Nein, ich bin nicht schwanger

Wer schon länger meinen Blog liest, weiß, dass ich normalerweise zurückhaltend bin, was sogenannte Teamevents, also gemeinsame Vergnügungen mit Kollegen – früher auch Brigadefeier genannt, heute eher Geschäftsessen – angeht. Doch nun hat mein Chef eingeladen.

Erklärend muss gesagt werden, dass ich bei uns in der Abteilung neben meinem Kollegen Bernd eine Sonderrolle spiele, da wir beide die einzigen fachlich arbeitenden Mitarbeiter sind, die auch noch selbst Versuche durchführen, die unserem Chef direkt unterstellt sind. Alle anderen haben noch Gruppenleiter als Chefs, die ebenfalls gestern eingeladen waren. Ich war ja auch mal Gruppenleiterin, aber das wollte ich hier gar nicht berichten. Das der Wechsel zu eher fachlicher Arbeit richtig war, hatte ich ja hier letztmalig festgestellt und es bis heute nicht bereut.

Vermutlich wegen dieser Sonderrolle wurden Bernd und ich bisher nicht zu solchen Teamevents eingeladen, sofern es welche gegeben hat (ich vermute es mal). Doch nun hat mein Chef erstmals uns dazu eingeladen. Eigentlich wollte ich ja mit der Familie in die Sauna gehen, zumal sie auch schon letzte Woche wegen der Vereinbarung im Fitness-Studio ausgefallen ist. Ich wollte ihn aber auch nicht vor den Kopf stoßen und mich auch mal wieder erkundigen, wie es seiner Partnerin geht. Ich bin ja an seiner privaten Situation nicht ganz unschuldig. Dafür ist er mir im Übrigen bis heute dankbar.

Doch zurück zum eigentlichen Thema. Wie gesagt, normalerweise drücke ich mich um solche Veranstaltungen und wenn ich hingehe, bin ich meistens die erste, die nach Hause geht. Ich weiß, dass es Bernd ähnlich geht und ich bot an, ihn von zu Hause abzuholen, da er sowieso fast an meinem Arbeitsweg wohnt. Abends bringe ich ihn dann wieder nach Hause. Dann kann er auch ein Bierchen oder zwei trinken und vielleicht auch ein Schnäpschen. Das hatten wir auch schon zur Weihnachtsfeier mit der anderen Gruppe so praktiziert. Jedenfalls finde ich, dass es nicht so blöd aussieht, wenn zwei Leute eher gehen und außerdem ist eine Fahrgemeinschaft natürlich auch umweltfreundlicher.

Treffpunkt war in einem türkischen Restaurant (es war keine Dönerbude). Und ja, so etwas gibt es in der Pegida-Hochburg Dresden. Nur hatte ich irgendwie gerade kein Appetit auf Fleisch, weshalb ich mir ein oder eine Börek (wie heißt das eigentlich – aus dem Wikipedia-Eintrag werde ich diesbezüglich auch nicht ganz schlau) mit Spinat- und Käsefüllung bestellte. Anhand des Preises nahm ich an, dass es sich um eine kleinere Portion handelt und bestellte mir noch ein Linsensüppchen als Vorspeise. Die war ganz anders als unsere deutsche Linsensuppe, nämlich püriert, u.a. mit Minze gewürzt und vegetarisch.

Der/die/das Börek hat dann aber nicht nur mich überrascht. Es war ein Riesenteil, mindestens einen halben Meter lang und auch recht breit. Ich brauchte am Tisch Platz für zwei Personen, damit das alles hin passte. Dazu noch ein großer Salat.

Da ich ein sparsamer Mensch bin, habe ich das wirklich alles in mich rein gestopft, weil ich es nicht ertragen kann, Lebensmittel wegzuschmeißen (siehe auch das Thema Pferdefleischlasagne). Die Quittung? Nun, ein fetter Kugelbauch, alle meine Bemühungen im Fitness-Studio sind dahin. Und nein, es ist keine Schwangerschaft.

Anruf vom Chef

Das passt ja mal wieder wie die Faust auf’s Auge. Ich sitze hier im Büro, habe gerade meine Arbeit für heute erledigt, denn „zwischen den Jahren“ ist meist nicht viel los. Gerade überlege ich, was ich noch bis zum Feierabend machen soll, da klingelt das Telefon. Das Display zeigt: Chef!. Und zwar nicht mein Chef, auch nicht Chefchef, nein, es ist der Werksleiter …

Anruf vom Chef

Und wenn der anruft, dann gibt es Arbeit. Zumindest kann ich ihn nicht einfach mit Allgemeinplätzen abwimmeln. Schuld bin ich ja selbst, warum stelle ich mein Projekt auch immer so schön dar. Jetzt hat er eine technische Frage dazu und erwartet eine fundierte Antwort bis nächste Woche …

Mir brummt der Schädel

Nun ist es mal wieder so weit. Zahlreiche verschiedene Themen stürzen auf mich ein, so dass ich kaum noch weiß, wo mir der Kopf steht. Außerdem komme ich gar nicht mehr zum bloggen.

Frau vor'm Computer

Jetzt ist aber gleich Feierabend, so dass ich nur kurz ein Lebenszeichen von mir gebe. Die privaten Aktivitäten der letzten Tage, wie Familientreffen, Zahnarztbesuch usw. bleiben somit praktisch unerwähnt. Auch das Resultat von Runde 1 meines jährlichen Mitarbeitergesprächs mit meinem Chef will ich nur kurz erwähnen. Er ist zufrieden mit mir und hat sogar eine Verbesserung meines Selbstmarketings festgestellt. Das liegt natürlich vor allem an meinem Projekt, wodurch ich, eher gegen meinen Willen, ziemlich bekannt geworden bin. Ich bin mir auch nicht wirklich sicher, was ich von so viel Lob halten sollen, irgendwie ist es mir suspekt.

Warum mische ich mich überhaupt ein?

Was ist passiert? Andreas ist total überlastet, er hat Aufgaben, die für drei Personen ausreichen. Inoffiziell hat Bernd ihm einen Teil abgenommen, doch ihm wird das auf die Dauer auch zu viel. Er möchte eine offizielle Lösung. Harald würde gerne einen Teil der Arbeit übernehmen, darf es aber nicht.

Team, Quelle: Stock Xchng

Spätestens seit September geht es mich nichts mehr an. Dennoch musste ich mich wieder einmischen. Warum? Einerseits war ich ja mal für die Gruppe zuständig, bin es fachlich noch und kenne die Arbeitsbelastung der einzelnen Leute ganz gut. Andereseits tut es mir in der Seele weh, wenn wir Neuentwicklungen gegen die Wand fahren. Nur, weil unsere virtuelle Planungswelt mit der realen Welt nicht klarkommt.

Gestern gab es eine Diskussion zwischen Volker, unser aller Chef, Hermann, unser aller fachlicher Führer, Frank, immer noch Gruppenleiter und zuständig für einen Teil der Leute, Andreas und mir. Alle gaben mir recht, aber es wurde eine sehr formale Entscheidung getroffen, die in der Praxis nicht weiterhilft.

Zum Glück gibt es Fahrgemeinschaften und pragmatische Kollegen. Claudia hat mir spontan, unkompliziert und außerhalb der Planungswelt Hilfe angeboten, die richtig was bringt. Wir werden das annehmen und abseits des Protokolls das tun, was wir für richtig halten.

Eigendynamik

So, nur weil mein Chef neulich nicht so richtig wußte, was er will, gewinnt mein Projekt nun an Eigendynamik. Ich muss ja einen Verlängerungsantrag stellen, habe das vorbereitet und heute mit Chefchen besprochen.

Quelle: Cobaplastics

Er war’s zufrieden. Mal abgesehen davon, dass er natürlich seine Marke in Form von 2, 3 formellen Änderungen hinterlassen hat, ist jetzt der Auftraggeber noch offen:

Manager A: Chefchens Chef, mein Chefchef
Manager B: der inoffizielle Werksleiter
Manager C: der Chef der Entwicklungsleute

Ob ich einen Favoriten hätte oder lieber einen überhaupt nicht (er dachte an Manager B). Ich sagte, dass es mir dann eigentlich lieber wäre, dass ich Manager B geordnet reporte, als das er mich auf den Gang kalt erwischt. So wird’s der wohl werden.

Und wieder ein Erlebnis der anderen Art

Es geht natürlich wieder um meinen Chef und mein Projekt. Ich lade wöchentlich zu einer Besprechung ein, in der es um fachliche Themen geht, es ist ein Arbeitsmeeting. Mein Chef hat sich dort auch eingeladen und taucht gelegentlich mal dort auf. Dann ist die Atmosphäre jedesmal gespannt und irgendeiner der Teilnehmer ist hinterher wegen unqualifizierter Äußerungen seitens des Chefs brüskiert. Gestern war ich das Opfer.

Quelle: Stock Xchng

Er sagte mir, dass ja die drei Mannmonate, die in meinem Projekt veranschlagt waren, nun rum seien und das nun das Ziel (er nannte es) erreicht sein sollte. Ich erklärte ihm, dass das gar nicht so als Ziel vereinbart war, ich aber noch eine Weile benötige und überhaupt, es gibt inzwischen so großes Interesse, dass das viel breiter und tiefer bearbeitet werden muss. Er sagte, dass das nicht ginge, wir können nicht alles machen und dass er sich nicht hinstellen könne und neue Leute bei der Geschäftsleitung beantragen, während ich mich mit solchem Luxus beschäftige.

Wie bitte? Er hat mir das Thema aufgedrückt. Er hat auch nie gesagt, dass ich irgendwas anderes machen soll, weil wir knapp mit Personal seien. Er plapperte eine Weile wirres Zeug, dass weder ich noch die anderen Anwesenden verstanden.

Ich einigte mich schließlich, dass ich eine Verlängerung des Projektes beantrage. Aber darum hätte er mir auch in einem Satz bitten können und der Fall wäre erledigt.

Enttäuschung

Offenbar ist es gut, dass ich kürzlich meinen Chefposten aufgegeben habe. Heute ist es mir wieder einmal klar geworden, dass ich anscheinend ein ziemlicher Drachen gewesen sein musste.

Quelle: Stock Xchng

Ein ehemaliger Kollege von mir, dessen Chefin ich damals war, ist vor ca. 3 Jahren nach Kanada ausgewandert. Heute kam er, für mich überraschend, zu uns auf Arbeit und hielt einen Vortrag. Eigentlich hätte ich ja erwartet, dass er dann irgendwann mal vorbeikommt und wenigstens mal „Hallo“ sagt. Aber nichts.

Leider musste ich heute auch zeitig weg, um Andreas zu besuchen, der wegen einer OP schon drei Wochen zu Hause krank geschrieben ist. Weder mein und sein Chef, noch irgendein anderer meiner Kollegen kam ja bisher auf die Idee. Allein der Telefonanruf mit der Ankündigung des Besuches hatte ihn schon gefreut.

Nun frage ich mich aber, warum immer ich für sowas zuständig bin, um dann an anderer Stelle vergessen zu werden.