Fibonacci-Folge

Es ist schön, wenn man so beobachtet, wie die Kinder groß werden. Und nachdem mein Sohn sich anscheinend lange Zeit für nichts interessiert hat, bin ich froh, dass er nun seine Liebe zur Mathematik gefunden hat.

Aber warum führt das dazu, dass ich mir so dumm vorkomme? Jetzt erkundigte er sich bei mir über die Fibonacci-Folge, da er sich zur Zeit mit Rekursion beschäftigt. Schön, dass er mir solches Wissen zutraut. Ich erklärte, dass Foccacia Genuesische Pizza ist, aber mit Fiboacci kann ich nichts anfangen.

Naja, c’est la vie.

53 Melonen

„Mathebücher sind der einzige Ort, an denen es völlig normal ist, 53 Melonen zu kaufen.“

Wir waren gestern in der Schule um einen Vortrag über das Lernen zu lauschen. Bevor es losging, wurden nette Sprüche dieser Art an die Wand geworfen und diesen einen konnte ich mir merken, weil ich ihn besonders lustig fand. Die Dame hat das ganz nett gemacht, allerdings habe ich nicht viel Neues gelernt. Nach wie vor bin ich ratlos, wie ich mein Kind motiviere, sich mehr für die wichtigen Dinge des Lebens zu interessieren. Oder anders gesagt, wie ich seine Prioritätenliste ändern kann.

Aber das ist nicht der Grund, warum mir jetzt der Schädel brummt. Auch nicht, dass ich heute, wie jedes Jahr um diese Zeit, zur Grippeschutzimpfung gegangen bin. Diesmal war ich auch im Gegensatz zum letzten Jahr tatsächlich gesund. Nein, der Grund ist meine Schnattertasche von Kollege mir gegenüber, Andreas. Da heißt es immer, dass Frauen soviel schwatzen. Das ist nicht wahr, jedenfalls im Vergleich zu Andreas. Dessen Mundwerk kann einfach nicht still stehen. Meist quatscht er nicht mit mir, weil ich inzwischen versuche, Gespräche mit ihm zu meiden. Er ist eigentlich sehr nett, aber einmal ein Plausch angefangen und ein Stündchen ist rum. Egal, wer mit ihm quatscht. Und auch egal, ob direkt vis-a-vis oder am Telefon. Jedenfalls war gerade wieder so ein Moment.

Ich kann mich dann einfach nicht konzentrieren, wenn der erzählt. Und was der erzählt, das Blaue vom Himmel, egal ob fachlich oder privat. Und wenn ich dann endlich hoffe, dass er fertig ist, fängt er einfach wieder von vorne an. Da hilf nur eins, Kopfhörer auf und die volle Musikdröhnung. Das lenkt zwar auch ab, aber bei genügend langweiliger Musik geht das.

Dennoch dröhnt mir dann davon der Kopf, zumal ich mich konzentrieren musste. Nächste Woche fahre ich zum Erfahrungsaustausch ins ferne Bayern und da habe ich meinen Vorträgen noch den letzten Schliff gegeben. Eigentlich wollte ich gar nicht hin, aber Herrmann hat mich überredet. Allein vor der Fahrt dahin graut mir. Die Jungs müssen immer zeigen, was für tolle Hechte sie sind und rasen, was das Zeug hält.  Als ich dann mal ein Stück fuhr, wurden sie unruhig, weil ich auch mal jemanden überholen ließ, obwohl wir nicht wirklich länger gebraucht haben. Aber die Herren fühlen sich eben nicht wohl, wenn kein Strudel im Tank ist.

Doch zurück zu meinen Vorträgen. Ich sollte mir nun ein Thema aus den Fingern saugen, dafür, dass ich auf eine Dienstreise darf, die ich gar nicht wollte. Ok, nach einigen Überlegen fiel mir was ein, was die anderen vielleicht interessieren könnte.

Als dann die Einladung mit der Agenda verschickt wurde, staunte ich, dass ich mit drei Themen dran bin. Zwei Themen, die für mich zwar relevant sind, die aber die anderen nicht wirklich interessieren. Also habe ich artig  auch diese Themen vorbereitet, aber heimlich die Agenda umgebaut. Das erste Thema habe ich als erstes meiner drei gesetzt und die Zeit verlängert, bei den beiden anderen dafür gekürzt. Und vielleicht fällt ja dann noch was weg, weil ich die Zeit beim ersten trotzdem überziehen werde.

Jetzt ist aber erst einmal Wochenende. Erholt Euch gut.

Saufen bildet

Wer schulpflichtige Kinder hat kann ein Lied davon singen: es wird erwartet, dass die Eltern Messies sind oder dass man wenigsten einen kennt. Wie anders ist es zu erklären, dass die Kinder dieses oder jenes bis zum nächsten oder übernächsten Tag mitbringen müssen. Denn wer hat sonst so viel Kram einfach mal so zu Hause.

Unser Kind soll jedenfalls von gestern zu heute einen Korken mitbringen. Wir haben sowas nicht zu Hause rumliegen, also mussten wir notgedrunken notgedrungen ein Fläschchen Wein leeren.

Was tut man nicht alles für die Bildung der Kinder. Hicks!

Trinken im Dienste der Bildung

Elternabend

Gestern war Elternabend. Erstaunlicherweise waren nur etwa die Hälfte der Eltern anwesend. Seltsam, dass die anderen Eltern so wenig Interesse für ihre Kinder aufbringen. Mir geht es jedenfalls so, dass ich sonst so gut wie gar nicht mitbekomme, wie es in der Schule so läuft.
Aus den Äußerungen der Lehrerin hörte ich heraus, dass die anwesenden Eltern diejenigen der besseren, pflegeleichteren Schüler waren. Typisch? Keine Ahnung.
Ehrlich gesagt kamen dann viele Informationen, auf die ich auch hätte verzichten können. Doch einige Infos waren dann doch, wie ich meine, sehr wichtig, ein richtiger Paukenschlag. Mehrfach sogar:
Die gute Nachricht war, dass die Klasse nicht aufgelöst wird. Dennoch wird die Anzahl der Klassen von vier auf drei reduziert, weil durch diverse Abgänge zu wenig Schüler für vier Klassen vorhanden sind. Die Klasse mit den bisher wenigsten Schülern wird aufgeteilt und Jans Klasse bekommt sechs Kinder dazu. Vier Mädchen und zwei Jungs. Durch zwei Abgänge (dazu zählt auch ein Junge, der mit Jan kürzlich zusammengerasselt ist) sind es dann insgesamt 24 statt bisher 20 Schüler in der Klasse. Das geht noch.
Außerdem geht die Klassenlehrerin in Rente. Die neue kommt aus der Elternzeit zurück. Allerdings erst ab dem 6.12. Bis dahin kommt eine Vertretung. Dazu erspare ich mir jetzt einen Kommentar. Auch bezüglich meiner Befürchtung, die die neue Lehrerin allerdings schon bestritten hat, nämlich, dass sie dann dauerend wegen krankem Kind zu Hause bleibt.
Wir werden sehen.

Meinungsfreiheit

Meinungsfreiheit ist in unserer Demokratie ein hohes Gut. Dementsprechend muss man auch solche unqualifizierten Beiträge ertragen wie den von Konstantin Sakkas im heutigen Politischen Feuilleton auf Deutschlandradio. Unter dem Titel Bei der Bildung sparen? Ja, unbedingt! philosophiert er über die Beweggründe, warum Eltern ihre Kinder in den Kindergarten oder Hort schicken, und wie Forschungsgelder an Unis verschleudert werden.
Es handelt sich hierbei um unbewiesene Behauptungen, die ich eigentlich nur mit mangelnder Lebenserfahrung entschuldigen kann. Der Autor ist Jahrgang 1982, also trotzdem alt genug, um eine Uni mal von innen gesehen zu haben und Vater zu sein.