Freitagsfüller 414 (2017/12)

Inzwischen sieht es so aus, dass ich nur noch beim Freitagsfüller aktuelle Einträge hinbekomme. Ansonsten schaffe ich es zur Zeit einfach nicht, mich hier zu tummeln. Aber es kommen auch wieder bessere Zeiten.

Hier nun mein heutiger Freitagsfüller.

  1. Das Leben könnte einfacher sein, wenn es nicht so viele „nette“ Kollegen gäbe. Gerade heute bin ich wieder mit einem zusammengeraten. Er hat Mist gebaut, ich musste drunter leiden und er will mir die Schuld in die Schuhe schieben. Aber es ist Freitag, ich rege mich nicht auf.
  2. Was schmeckt für mich nach Frühling? Ich bin da immer nicht so phantasievoll wie andere. Tatsächlich ist es für mich so, dass der Winter und Frühling klassischerweise durch Konserven, Äpfel und Bananen sowie Kohl überbrückt wird. Die ersten frischen Leckereien sind dann Erdbeeren und Spargel, doch das ist ja dann schon fast Sommer. Wenn ich so darüber nachdenke, sind für mich typische Frühlingsboten neben den Blumen eine Temperatur über Null Grad und noch kein Sonnenuntergang nach Feierabend. Wir haben also Frühling.
  3. Meine Osterdeko gammelt im Keller vor sich hin. Weihnachten holen wir die Deko ja hoch und schmücken unser Heim, so gut wir es können. Eigentlich sieht es dann aus wie immer, nur stehen noch ein paar weihnachtliche Staubfänger mehr rum. Aber das gehört einfach dazu. Doch zu Ostern gibt es nicht so einen schönen Startpunkt, wie in der Adventszeit, die klar definiert ist. Also bleibt unsere spärliche Osterdeko, abgesehen von dem obligatorischen Blumenstrauß, im Keller.
  4. Das Projekt Steuererklärung, wird es jemals fertig werden? Das kann ich ganz klar mit „Ja“ beantworten. Letztes Wochenende war es so weit, die Unterlagen liegen jetzt beim Finanzamt. Viel Spaß damit, liebe Finanzbeamte. Und bitte, bitte, ich wünsche mir eine hohe Rückzahlung.

  5. Ich könnte jetzt gerade ein Mittagsschläfchen gebrauchen. Es ist ja auch Freitag um Eins, nach dem Essen. Naja, da werde ich wohl wie immer als Ersatz ein Käffchen trinken müssen. Obwohl das Käffchen auch nach dem Mittagsschläfchen gut tun würde …

  6. Meine Hauspantoffeln sind meine bequemsten Schuhe. Fast so wie barfuß gehen. Nur elegant ist das nicht. Danach wird hier aber auch nicht gefragt.

  7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Zeitpunkt, wenn ich mich nach der Arbeit, dem Fitness-Studio, dem Abendessen, Abwasch usw. zu Hause endlich vor die Glotze in den Sessel knallen kann und dann werden mir wieder sicher die Augen nach fünf Minuten zufallen. Morgen habe ich geplant, fünf Stunden Idomeneo von Mozart in der MET zu lauschen. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir das vielleicht noch einmal überlegt. Gerade auch, wo die Nacht eine Stunde kürzer ist, aber nun ist es so und ich freue mich auch drauf. Und Sonntag möchte ich den Italiener bei uns um die Ecke ausprobieren, der gar nicht mehr so neu ist, den wir aber bisher noch nicht aufgesucht haben!

Soviel für heute. Wer mitmachen möchte, kann bei Barbara schauen, wie’s geht:
http://scrap-impulse.typepad.com/scrapimpulse/freitags-füller/

Kopfschmerz

Kurz nach sechs wachte ich auf. Mein Kopf hämmerte. Kein Wunder, nach diesem Albtraum.

Mühsam stand ich auf, suchte mit halb geschlossenen Augen in meiner Tasche die Kopfschmerztabletten. Mir war heiß. Ich schleppte mich zum Fenster, öffnete es. Ein Zug kam gerade vorbei und bremste laut quietschend ab. Sofort schloss ich das Fenster wieder.

In dem Verschlag, der sich Bad nennt, schluckte ich zwei der Tabletten und stellte mich unter die Dusche. Erst heiß, dann kalt, mehrmals im Wechsel. Langsam kamen die Lebensgeister zurück.

War das wirklich ein Traum? Oder war es wahr. Was war in der Nacht passiert? Habe ich Stefan getroffen oder nicht?

So gut es bei dem Kopfschmerz ging versuchte ich, in dem Zimmer Spuren des gestrigen Abends, der Nacht zu erkennen. Das Bett war zerwühlt, das Zimmer nicht gerade ordentlich. Aber kein Hinweis auf Stefan. In meiner Erinnerung hatte er eine Flasche Wein und zwei Gläser von der Bar mit auf’s Zimmer gebracht. Wenn wir das Zeug getrunken haben, dann kann es natürlich gut möglich sein, dass er alles wieder mitgenommen hat. Dann kann ich lange suchen.

Und sonst? Haben wir … ? – oh Gott, ich mag gar nicht dran denken. Dieser stechende Schmerz im Kopf. Nicht noch eine Tablette … Im Müll, kein Hinweis.

Halb sieben. Ich gehe zum Frühstück. Hunger habe ich keinen, aber ich brauch‘ Kaffee. Es ist zum Glück noch leer da oben, im Restaurant. Ein großer Pott Kaffee, etwas Obst. Das tut gut. Nach dem dritten Pott scheinen die Tabletten zu wirken.

Halb acht. Der erste meiner Kollegen kommt. Er war joggen. Er ist fit, ihm geht es gut. Ich beneide ihn. Noch einen Kaffee. Wie soll ich nur diesen Tag durchstehen? Habe ich noch Blut in meinem Kaffeekreislauf? Ich werde alle drei Minuten auf’s Klo müssen, wenn ich so weiter Kaffee saufe. Aber egal, besser als einschlafen. Das kann ich dann auf der Rückfahrt, wenn die Kollegen wieder im Tiefflug nach Hause rasen.

Später, im Sitzungsraum trinke ich noch eine kleine Tasse Kaffee. Dann nichts mehr. Ich will, dass alles bis zur Abfahrt am Nachmittag durchgelaufen ist. Irgendwie habe ich den Tag überstanden, noch die eine oder andere kluge Frage gestellt, mich in den Pausen launig unterhalten und die Rückfahrt im Halbschlaf überlebt. Zu Hause bin ich dann ins Bett in einen traumlosen und diesmal dann doch erholsamen Schlaf gefallen.

Freitagsfüller 413 (2017/11)

Aufmerksame Leser meines Blogs haben es bemerkt. Ich bin zur Zeit wieder unter Wasser, so dass ich kaum noch dazu komme, hier zu schreiben. Ja, ich schaffe es nicht mal, bei anderen zu lesen. Doch soviel Zeit muss sein. Hier der heutige Freitagsfüller:

  1. Die ersten Frühlingstage sollten nächste Woche kommen, nachdem das Hoch Katrin uns schon einen Vorgeschmack darauf geliefert hat. Leider soll das Wochenende eher schmuddlig werden, vielleicht schneit es sogar noch mal. Das brauche ich jetzt nicht mehr.
  2. Obwohl nun eigentlich der Frühjahrsputz angesagt ist, muss das saubermachen noch eine Weile warten. Nur das Nötigste, wie jede Woche, aber Großreinemachen mit Fenster putzen, gründlich Staub wischen, kurz, allem, was Spaß macht, ist erst bei wirklich schönem Wetter angesagt.

  3. Ich habe dieses Jahr noch nicht die Steuererklärung gemacht. Dabei haben wir schon Mitte März, die Abgabefrist rückt näher. Heute Abend soll’s losgehen. Mein Schatz ist zum Betriebsvergnügen, da ist das der perfekte Ausgleich.

  4. Im Augenblick sind Narzissen für mich die perfekten Frühlingsblumen. Seit drei Wochen schmückt ein Strauß unseren heimischen Tisch. Nicht immer die selben, aber doch immer Narzissen. Aber auch Tulpen machen sich gut und bald gibt es ja auch weitere schöne Blumen entsprechend der Jahreszeit.

  5. Bei leckeren Verführungen werde ich schwach. Da nützen dann alle guten Vorsätze und viel Sport nicht. Sei es eine schöne Mahlzeit, ein guter Wein oder auch süße Naschereien. Ich kann da einfach nicht widerstehen.

  6. Meine Zeitknappheit wird wohl noch eine Weile anhalten, da ich einige länger dauernde Themen zu bearbeiten habe. Aber erste Anzeichen einer Entspannung sind in Sicht.

  7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Zeitpunkt, wenn ich die Bearbeitung Steuererklärung zumindest unterbreche, morgen habe ich geplant, mal wieder Blut zu spenden und abends geht es zu einem Tanzabend und Sonntag möchte ich in ein Konzert!

Wer mitmachen möchte, kann bei Barbara schauen, wie’s geht:
http://scrap-impulse.typepad.com/scrapimpulse/freitags-füller/

Intermezzo

Ich muss hier raus. Was war nur mit mir los? Warum habe ich das gesagt? Ich muss wahnsinnig gewesen sein.

Ich schnappe mir meine Jacke, lasse Stefan stehen und gehe raus, raus auf die Straße. Gegenüber vom Hotel geht die Fußgängerzone los. Ich brauche frische Luft. Ein Tarzanschrei. Es ist mir egal. Um diese Zeit ist ohnehin kaum jemand auf der Straße. Für die Stubenhocker ist es zu spät und für die Nachtschwärmer zu früh.

„Constanze, warte.“, höre ich Stefan hinter mir rufen. Ich drehe mich nicht um. Laufe einfach weiter. Keine Ahnung, wohin.

„Constanze, …“. Stefan hat mich eingeholt. Er keucht. Ich beschleunige. Die Gedanken überstürzen sich. Abrupt bleibe ich stehen, so dass Stefan auf einmal drei Meter weiter ist.

„Hast Du eine Ahnung, was Du mir da gerade an den Kopf geknallt hast?“, kreische ich hysterisch.

„Und selbst?“

Zu allem Unglück verschwimmt alles vor meinen Augen. Nicht auch noch heulen. Das brauche ich jetzt nicht auch noch. Und kann es doch nicht unterdrücken. Stefan steht neben mir, ich lehne mich an ihn und drücke mein Gesicht in seine Schulter und schluchze.

Vorsichtig, so als wolle er auf keinen Fall was falsch machen, umarmt mich Stefan ganz langsam. Seine Hand drückt meinen Kopf an seine Schulter.

Plötzlich kommt mir alles absurd vor. Ich fange an zu grinsen, hysterisch zu lachen.

„Warum?“, frage ich ihn.

„Warum was?“

„Warum hast Du Dich ausgerechnet in eine Kollegin verliebt, die auf ihrer ersten Dienstreise mit Dir … zwar nicht ins Bett, aber in den Whirlpool der Hotelsauna gehüpft ist?“

„Liebe ist nicht rational. Wer kann schon beeinflussen, in wen er sich verliebt?“

„Sag mir, dass es nicht stimmt. Sag mir, dass es nicht an mir liegt, dass Du Deine Frau verlassen hast.“

„Es ist nicht Deine Schuld, wenn Du das meinst. Aber meine Frau und ich haben uns auseinander gelebt. Und das hängt dann natürlich schon mit meiner Flucht vor Dir zusammen. Und ich wäre Dir auch weiter so gut es geht, aus dem Weg gegangen, wenn Du nicht gesagt hättest, dass ich der Vater Deines Sohnes bin.“

„Das habe ich nicht gesagt.“

„Das war auch nicht nötig, ich habe es auch so verstanden. Komm, lass uns zurück ins Hotel gehen und dort weiter reden.“

Er nahm meinen Arm und wir gingen wie ein Liebespaar zum Hotel zurück. In meinem Kopf ratterten die Gedanken.

„Warum hast Du Dich nie gemeldet?“, frage ich ihn.

„Wie gesagt, ich wollte Dich vergessen.“

„Wenn Du mal in der Firma warst, in all den Jahren. Alle haben gesagt, sie hätten Dich gesehen, mit Dir geredet. Nur ich hab Dich nicht mal von der Ferne zu Gesicht bekommen …“

„Ja.“ Stefan antwortet kurz angebunden.

„… und Du hast unseren Weihnachtsrundbrief bekommen. Jahrelang. Nie kam auch nur eine Reaktion darauf.“

„Das tut mir leid, ich hätte darauf reagieren sollen.“

„Es war jedes Mal ein Bild von meinem Mann, meinem Sohn und mir dabei.“

„Das habe ich gesehen.“

„Es hat mich verletzt, dass Du mich so ignoriert hast.“

„Das tut mir leid, das wollte ich nicht.“

Eigentlich wollte ich schon wieder explodieren. Dauernd wollte er etwas nicht, tat es ihm leid. Aber ich schwieg. Schweigend erreichten wir das Hotel.

„Warte bitte einen Moment, bin gleich wieder da.“, bat Stefan.

Er ging an die Bar, redete mit dem Barkeeper und kam mit einer Flasche Wein in der Hand zurück.

„Ich bringe Dich noch zu Deinem Zimmer.“, eröffnete Stefan mir. „Wenn Du magst, können wir dann noch ein Versöhnungsschlückchen trinken.“