Zweisprachige Kindererziehung

Als mein Kind geboren wurde, hätte ich mir auch gewünscht, es zweisprachig erziehen zu können. Nur zugetraut habe ich es mir nicht, da wir beide Deutsch als Muttersprache haben.

Die Bloggerin Jessica Thomas meint, dass jeder sein Kind zweisprachig erziehen kann. Hier ihr Gastbeitrag dazu:

Wieso eine zweisprachige Erziehung eine Bereicherung für jedes Kind sein kann

In der heutigen, globalen und vielseitigen Welt spielen Sprachen eine immer größere Rolle. Laut bambiona.de, einem Erziehungsratgeber für Eltern, waren bisher meist nur Eltern, die selbst verschiedene Muttersprachen haben, mit der Frage der bilingualen Erziehung konfrontiert. Mittlerweile, entscheiden sich aber immer mehr Eltern mit gleicher Muttersprache, eine zweite Sprache in den Haushalt einzuführen, um dem Kind einen besseren Start in die spätere Bildung zu bieten.

Wieso sollte man sein Kind überhaupt bilingual erziehen?

Ganz offensichtlich ist der Vorteil für die zukünftige Bildung des Kindes. Wer eine Sprache mehr spricht – auch noch fließend – ist auf dem späteren Arbeitsmarkt klar bevorzugt. Aber auch von Seiten der Entwicklungspsychologie gibt es stichhaltige Argumente, wieso es zumindest keinerlei Nachteile für ein Kind mit sich bringt, bilingual erzogen zu werden. Während der ersten drei Lebensjahre erlernt das Kind zunächst Kommunikation gibt und anschließend sich zu kommunizieren. Während der nächsten drei Lebensjahre erlernt das Kind bereits vollständige, logisch aufgebaute Sätze zu bilden, Zeiten zu benutzen und spricht mit vier Jahren bereits technisch wie ein Erwachsener – bis auf das eingeschränkte Vokabular.

Wie sollte die bilinguale Erziehung sein?

Da Kinder so außerordentlich aufnahmefähig sind und innerhalb weniger Jahre ihre Muttersprache einwandfrei beherrschen, muss man gar keinen großen Aufwand betreiben, um ein Kind zweisprachig zu erziehen. Generell gibt es nur eine Grundregel: Die Sprachen sollten nicht vermischt werden. Das Kind muss von Anfang an zwei verschiedene Sprachen erkennen können. Wenn Sie als Eltern beide zu mischen beginnen, wird Ihr Kind das zum einen auch tun, zum anderen kann es aber auch Störungen im generellen Spracherwerb führen.

Wer sich an die Faustregel des Nicht-Vermischens der Sprachen hält, der kann seinem Kind schon ein großes Geschenk mit auf den Weg geben, wenn es bilingual erzogen wird.

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19 Gedanken zu “Zweisprachige Kindererziehung

  1. Sorry, das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen!
    Da fängt das Leistungsdenken ja schon während der Schwangerschaft an.

    Wenn Kinder auf Grund der verschiedenen Muttersprachen der Eltern zweisprachig aufwachsen, finde ich das ja ok, aber so etwas zu planen, damit später im Beruf mehr erreicht werden kann, ist doch wirklich krank.
    Wir haben unsere Kinder der Liebe wegen in die Welt gesetzt und nicht für die Besetzung vakanter Managerposten.

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    • Ich finde es auch schräg, nur im Hinblick auf einen späteren Vorteil im Beruf.
      Trotzdem würde ich gern mehrere Sprachen beherrschen, einfach, weil man dann auch mehr über den Tellerrand hinausschaut. Gründe, warum das nicht so einfach ist, hat Janjan beschrieben.

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  2. Ich finde das etwas fragwürdig. Wenn Eltern von Haus aus unterschiedliche Muttersprachen haben, ist das okay und völlig normal, dann tut man das wahrscheinlich automatisch. Aber in einem Haus wo man normalerweise nur eine Sprache spricht? Davon abgesehen, spricht man die Zweitsprache wirklich selbst PERFEKT oder bringt man dem Kind gleich Fehler bei??
    Wo ich es wohl sinnvoll finden würde, zum Beispiel in Haushalten von „Auswanderern“, da spricht man ja in der Regel zu Hause die „eigene“ Sprache und es wäre in solchen Fällen durchaus sinnvoll dem Kind auch von Anfang an die Landessprache zu vermitteln.

    Ist das jetzt zu durcheinander? 😁

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  3. Der Vorteil ist einfach auch das Kinder Sprachen leicht lernen. je älter man wird um so schwerer ist es. das heißt zwar nicht, dass man Kinder mit Sprachen überhäufen muss, aber was sie mitnehmen können sollte man ihnen geben. Für Kinder ist das simpel. Mein 9jähriger hilft seiner Schwester gern beim Englisch-Vokabel abfragen und da bleibt einiges hängen. Auch der 6jährige findet inzwischen vieles einfach „nice“ und ist auch sehr aufmerksam wenn er Menschen in einer ihm unbekannten Sprache sprechen hört. Es ist „normal“ und er reagiert da weder ängstlich noch ablehnend, sondern interessiert.
    Und nein, nicht nur als Manager braucht man Sprachen, sondern auch andere Berufe haben immer wieder und immer mehr mit anderen Sprachen zu tun. Darüber hinaus ist es für die Urlaubsreise oder einfach auch so für den sozialen Umgang nicht schlecht wenn man außer Deutsch noch was anderes kann.

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  4. Nü, in Deinem Fall geht ja zumindest Dialekt und Muttersprache, oder? 🙂

    Aber ernsthaft: eine zweite Sprache einzuführen, die in der Familie eigentlich nicht vorhanden ist… Sehe das ähnlich wie JanJan. – Und sicher sind KInder in dem Alter sehr aufnahmefähig, aber was kommt denn dann als nächstes? Das große Latinum mit 10 ?

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    • Meine Kinder haben im Kindergarten auch englische Lieder gesungen, Zahlen und ABC gelernt. Es hat Ihnen Spaß gemacht, aber gebracht hat es nichts! Alles Blödsinn.
      Unser ganzes Bildungssystem ist kaputtreformiert worden!
      Ich grundsätzlich nicht gegen Reformen, aber wenn diese wie hier in NRW von den Politikern unüberlegt und schlecht vorbereitet eingeführt werden, dann hat es katastrophale Auswirkungen auf die Kinder.
      Die Fehler der Politiker mussten die Schulen und vor allem die Lehrer ausbügeln.
      Den Politikern geht es nur um Ansehen und Wählerstimmen.

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          • Am schlimmsten war der Versuch 2005 rum, als man die ersten beiden Schuljahre zusammenlegte.
            Die Kinder sollten sich in gemischten Gruppen den Stoff selber bei bringen. Es gab also keinen Unterricht, sondern nur Hefte und Aufgaben, die sie sich selbst erarbeiten sollten.
            Mach das mal mit 6-7-jährigen!
            Nach den 2 Jahren hatte mein Kind ein enormes Defizit!
            Wenn ab dem 3./4. Schulahr nicht eine Lehrerin vom alten Schlag eingesprungen wäre und mit der guten alten Methode wieder alles aufgeholt hätte, dann wäre mein Kind im Gymnasium untergegangen.
            Übrigens….als wir es dort anmeldeten wurde gerade G8 eingeführt, aber ohne die dafür nötigen Lehrpläne und Schulbücher. Die Lehrer an den Gymnasien waren damals gezwungen zu improvisieren.
            Ganz toll! Glaubt mir, da macht man sich als Eltern wirklich Sorgen.

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          • Oweh, und bring mal Beamte zum Improvisieren…. Ich wäre Mitte der Neunziger beinahe in dem Beruf gelandet.
            Das mit den gemischten Gruppen ist ja kraß! Das sagt einem doch der gesunde Verstand, daß da nichts bzw. eher Defizite bei entstehen. – Manche Dinge gilt es halt nicht zu lernen, weil es Spaß macht, sondern weil man sie braucht. Im Idealfall macht das Lernen selbst Spaß. Kann ich mir bei diesen Selbstversuchen unter Anleitung aber auch nicht vorstellen.

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      • Die Sprachausbildung zu DDR-Zeiten war auch nicht so toll. Jahrelang habe ich Russisch gehabt, und was kann ich davon noch? Genauso Englisch. Das war alles viel zu theoretisch.
        Die heutige Sprachausbildung finde ich viel besser. Ich habe dann später noch Französisch gelernt, etwas. Da wurde gleich am ersten Tag gesprochen, ich konnte nach einem Jahr mehr, als nach 10 Jahren Russisch. Und das hat sicherlich nur zum Teil was mit Motivation zu tun.

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  5. ich finde zwei muttersprachen toll und würde das auch machen, mein kind zweisprachig erziehen. nur leider haben wir beide nur dieselbe muttersprache, und dann ist es halt so. wenn nicht-muttersprachler ihr kind in zwei sprachen erziehen, finde ich das nicht nur bekloptt und fragwürdig, sondern auch außerordentlich albern. der erste kommentar, ganz oben, gefällt mir gut dazu.

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