Er ist wieder da

Ich sah die beiden sofort, als ich zurück ins Hotel kam.

Eigentlich war der Abend so ähnlich verlaufen, wie der vorhergehende. Nach den Vorträgen des Tages sind wir zunächst zurück ins Hotel, um uns frisch zu machen. Und dann kam der gesellige Teil. Wieder, wie es in Bayern so üblich und wohl auch geschätzt ist, in einer urigen Kneipe mit rustikalem Essen und auch die Bedienung war rustikal.

„Alkoholfreie Getränke? Bier kannst kriegen, Mädel.“

Oder Tee. Nach einem Beuteltee mit lauwarmen Wasser war mir nun gerade nicht zum Schnitzel. Somit bestellte ich mir ein kleines Helles, einen halben Liter also. Da es unser letzter gemeinsamer Abend war, luden uns unsere asiatischen Kollegen zu einem Schnäpsel ein. Ablehnung wäre grob unhöflich, an der Grenze zur Beleidigung. Kurz, ich bekam einen ordentlichen Schwips.

Schon der Vorabend hatte mich geschlaucht, der Tag hat es nicht besser gemacht und dann auch noch der viele Alkohol. Ich bestellte mir einen Kaffee, um nicht an Ort und Stelle einzuschlafen. Sobald es mir die Höflichkeit ermöglichte, brach ich auf, um ins Hotel zurückzukehren. Dankbar folgten noch ein paar andere Spaßbremsen meinem Beispiel. Mir war’s egal, ich wollte nur noch ins Bett.

Und dann sah ich sie, Volker und Stefan, meine beiden Ex-Chefs.

Langjährige Leser meines Blogs erinnern sich vielleicht noch, dass ich unter Volker meinen Job als Gruppenleiterin aufgegeben habe. Für mich war das eine Befreiung, denn im Laufe der Zeit habe ich dann wiederholt festgestellt, dass mir die fachliche Arbeit dann doch mehr liegt. Mit Volker konnte ich auch nie wirklich gut zusammen arbeiten, er ist so ein typischer „Radfahrer“ im Job. Ich war froh, als ich ihn loswurde.

Stefan war sein Vorgänger. Hier war das Verhältnis in vielerlei Hinsicht ein anderes. Wir waren gemeinsam auf einer Hierarchie-Stufe, als ich in dem Betrieb anfing. Er wurde dann später mein Chef und beförderte mich zur Gruppenleiterin. Seinem weiteren Höhenflug konnte und wollte ich nicht folgen, zumal der dann die Firma verließ, um richtig durchzustarten.

Seit einiger Zeit ist er nun wieder bei uns. Wir haben uns ein paarmal gesehen, gegrüßt, aber nichts miteinander zu tun gehabt. Erst kürzlich im Januar hat er mich gebeten, eine Aufgabe zu übernehmen, wobei für mich nur wenig zu tun übrig blieb. Dennoch hatte er sich überschwänglich für die Hilfe bedankt.

An dem Abend im September wollte ich nur noch ins Bett. Ich richtete meinen Blick starr auf die Fahrstühle und hoffte, mich unerkannt vorbei stehlen zu können. Sie riefen mich.

„Ach, ich habe euch gar nicht gesehen. Was macht ihr denn hier?“
„Und selbst? Komm, trink doch noch mit uns ein Gläschen.“

Das sind ja alles Spesen, zahlt die Firma. Ich zögerte trotzdem, schwafelte was von müde und früh raus müssen. Stefan nahm mir meine Jacke ab, hängte sie an die Garderobe und führte mich dann zur „Tanzfläche“. Einige Hotels haben ja in der Lobby diesen Quadratmeter ohne Teppich, den sie als Tanzfläche deklarieren. Die Hintergrundmusik dudelte irgendeinen langsamen Walzer und ich tanzte plötzlich mit Stefan.

„Kannst du dich noch daran erinnern, als wir das letzte mal zusammen getanzt haben?“, fragte er mich.
„Was heißt das letzte mal, es war bisher das einzige Mal“, hörte ich mich sagen. Wie sollte ich das vergessen. Wir waren zusammen auf dieser Weiterbildung in der Schweiz, in Davos. Als es der Firma noch gut ging und solche Weiterbildungen möglich waren. Dort hatten wir uns, natürlich in naiver Unkenntnis der Gegebenheiten, auf eine Volksabstimmung mit anschließendem Essen und Tanz verirrt.

Der Walzer hörte auf, ein Slowfox begann.
„Komm, lass uns weiter tanzen“, bat ich, als ich merkte, dass Stefan zurück zu Volker wollte. Ich wollte das nicht und hoffte, dass der das Weite suchte.

„Es kommt mir vor, als wäre es gestern“, nahm Stefan das Gespräch wieder auf. Mir war nicht wirklich nach Small Talk, so dass ich antwortete: „Das war vor 16 Jahren.“
Fakten. So bin ich, kein Geschwätz, klare Fakten. Das schätzen die Leute an mir.
„Echt, so lange her schon? Bist du sicher?“
„Ganz sicher.“
„Wie die Zeit doch so vergeht? Ich hätte nicht gedacht, dass es so lange her ist.“
„Es ist so lange her. Ich weiß es, weil mein Sohn in diesem Jahr 15 Jahre alt wird.“

Fortsetzung folgt.
Vielleicht.

Passwörter

Gerade habe ich hier gelesen, welches die beliebtesten Passwörter der Deutschen sind. Da fällt mir die Geschichte mit dem Safe im Hotelzimmer in unserm letzen Urlaub ein. Der war, wie so oft, zum selbst programmieren. Das geht, wenn er offen ist. Natürlich war unserer wieder verschlossen.

Glücklicherweise gibt es ja den Administrator-Code, den jeder Hausmeister parat hat. Zwei Zahlenkombis fallen da jedem, auch wenn er keinerlei kriminelle Energie in sich spürt, spontan sofort ein.

Die 123456 war es nicht, aber die andere …

Die Bloggerparade, die Rucksäcke des Großstadtwanderers und meine Marschverpflegung

Statt eines Kommentars zur Umfrage, die ich in Peter Bachsteins schöner Ecke gefunden habe, hier kurz meine Wandererfahrungen.

Grundsätzlich unterscheide auch ich zwischen Großstadt und Natur. Es kommen auch unterschiedliche Transportmittel zum Einsatz.

Für die Großstadt haben wir einen schönen Lederrucksack, ein Raumwunder, da er für seine Größe sehr viel Platz bietet. Nahrung ist in der Großstadt nicht so sehr nötig, nur eine Flasche Wasser, die wir aber meist im Auto lassen und bei Bedarf anzapfen. Im Rucksack selbst finden sich dagegen einige Plastiktüten für die Beutestücke. Wir haben so viele Tüten zu Hause, dass wir nicht dauernd und überall neue brauchen. Der Müllberg wächst auch so unaufhörlich.

Für die Verpflegung in der Großstadt haben wir uns was anderes ausgedacht. Verhungern kann man ja in der Großstadt kaum, es ist eher schwierig, eine Toilette zu finden. Jedenfalls informieren wir uns vorher, ob es in irgendeiner Gaststätte ein preisgünstiges Mittagsmenü oder besser noch ein Buffet gibt. Bei asiatischen Gaststätten wird man da meist fündig, gelegentlich auch bei Griechen. Eine eigene Mittagskarte bieten auch einige deutsche Restaurants an. Das ist für die Figur günstiger als die All-you-can-eat-Option.

In der Natur geht’s bei uns eher klassisch zu. In den Wanderrucksack kommen Wasser, Sonnenschutzcreme, Mückentötolin, kleine Snacks und Schirme/Regenjacken, je nach Wetter.

Mal wieder aus der Bahn geworfen

Bin ich selbst Schuld? Kaum habe ich mir geschworen, meinen kleinen Blog etwas mehr zu pflegen, kommt wieder was dazwischen. Eigentlich lief es ganz gut, seit ich auf Dienstreise war (siehe hier und da und dort). Aber so ist das, allein im Hotelzimmer, gelangweilt, hatte ich Zeit für meinen Blog.

Es gab ja dann noch den Abschluss der Dienstreise, worüber ich eigentlich berichten wollte. Wir waren ja abends wieder im Lokal und anschließend war die Nacht wieder viel zu kurz für mich und am nächsten Tag noch ein paar Vorträge und dann die Rückkehr. Aber das ist nun schon eine Weile her und  somit eigentlich auch nicht mehr interessant.

Einer meiner Vorträge, nämlich der, mit der anschließenden Stille, man könnte auch Schockstarre sagen, so ähnlich wie es jetzt im Großen nach der Wahl des neuen US-Präsidenten war, hat dann zu Hause einige Wellen geschlagen. Es gab mehrere hochkarätige Eskalations-Besprechungen und ich fühlte mich wie der Zauberlehrling.

Glücklicherweise habe ich mich dann erst einmal zwei Wochen in den Urlaub verabschiedet, so dass sich die Wogen glätten konnten. Eine Woche Italien und anschließend noch eine Woche zu Hause haben dafür gesorgt, dass ich sogar mein Passwort vergessen habe. Ein sicheres Zeichen für gute Erholung.

Leider hielt der Erholungseffekt nur ca. vier Stunden an. Eigentlich hatte ich auf wenigstens vier Tage gehofft. Der Grund war die Befolgung einer Anweisung des Chefs meines Chefs. Allerdings hatte mein Chefchef nicht so genau vor Augen, welche Konsequenzen das hat. Ich habe es ihm, zwar dosiert, dennoch recht drastisch, mittels einer praktischen Demonstration klar gemacht. Hätte ich vielleicht nicht tun sollen! Zwei Minuten später stand er zusammen mit meinem Chef an meinem Platz und … Oder war es doch nicht verkehrt? Immerhin hat er, nachdem wir uns wieder lieb hatten, darum gebeten, dass ich ihn auf den Verteiler meiner Besprechungsprotokolle setze, damit er mal mitbekommt, was ich so den lieben langen Tag eigentlich mache. Das sehe ich durchaus positiv und nicht als Überwachung.

Aber was ich eigentlich sagen wollte: Nach der Dienstreise und dem Urlaub war mein Arbeitsstapel wieder riesig groß. Und ich hatte dann nach dem Feiertag noch mal frei und dann massenweise Besprechungen. Jedenfalls kam ich nicht zur eigentlichen Arbeit, geschweige dass ich Zeit für meinen Blog hatte.

Inzwischen ist der Berg zwar wieder halbwegs überschaubar, aber die nächsten freien Tage und die vorweihnachtliche Hysterie stehen vor der Tür. Vielleicht gelingt es mir trotzdem, mich auch hier wieder mehr blicken zu lassen.

Zum Schluss aus gegebenen Anlass noch ein Lied, das inzwischen zum Klassiker geworden ist.

 

Die Ferien sind vorbei

So, nun ist sie fast um, die schöne Ferienzeit. Genau genommen bin ich schon wieder vier Wochen aus dem Urlaub zurück, dennoch waren auch diese vier Wochen noch ein bisschen erholsam, bevor am Montag wieder der ganz normale Alltag beginnt.

Unser Kind war nach unserem vierzehntägigen Urlaub noch zwei Wochen im internationalen Ferienlager, danach eine Gammelwoche zu Hause und nun noch eine Woche bei meinen Eltern. Für uns sind drei Wochen ohne Kind auch mal ganz erholsam, können wir uns doch ganz unseren eigenen Interessen widmen.

Auch auf Arbeit ist es in der Ferienzeit ruhiger. Kaum Besprechungen, nur die nötigsten Abstimmungen. Dafür kommt man zu Dingen, die man sonst nicht schafft. Und auch auf dem Arbeitsweg ist es ruhiger, trotz der vielen Baustellen.

Ich freue mich auf die nächsten Ferien, im Oktober.

73 Tage

Das war so gar nicht beabsichtigt. 73 Tage lang Schweigen im Walde. Das kann ja auch mal ganz nett sein, aber Sinn und Zweck eines Blogs ist es eigentlich nicht. Und wer ist Schuld? Das wahre Leben natürlich.

Es ist auch immer was anderes. Eigentlich könnte es so einfach sein, genau über dieses andere zu schreiben. Zum Beispiel unser Besuch einer Stunde beim Konfirmandenunterricht meines Sohnes. Das war schon ganz aufschlussreich. So um Ostern rum war das. In einer Frage des Pfarrers ging es um die Farben, mit denen Alter und Kanzel geschmückt sind. In diesem Falle weiß. Es muss ein wichtiges Fest sein, nur welches? „Vielleicht ein Frühlingsfest?“, war ein Vorschlag.

Alle wurden zur Konfirmation zugelassen und vielleicht wissen sie irgendwann auch mal die Antwort.

Aber die Konfirmation an sich ist ja nun auch schon wieder eine Weile her. Der Gottesdienst dauerte lange, war dafür aber kurzweilig. Und wir hatten schon wieder die gesamte Verwandtschaft zu bespaßen. Letztes Jahr zum runden Geburtstag meines Göttergatten und jetzt mussten wir schon wieder ran. Davor war lange Ruhe, eigentlich waren so viele sonst nur noch zur Taufe und Einschulung da.

Ach ja, im Urlaub waren wir ja auch, nach Ostern. Kurzurlaub. Einfach nur essen und nichts tun, das muss auch mal sein. Inzwischen steht ja bald wieder der nächste Urlaub an. Der wirft auch schon seine Schatten voraus, wir informieren uns und haben sogar schon Karten für Veranstaltungen gekauft.

À propos Karten. Letztlich waren wir auch kurz entschlossen in Meiningen. Dort gibt es ein sehr schönes Theater. Und das wissen wir von einem wunderbaren Kalender, den wir geschenkt bekommen haben. Die schönsten Opernhäuser der Welt. Neben Paris und Mailand war da auch Meiningen drin. Und für uns ist es einfacher, schnell mal nach Meiningen statt nach Mailand zu fahren. Und billiger ist es auch. In Meiningen trat sogar schon mal Elina Garanca auf, die jetzt auch an der MET in New York singt. Das Meininger Orchester ist auch die Wiege der Berliner Philharmoniker, so dass auch selbige Gastspiele in Meiningen gaben. Ich habe das vorher nicht gewusst.

 

Aber nicht nur kulturell waren wir unterwegs. Immer noch gehe ich regelmäßig ins Fitness-Studio, obwohl mich der Sport nach wie vor anstrengt. Und wenn ich wandern oder tanzen gehe, komme ich trotzdem außer Puste.

Auch beruflich bin ich gut ausgelastet und hätte eigentlich genug zu schimpfen. Nur fehlt mir einfach oft die Zeit oder Lust, das alles hier aufzuschreiben. Vielleicht sollte ich mir wieder öfter mal die Mühe machen.

Blogsaison 2016

Es ist wirklich wie verhext. Ist es wirklich schon 111 Tage her, seitdem ich hier das letzte Mal was geschrieben habe? Wie die Zeit doch so dahin rast. Aber ich bin ja auch selbst Schuld.

Angefangen hat es damit, dass ich mich mal wieder aufdrängeln musste. Dieses Arbeitsthema brodelte zwar schon recht ordentlich, aber der Deckel hielt noch. Aber weil ich partiell beteiligt war, wollte ich von der abzusehenden Explosion nicht mitgerissen werden. Also habe ich mich drum gekümmert und niemand war mir böse, dass sie eine Blöde gefunden haben. Und dann bin ich abgesoffen in Arbeit. Eigentlich eine spannende, fachliche Arbeit, aber weil vorher keine Entscheidung getroffen wurde, drängten plötzlich die Zeitleisten von verschiedenen Projekten, in denen das Thema hineinspielt. Und so bekam das auch noch eine politische Komponente. Ich fühlte mich plötzlich nur noch gehetzt, hatte das Gefühl, überhaupt nicht voran zu kommen und gleichzeitig wurden mir gefühlt nur Steine in den Weg gelegt.

© channah / PIXELIO (www.pixelio.de)

Und privat? Auch keine Zeit. Da ich ja noch in einem Smartphone-freien Haushalt lebe – und das soll auch noch möglichst lange so bleiben – und durch Sport und Kultur gut ausgelastet bin, war keine Gelegenheit zum Bloggen. Ich hatte ja schon ein richtig schlechtes Gewissen, zumal ich immer noch merke, dass ich Leser habe.

Ein Befreiungsschlag war nötig. Urlaub! Eine Woche richtig schöner unspektakulärer Urlaub. Abschalten! Keine Träume mehr von der Arbeit. Kein Sport. Ein paar kleine nette Ausflüge. Jeden Tag Sauna (war inklusive, wie das Essen).

Ich bin sogar mal wieder dazu gekommen zu lesen. Das Buch erinnerte mich an meinen missglückten Versuch, mal einen Tag vegan zu leben. Obwohl ich die Idee immer noch gut finde, es aber nicht schaffe.
Der Urlaub hat mir gut getan. ich bin wieder guter Dinge und voller Tatendrang. Gestern haben wir im Fitness-Studio wieder einen neuen Trainingsplan gekommen. Die Trainerin hat mich ja schwer beeindruckt. Die hatte echt Stress, irgendwie wollten tausend Leute was von ihr und dann auch noch wir. Aber sie ist echt cool und freundlich geblieben, hat sich um alle gekümmert und das auch noch gut. Toll.

© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO (www.pixelio.de)
So, mal sehen, ob jetzt wieder öfter was von mir zu lesen ist. Oder ob der peinliche Rekord von vier Tagen in Folge, an denen ich im letzen Jahr einen Beitrag geschrieben habe (31.08. – 03.09.) erhalten bleibt. Übrigens, wo ich schon mal bei Statistiken bin. Der Beitrag mit dem meisten Interesse ist der oben verlinkte Doch-nicht-vegan-lebend-Beitrag gefolgt von der zugehörigen Ankündigung, es zu tun.

Und damit ist meine Blogsaison 2016 eröffnet.