Mal wieder aus der Bahn geworfen

Bin ich selbst Schuld? Kaum habe ich mir geschworen, meinen kleinen Blog etwas mehr zu pflegen, kommt wieder was dazwischen. Eigentlich lief es ganz gut, seit ich auf Dienstreise war (siehe hier und da und dort). Aber so ist das, allein im Hotelzimmer, gelangweilt, hatte ich Zeit für meinen Blog.

Es gab ja dann noch den Abschluss der Dienstreise, worüber ich eigentlich berichten wollte. Wir waren ja abends wieder im Lokal und anschließend war die Nacht wieder viel zu kurz für mich und am nächsten Tag noch ein paar Vorträge und dann die Rückkehr. Aber das ist nun schon eine Weile her und  somit eigentlich auch nicht mehr interessant.

Einer meiner Vorträge, nämlich der, mit der anschließenden Stille, man könnte auch Schockstarre sagen, so ähnlich wie es jetzt im Großen nach der Wahl des neuen US-Präsidenten war, hat dann zu Hause einige Wellen geschlagen. Es gab mehrere hochkarätige Eskalations-Besprechungen und ich fühlte mich wie der Zauberlehrling.

Glücklicherweise habe ich mich dann erst einmal zwei Wochen in den Urlaub verabschiedet, so dass sich die Wogen glätten konnten. Eine Woche Italien und anschließend noch eine Woche zu Hause haben dafür gesorgt, dass ich sogar mein Passwort vergessen habe. Ein sicheres Zeichen für gute Erholung.

Leider hielt der Erholungseffekt nur ca. vier Stunden an. Eigentlich hatte ich auf wenigstens vier Tage gehofft. Der Grund war die Befolgung einer Anweisung des Chefs meines Chefs. Allerdings hatte mein Chefchef nicht so genau vor Augen, welche Konsequenzen das hat. Ich habe es ihm, zwar dosiert, dennoch recht drastisch, mittels einer praktischen Demonstration klar gemacht. Hätte ich vielleicht nicht tun sollen! Zwei Minuten später stand er zusammen mit meinem Chef an meinem Platz und … Oder war es doch nicht verkehrt? Immerhin hat er, nachdem wir uns wieder lieb hatten, darum gebeten, dass ich ihn auf den Verteiler meiner Besprechungsprotokolle setze, damit er mal mitbekommt, was ich so den lieben langen Tag eigentlich mache. Das sehe ich durchaus positiv und nicht als Überwachung.

Aber was ich eigentlich sagen wollte: Nach der Dienstreise und dem Urlaub war mein Arbeitsstapel wieder riesig groß. Und ich hatte dann nach dem Feiertag noch mal frei und dann massenweise Besprechungen. Jedenfalls kam ich nicht zur eigentlichen Arbeit, geschweige dass ich Zeit für meinen Blog hatte.

Inzwischen ist der Berg zwar wieder halbwegs überschaubar, aber die nächsten freien Tage und die vorweihnachtliche Hysterie stehen vor der Tür. Vielleicht gelingt es mir trotzdem, mich auch hier wieder mehr blicken zu lassen.

Zum Schluss aus gegebenen Anlass noch ein Lied, das inzwischen zum Klassiker geworden ist.

 

Nörgeln hilft

Nörgeln hilft, jedenfalls manchmal. Nachdem ich mich ziemlich zickig und genervt gegeben habe, sind wir, zumindest drei von uns, nämlich noch Herrmann und Sven mit mir kurz nach halb zwei aufgebrochen. Dafür habe ich mich artig hinten hin gesetzt. Sven fuhr als erstes.

An so einem Mietwagen muss man sich ja immer erst gewöhnen, das geht nicht nur mir so, sondern auch den Jungs. Und so war es nicht verwunderlich aber dennoch unangenehm, dass die Klimaanlage auf 17 °C eingestellt war. Glücklicherweise war dieses Auto sehr gut ausgestattet und die hinteren Passagiere, also ich, konnten eine eigene Temperatur einstellen. Nachdem ich die auf 28 °C hochgedreht hatte, war die sich einstellende resultierende Temperatur ungefähr so, dass es halbwegs erträglich für mich war. Vorn Eiszapfen, hinten Wüste. Es zog nur ein bisschen. Irgendwann war es dann auch Sven so kalt, dass die beiden vorn intensiv gesucht und gefunden und die Temperatur auf erträgliche 21 °C geregelt haben. Dann konnte ich nachziehen und im Auto herrschte eine einheitliche Temperatur.

Ansonsten war ich froh, dass doch relativ viele LKWs unterwegs waren. Diese wurden von den PKWs überholt, wodurch die linke Fahrspur, auf der wir fuhren, immer mal blockiert und wir auf 150 oder noch weniger Kilometer pro Stunde abbremsen mussten. Der Krampf meiner Hand im Polster ließ dann sofort nach.

Immerhin haben wir dann nach etwa zwei Dritteln der Strecke eine Pause eingelegt, einen Kaffee getrunken und die Jungs haben auch was gegessen. Und Sven war so lieb, für uns alle zu bezahlen. Eigentlich sind sie ja gar nicht so schlimm, doch irgendwie gehen dann doch ab und zu mal die Hormone oder was auch immer mit ihnen durch.

Nach der Pause fuhr dann Herrmann und im Vergleich dazu ist Sven doch sehr zurückhaltend gefahren. Zum Glück hatten die beiden das Navi noch nicht im Griff, weshalb ich ergänzend mein altes Handy gezückt und dort die Strecke zum Hotel eingegeben habe. Und das Handy-Navi ist mein Freund. An Autobahnauf- oder -abfahrten und sonst noch ab und zu meldete es sich mit der Aufforderung „Bitte die Höchstgeschwindigkeit beachten“. Selbst Herrmann ist dann vom Gas gegangen und so lange langsam gefahren, bis er geschnallt hatte, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung schon lange wieder vorbei war.

Schließlich sind wir dann doch gut angekommen und kurz nach uns, wir standen noch an der Hotelrezeption, kamen auch die anderen. Die müssen dann doch ziemlich tief geflogen sein.

Nachdem wir unsere Zimmer in Beschlag genommen haben, sind wir dann noch in einen Biergarten und haben dort noch nett gegessen und getrunken. Nur Sven war nicht mit, weil er noch seinen Vortrag vorbereiten musste. Für alle anderen hat so der Tag dann doch noch einen halbwegs brauchbaren Ausklang gefunden.

Elende Amateure

Als eine der wenigen, die über ein halbwegs brauchbares Zeitmanagement verfügt, sitze ich hier dumm rum und warte, dass wir zu unserer Dienstreise aufbrechen. 13:00 Uhr sollte es losgehen. Ein Teil will erst weit nach 14:00 Uhr los, der andere frühestens 13:30 Uhr.

Und dann diese blöde Raserei. Wenn ich das schon höre: „Man braucht dahin nicht mehr als zwei Stunden …“ Im Tiefflug, oder wie? Ich habe jetzt schon die Schnauze voll und wir sind noch nicht mal losgefahren.

53 Melonen

„Mathebücher sind der einzige Ort, an denen es völlig normal ist, 53 Melonen zu kaufen.“

Wir waren gestern in der Schule um einen Vortrag über das Lernen zu lauschen. Bevor es losging, wurden nette Sprüche dieser Art an die Wand geworfen und diesen einen konnte ich mir merken, weil ich ihn besonders lustig fand. Die Dame hat das ganz nett gemacht, allerdings habe ich nicht viel Neues gelernt. Nach wie vor bin ich ratlos, wie ich mein Kind motiviere, sich mehr für die wichtigen Dinge des Lebens zu interessieren. Oder anders gesagt, wie ich seine Prioritätenliste ändern kann.

Aber das ist nicht der Grund, warum mir jetzt der Schädel brummt. Auch nicht, dass ich heute, wie jedes Jahr um diese Zeit, zur Grippeschutzimpfung gegangen bin. Diesmal war ich auch im Gegensatz zum letzten Jahr tatsächlich gesund. Nein, der Grund ist meine Schnattertasche von Kollege mir gegenüber, Andreas. Da heißt es immer, dass Frauen soviel schwatzen. Das ist nicht wahr, jedenfalls im Vergleich zu Andreas. Dessen Mundwerk kann einfach nicht still stehen. Meist quatscht er nicht mit mir, weil ich inzwischen versuche, Gespräche mit ihm zu meiden. Er ist eigentlich sehr nett, aber einmal ein Plausch angefangen und ein Stündchen ist rum. Egal, wer mit ihm quatscht. Und auch egal, ob direkt vis-a-vis oder am Telefon. Jedenfalls war gerade wieder so ein Moment.

Ich kann mich dann einfach nicht konzentrieren, wenn der erzählt. Und was der erzählt, das Blaue vom Himmel, egal ob fachlich oder privat. Und wenn ich dann endlich hoffe, dass er fertig ist, fängt er einfach wieder von vorne an. Da hilf nur eins, Kopfhörer auf und die volle Musikdröhnung. Das lenkt zwar auch ab, aber bei genügend langweiliger Musik geht das.

Dennoch dröhnt mir dann davon der Kopf, zumal ich mich konzentrieren musste. Nächste Woche fahre ich zum Erfahrungsaustausch ins ferne Bayern und da habe ich meinen Vorträgen noch den letzten Schliff gegeben. Eigentlich wollte ich gar nicht hin, aber Herrmann hat mich überredet. Allein vor der Fahrt dahin graut mir. Die Jungs müssen immer zeigen, was für tolle Hechte sie sind und rasen, was das Zeug hält.  Als ich dann mal ein Stück fuhr, wurden sie unruhig, weil ich auch mal jemanden überholen ließ, obwohl wir nicht wirklich länger gebraucht haben. Aber die Herren fühlen sich eben nicht wohl, wenn kein Strudel im Tank ist.

Doch zurück zu meinen Vorträgen. Ich sollte mir nun ein Thema aus den Fingern saugen, dafür, dass ich auf eine Dienstreise darf, die ich gar nicht wollte. Ok, nach einigen Überlegen fiel mir was ein, was die anderen vielleicht interessieren könnte.

Als dann die Einladung mit der Agenda verschickt wurde, staunte ich, dass ich mit drei Themen dran bin. Zwei Themen, die für mich zwar relevant sind, die aber die anderen nicht wirklich interessieren. Also habe ich artig  auch diese Themen vorbereitet, aber heimlich die Agenda umgebaut. Das erste Thema habe ich als erstes meiner drei gesetzt und die Zeit verlängert, bei den beiden anderen dafür gekürzt. Und vielleicht fällt ja dann noch was weg, weil ich die Zeit beim ersten trotzdem überziehen werde.

Jetzt ist aber erst einmal Wochenende. Erholt Euch gut.

Midsommerball, Zirkus und Dienstreise

Höhepunkt des Wochenendes war eindeutig der diesjährige Midsommerball. Wir waren dort gemeinsam mit Claudia und ihrem Mann sowie Frank und Ina. Ich hatte ja ein wenig schlechtes Gewissen, da ich Frank ja mehr oder weniger gezwungen hatte, zu kommen. Aber am Ende fand er es wohl gar nicht so schlecht und sie erwägen jetzt, einen Tanzkurs zu belegen. Auch Claudia und ihr Mann wollen einen belegen, allerdings in diesem Fall eher einen Aufbaukurs.

Tanzpar, Quelle: WordPress.com

Neben den Tanzrunden gab es auch ein Programm. Mir hat am besten ein Tangopaar gefallen, es gab aber auch Breakdance sowie Standardtänze. Und einen Schlangenbeschwörer, wobei das eher Geschmackssache war.

Am Sonntag stand dann gleich eine weitere Attraktion auf dem Programm, allerdings eher was für Jan. Es gastierte nämlich der Zirkus Probst bei uns in der Stadt.

Zirkus Probst

Ich war allerdings sehr beeindruckt von der Show und dem Aufwand, der betrieben wurde. Der Zirkus besitzt sehr viele verschiedene Tiere, neben der Hauptattraktion, einer Herde sibirischer Tiger, auch zahlreiche andere Tiere, vom Kamel bis zum Huhn. Es ist ein Zirkus, bei dem sich ein Besuch lohnt. Leider war es nicht sehr voll, was bestimmt auch am Mistwetter lag.

Gestern war ich dann auf Dienstreise. Ich hatte die Ehre, bei unseren bayerischen Kollegen im Rahmen eines standortübergreifenden Workshops zwei Vorträge halten zu dürfen, einen über mein Projekt, den zweiten über einen anderen Schwerpunkt meiner Arbeit. Beide Vorträge kamen gut an. Die Reise hat auch gut geklappt, ich bin zusammen mit 3 Kollegen gefahren. Die haben mich in Siebenlehn aufgesammelt, so dass ich nicht erst nach Dresden musste. Auch der Zeitplan hatte gepasst, so dass alles reibungslos lief. Anstrengend war’s trotzdem. Und wie immer begrüßte mich heute auf Arbeit ein Berg an unerledigter Aufgaben, verbunden mit technischen Problemen.

Überraschung

Gerade habe ich ja geschrieben, dass ich seit kurzem Projektmanagerin spiele. Dazu musste ich ja, wie ich ebenfalls schon in einem Beitrag über meine Erlebnisse unterwegs berichtete, nach Österreich fahren, um das Thema dort vorzustellen. Dort selbst gab es auch Berichtenswertes. Ich bin ja dann irgendwann im Hotel angekommen und habe mich eingecheckt. Nachdem ich meine drei Sachen, denn so viel Kram braucht man ja nicht, ausgepackt und nach Hause telefoniert habe, wollte ich noch einen Spaziergang machen. Idealerweise natürlich zu dem Ort meines Termins am Folgetag. Da meine Orientierungsfähigkeit begrenzt ist, habe ich es gerne, ungefähr zu wissen, was auf mich zukommt.

Ich bin dann also zur Rezeption gegangen und habe mir so einen kleinen Übersichtsplan von dem Ort geben lassen. Da höre ich, dass mein Name gerufen wird. Klar, ein paar Kollegen von dem Ort kenne ich natürlich, aber sind die abends in einem Hotel? Als ich mich umdrehe, sehe ich ihn, wie er da steht. Mein alter Freund Dieter. Ich hatte ihn das letzte Mal im Sommer letzten Jahres gesehen und nicht gedacht, ihm so schnell wieder zu begegnen. Und das wollte ich ja auch nicht. Nun freute ich mich aber doch irgendwie, war ich doch wider Erwarten diesen Abend nicht so allein in dieser fremden Stadt. Dieter war auch dienstlich da und nicht zum ersten Mal. Er kannte sich etwas aus und bot an, mich zu begleiten. So gingen wir los und die Strecke bis zu dem Ort, wo ich am nächsten Tag hin musste, war weiter, als ich dachte. Es war fast eine Stunde zu Fuß, was mir aber nach der vielen Fahrerei gut tat. Aber für morgen muss ich dann doch das Auto nehmen. Immerhin hatten Dieter und ich so viel Zeit, uns zu unterhalten. Auf dem Rückweg schlug Dieter dann vor, in eine urige Kneipe zu gehen, um dort zu essen. Ich war inzwischen hungrig und dachte, dass das bestimmt besser ist, als das Restaurant im Hotel. Außerdem könnte ich dann morgen vor den Kollegen glänzen, wenn ich erwähne, dass ich in einer Szenekneipe essen war.

Quelle: Stock Xchng

Das Essen war lecker, ich habe ein Bauernfrühstück gegessen und zwei große Bier getrunken. Auf dem Rückweg zum Hotel hakte ich mich bei Dieter ein, da ich doch langsam müde wurde und durch das Bier auch etwas angeheitert war. Im Hotel hatte ich noch Durst und fragte Dieter, ob er nicht Lust hätte, mit mir noch ein wenig die Minibar zu plündern. Dabei ist es dann nicht geblieben, denn Dieter versprühte wieder seinen ganzen Charme und meine Gegenwehr war schwach. Wir verbrachten die ganze Nacht zusammen.

So schön es auch war, ich hoffe, dass ich Dieter nie wieder sehe.

Technik, die begeistert …

… oder so ähnlich.

Eigentlich hatte ich es mir ganz entspannend vorgestellt, die Dienstreise nach Österreich vor drei Wochen. Frank hatte sich bereit erklärt, mich zu begleiten. Ich ging davon aus, dass er gerne auch den Fahrer spielt. Männer mögen das, wollen ihre Fahrkünste zeigen und neue Autos ausprobieren. Ich wollte ihn unterwegs natürlich ganz nebenbei bezüglich seiner neuen Liebe mit Ina aushorchen, an der ich nicht ganz unbeteiligt bin.

Leider wurde er dann krank und ich musste die Strecke allein fahren. Mehr als siebenhundert Kilometer für eine Strecke. Und das mit einem fremden Auto. Aus versicherungstechnischen Gründen müssen wir einen Mietwagen für Dienstreisen nehmen. Und so musste ich mich mit einer A-Klasse von Mercedes anfreunden.

Privat käme für mich aus grundsätzlichen Erwägungen ja weder ein Mercedes noch ein BMW in Frage, aber was soll ich machen? Ich setze mich also in die Karre rein und bin froh, dass die Rückspiegel und die Sitzhöhe passen, so dass ich nichts einstellen muss. Also Zündung an und los.

Auf den wenigen Kilometern bis zur Autobahn habe ich mich dann an das Fahrverhalten des Autos gewöhnt – glaube ich zumindest. Das Wetter ist schön, die Straßen halbwegs frei. Das Auto hat auch einen sechsten Gang, es fährt ruhig und ich bin fast geneigt, mich damit anzufreunden. Nach etwa zwei Stunden fahre ich, wie es auch empfohlen wird, auf einen Parkplatz und mache Pause. Mir ist eingefallen, dass ich ja das eingebaute Navi ausprobieren könnte. Ich programmiere also die Zieladresse ein und möchte mich überraschen lassen. Noch ist es weit und falls es beim ersten Mal nicht klappt, kann ich es noch einmal probieren.

Als ich weiter fahren möchte, habe ich ein Problem. Wo zum Teufel befindet sich nur der Rückwärtsgang? Nein, so blöd, wie der geneigte Leser denkt, bin ich nicht. Natürlich sehe ich auf dem Ganghebel, dass der links unten neben dem zweiten Gang ist. Aber wie bekomme ich den eingelegt? Fieberhaft rühre ich in dem Getriebe rum, jedesmal möchte das Auto vorwärts fahren. Muss ich einen Mann bitten, mir zu zeigen, wie das geht? Nein, meine Schwester hat auch so ein Auto und kann das fahren. Also, noch ein bisschen gerührt, und schwupp, schon fährt’s rückwärts. Ich hätte mir merken sollen, wie ich den Gang reinbekommen habe, aber beim nächsten Mal klappt’s bestimmt besser.

Nicht geklappt hat dagegen erwartungsgemäß meine Programmierung mit dem Navi. Statt mir den Weg vorzugeben zeigt es mir die Himmelsrichtung, die ich gerade fahre, an. Das ist teilweise ziemlich verwirrend.

Das nächste Problem zeigt sich dann kurz hinter München. In Österreich brauche ich ja eine Vignette. Also ran an die Tankstelle und eine gekauft. Und wenn ich schon mal da bin, kann ich auch gleich noch tanken. Doch verflixt, wie geht denn jetzt der blöde Tankdeckel auf. Nicht so, wie bei meinem Auto. Also ist wieder das Studium der Anleitung gefragt. Es dauert eine Weile, bis ich die entsprechenden Seiten gefunden habe, dann steht da, dass es doch so ähnlich) geht, wie bei meinem Auto. Also wieder raus, am Tankdeckel rumgefummelt und – siehe da – es geht tatsächlich. Puuhh, wieder ein Problem gelöst.

Da kann ich mich dann auch gleich noch dem Problem mit dem Navi widmen. Ich habe keine Lust, die dicke Anleitung zu lesen, programmiere alles noch mal ein. Und nun funktioniert auch das. Toll. Langsam macht es vielleicht nicht unbedingt Spaß, aber ich fange an, mich mit dem Auto und meiner Situation zu versöhnen.

Dann kommt Österreich. Ausland. Was gelten denn da vor Schreck für Verkehrsregeln? Muss ich mit Licht fahren oder nicht? Wie schnell darf ich fahren? Keine Ahnung. Ich hätte mich vorher informieren sollen. Aber eigentlich sollte ja Frank fahren. Mist. Zur Sicherheit schalte ich das Licht an und fahre, wie angegeben, Tempo hundert. Und bin damit die absolute Verkehrsbremse. Sogar LKW’s überholen mich. Etwa eine Stunde hinter Salzburg gibt es dann die Tempo-Hundert-Schilder nicht mehr. Ich wage mich jetzt bis 130 km/h zu fahren.

Aber es wäre ja zu schön, wenn alles so einfach wäre. Ein paar kleine Tücken bleiben schon noch. Irgendwie ist meine Scheibe dreckig. Wo ist aber der Scheibenwischer? Alle Autos, die ich bisher kannte, haben rechts einen Hebel für die Scheibenwischer. Diese Kiste aber nicht. Der Hebel an der linken Seite ist aber für den Blinker, das weiß ich nun sicher. Aber es sind ja noch andere Bewegungen mit dem Hebel möglich, also wird das ausprobiert. Keine Ahnung, was die anderen Autos denken, aber nun weiß ich, wie die Lichthupe funktioniert. Und der Heckscheibenwischer tut’s auch. Aber wo ist denn der Schalter für den blöden Frontscheibenwischer? Verdammt. Also rauf auf den Parkplatz und in Ruhe suchen.

Bei der Gelegenheit habe ich dann, schlau wie ich bin, auch noch den Lichtschalter untersucht und festgestellt, dass ich anscheinend die ganze Zeit mit Standlicht, auf keinen Fall jedoch mit Abblendlicht, gefahren bin. Nun gut. Nun weiß ich auch das.

Schließlich, inzwischen ist es dunkel und ich beglückwünsche mich zu meinem Versuch, das Navi auszuprobieren, komme ich dem Ziel näher. Das Navi leitet mich anders, als ich gefahren wäre und plötzlich meint es: „Sie haben Ihr Ziel erreicht“. Klasse! Nur sehe ich kein Hotel. Aber ein Parkhaus. Frank sagte, man muss nur ins Parkhaus fahren, dort gibt es einen Durchgang zum Hotel. Also rein ins Parkhaus und tatsächlich gibt es Hotelparkplätze. Ich bin erleichtert und erschöpft. Beim Abendspaziergang stelle ich dann fest, dass das Navi recht hatte. Ich stand so nah vor dem Hotel, dass ich den Schriftzug nicht erkannt hatte. Aber Ende gut – alles gut.