

Eigentlich finde ich es ja ziemlich albern. Ich rede von meinem Trainingsplan im Fitness-Center, der auch einen sogenannten Balance-Kurs enthält. Das ist ein virtueller Kurs, also ein Video, wo eine Vorturnerin erklärt, was zu tun ist. So ein Mittelding aus Yoga und Pilates.
Dieser Kurs ist ganz gemein. Er geht los mit ein bisschen rumfuchteln der Arme, fast wie eine spiritistische Sitzung einer Hare-Krishna-Sekte. Und plötzlich finde ich mich im dreibeinigen Hund wieder und soll mein freies Bein irgendwie um zwei Ecken beim Ausatmen nach vorn ziehen und … egal. Jedenfalls, wenn die Trainerin sagt: „Genieße es“, dann bedeutet dass nichts Gutes.
Doch sie sagt auch, dass ich mir mein schönstes Lächeln schenken soll. Soll ich mich also blöd angrinsen? Doch wenn ich darüber nachdenke, dann finde ich den Kern dieser Idee gut. Geht es doch darum, dass ich mich lieben soll wie meinen nächsten oder so ähnlich. Und wenn ich mit mir im Reinen bin, dann kann ich auch meine Mitmenschen anlächeln. Ich muss ja nicht immer so eine finstere Grimasse ziehen.
Und somit sende ich die Botschaft ins Land: schenkt Euch ein Lächeln und dann den nächsten Menschen, die Euch begegnen. Ihr werdet sehen, es funktioniert. Nur noch nette Menschen um Euch herum.
Namaste!

Mein Vorschlag für den ESC

Vor ein paar Jahren habe ich noch den deutschen Vorentscheid zum ESC geguckt und darüber berichtet (siehe hier). Inzwischen wissen sicher auch alle Interessierten, dass dieses Lied hier gestern die Fahrkarte nach Schweden gewonnen hat:

Ich drücke natürlich Frau Kriewitz die Daumen, dass sie uns alle gut in Stockholm vertritt.

Ich gebe zu, dass ich nicht kompetent mitreden kann. Gestern war ich wieder beim Sport und danach gab’s Abendbrot. Keine Chance, pünktlich um 20:15 Uhr vor der Glotze zu hocken. Wie immer haben wir auch die Nachrichten aufgenommen und dann geguckt. Und danach, irgendwann mitten in der ESC-Sendung bin ich dann mal reingezappt. Nach zwei Liedern war es mir dann aber so langweilig, dass ich mir lieber ein anderes Video rein gezogen habe.

Ach, es gibt so viele schöne Lieder. Warum können die nicht mal für solche Wettbewerbe genutzt werden? Das folgende zum Beispiel, hat eigentlich alles, was ein gutes Lied braucht: eine wunderschöne Melodie und hervorragende Interpreten und es geht natürlich um die Liebe:

Ja, es ist Puccini und nicht ganz neu. Aber mal ehrlich, wer vom ESC-Publikum kennt das?
Hardcore-Klassik ist nicht jedermanns Geschmack? Dabei hätte ich hier sogar noch eine schöne und noch gar nicht alte Version eines Klassikers:
Kennt jemand dieses Ave Maria?
Ok, aber Celine Dion, die kennt doch jeder. Da hätte ich auch noch ein tolles Lied:
Es ist eigentlich ein Lied von Jean-Pierre Ferland. Aber wer kennt den? Er fängt an, sein Liedchen zu trällern, dann übernimmt Celine. Und dann kommt sie, Ginette Reno, Grande Dame des frankokanadischen Chansons. Ich finde das toll, wie die Mädels dieses Lied aufpeppen.
Ok, ich treffe wohl doch nicht den Geschmack der Massen. Also noch mal viel Erfolg an Jamie-Lee Kriewitz für Stockholm.

 

Warum tue ich mir das an?

Sport ist Mord! Zumindest trägt es nicht in jedem Fall zum Wohlbefinden bei. Gestern war ich nach langer Zeit mal wieder Schwimmen. Und heute habe ich Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich. Ich bin eben keine elegante Schwimmerin wie die Dame auf dem Bild, sondern altmodisch und schwimme so, wie ich es als Kind gelernt habe: Brustschwimmen und der Kopf guckt aus dem Wasser. Und diese Haltung führt dann eben nach einer Stunde zu den beschriebenen Schmerzen.

© Diana Sabrina Bachler / PIXELIO (www.pixelio.de)

Eigentlich könnte ich ja so schwimmen, wie es heutzutage gelehrt wird. Also in so einer Wellenbewegung, beim Einatmen Kopf aus dem Wasser, dann aber Kopf im Wasser. Das schont die Halswirbelsäule und meinem Sohn habe ich es so beigebracht. Der schwimmt jetzt immer so, verbraucht weniger Kraft und ist auch noch schneller.

Aber ich kann das zwar technisch, aber halte es nicht mehr als zwei oder drei Züge durch. Das Problem ist – jetzt nicht lachen – das Wasser, also nicht die Kondition oder sowas. Ich kann es nicht ab, wenn mir das Wasser in die Augen und Nase läuft.

Mein Kind nutzt eine Schwimmbrille. Doch ich misstraue dieser technischen Errungenschaft, wie so vielen anderen technischen Errungenschaften auch. Obwohl, ich lasse mich auch überzeugen. Wir haben schon vor vielen Jahren unsere heimische Stereoanlage auf digital, also CD, umgestellt und die Schallplatten und Kassetten alle abgestoßen. Und wir verfügen seit mehreren Jahren über einen digitalen Fotoapparat und ich habe ein Handy. Meine Kollegen nennen es Museum, wenn ich von unserem Röhrenfernseher mit VHS-Kassetten rede. Upps, ich schweife ab.

Die Schwimmbrille muss, wenn sie dicht sein soll, fest sitzen. Doch dann habe ich knallrote Ringe um die Augen. Und wenn ich die Brille lockerer mache, dann habe ich nur rosa Ringe, aber die Brille ist zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Igitt. Da bekomme ich außerdem Panik.

Alternativ hätte ich mich auch nach 10 Minuten in den Whirlpool legen oder in die Sauna gehen können. A propos Sauna, meine chinesische Studentin erzählte mir, dass sie in ihrem Fitness-Studio zwar eine Sauna hat, sich aber noch nicht überwinden konnte, dort hineinzugehen. Sie kennt es von China nur mit Kleidung. Ich habe ihr empfohlen, mal zu gucken, ob es nicht Zeiten nur für Frauen gibt. Wenn ich da aber an meine Erlebnisse in der Frauensauna denke – das ist wieder eine andere Geschichte.

Kurz, ich muss nun heute sehen, ob ich den Teufel mit dem Belzebub ausjagen kann. Das Fitness-Studio ruft und ich habe einen neuen Trainingsplan. Mal sehen, ob meine Schulterschmerzen dann nicht mehr spürbar sind, weil sie durch Muskelkater an anderen Stellen überdeckt werden.

Blogsaison 2016

Es ist wirklich wie verhext. Ist es wirklich schon 111 Tage her, seitdem ich hier das letzte Mal was geschrieben habe? Wie die Zeit doch so dahin rast. Aber ich bin ja auch selbst Schuld.

Angefangen hat es damit, dass ich mich mal wieder aufdrängeln musste. Dieses Arbeitsthema brodelte zwar schon recht ordentlich, aber der Deckel hielt noch. Aber weil ich partiell beteiligt war, wollte ich von der abzusehenden Explosion nicht mitgerissen werden. Also habe ich mich drum gekümmert und niemand war mir böse, dass sie eine Blöde gefunden haben. Und dann bin ich abgesoffen in Arbeit. Eigentlich eine spannende, fachliche Arbeit, aber weil vorher keine Entscheidung getroffen wurde, drängten plötzlich die Zeitleisten von verschiedenen Projekten, in denen das Thema hineinspielt. Und so bekam das auch noch eine politische Komponente. Ich fühlte mich plötzlich nur noch gehetzt, hatte das Gefühl, überhaupt nicht voran zu kommen und gleichzeitig wurden mir gefühlt nur Steine in den Weg gelegt.

© channah / PIXELIO (www.pixelio.de)

Und privat? Auch keine Zeit. Da ich ja noch in einem Smartphone-freien Haushalt lebe – und das soll auch noch möglichst lange so bleiben – und durch Sport und Kultur gut ausgelastet bin, war keine Gelegenheit zum Bloggen. Ich hatte ja schon ein richtig schlechtes Gewissen, zumal ich immer noch merke, dass ich Leser habe.

Ein Befreiungsschlag war nötig. Urlaub! Eine Woche richtig schöner unspektakulärer Urlaub. Abschalten! Keine Träume mehr von der Arbeit. Kein Sport. Ein paar kleine nette Ausflüge. Jeden Tag Sauna (war inklusive, wie das Essen).

Ich bin sogar mal wieder dazu gekommen zu lesen. Das Buch erinnerte mich an meinen missglückten Versuch, mal einen Tag vegan zu leben. Obwohl ich die Idee immer noch gut finde, es aber nicht schaffe.
Der Urlaub hat mir gut getan. ich bin wieder guter Dinge und voller Tatendrang. Gestern haben wir im Fitness-Studio wieder einen neuen Trainingsplan gekommen. Die Trainerin hat mich ja schwer beeindruckt. Die hatte echt Stress, irgendwie wollten tausend Leute was von ihr und dann auch noch wir. Aber sie ist echt cool und freundlich geblieben, hat sich um alle gekümmert und das auch noch gut. Toll.

© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO (www.pixelio.de)
So, mal sehen, ob jetzt wieder öfter was von mir zu lesen ist. Oder ob der peinliche Rekord von vier Tagen in Folge, an denen ich im letzen Jahr einen Beitrag geschrieben habe (31.08. – 03.09.) erhalten bleibt. Übrigens, wo ich schon mal bei Statistiken bin. Der Beitrag mit dem meisten Interesse ist der oben verlinkte Doch-nicht-vegan-lebend-Beitrag gefolgt von der zugehörigen Ankündigung, es zu tun.

Und damit ist meine Blogsaison 2016 eröffnet.