Kopfschmerz

Kurz nach sechs wachte ich auf. Mein Kopf hämmerte. Kein Wunder, nach diesem Albtraum.

Mühsam stand ich auf, suchte mit halb geschlossenen Augen in meiner Tasche die Kopfschmerztabletten. Mir war heiß. Ich schleppte mich zum Fenster, öffnete es. Ein Zug kam gerade vorbei und bremste laut quietschend ab. Sofort schloss ich das Fenster wieder.

In dem Verschlag, der sich Bad nennt, schluckte ich zwei der Tabletten und stellte mich unter die Dusche. Erst heiß, dann kalt, mehrmals im Wechsel. Langsam kamen die Lebensgeister zurück.

War das wirklich ein Traum? Oder war es wahr. Was war in der Nacht passiert? Habe ich Stefan getroffen oder nicht?

So gut es bei dem Kopfschmerz ging versuchte ich, in dem Zimmer Spuren des gestrigen Abends, der Nacht zu erkennen. Das Bett war zerwühlt, das Zimmer nicht gerade ordentlich. Aber kein Hinweis auf Stefan. In meiner Erinnerung hatte er eine Flasche Wein und zwei Gläser von der Bar mit auf’s Zimmer gebracht. Wenn wir das Zeug getrunken haben, dann kann es natürlich gut möglich sein, dass er alles wieder mitgenommen hat. Dann kann ich lange suchen.

Und sonst? Haben wir … ? – oh Gott, ich mag gar nicht dran denken. Dieser stechende Schmerz im Kopf. Nicht noch eine Tablette … Im Müll, kein Hinweis.

Halb sieben. Ich gehe zum Frühstück. Hunger habe ich keinen, aber ich brauch‘ Kaffee. Es ist zum Glück noch leer da oben, im Restaurant. Ein großer Pott Kaffee, etwas Obst. Das tut gut. Nach dem dritten Pott scheinen die Tabletten zu wirken.

Halb acht. Der erste meiner Kollegen kommt. Er war joggen. Er ist fit, ihm geht es gut. Ich beneide ihn. Noch einen Kaffee. Wie soll ich nur diesen Tag durchstehen? Habe ich noch Blut in meinem Kaffeekreislauf? Ich werde alle drei Minuten auf’s Klo müssen, wenn ich so weiter Kaffee saufe. Aber egal, besser als einschlafen. Das kann ich dann auf der Rückfahrt, wenn die Kollegen wieder im Tiefflug nach Hause rasen.

Später, im Sitzungsraum trinke ich noch eine kleine Tasse Kaffee. Dann nichts mehr. Ich will, dass alles bis zur Abfahrt am Nachmittag durchgelaufen ist. Irgendwie habe ich den Tag überstanden, noch die eine oder andere kluge Frage gestellt, mich in den Pausen launig unterhalten und die Rückfahrt im Halbschlaf überlebt. Zu Hause bin ich dann ins Bett in einen traumlosen und diesmal dann doch erholsamen Schlaf gefallen.

Intermezzo

Ich muss hier raus. Was war nur mit mir los? Warum habe ich das gesagt? Ich muss wahnsinnig gewesen sein.

Ich schnappe mir meine Jacke, lasse Stefan stehen und gehe raus, raus auf die Straße. Gegenüber vom Hotel geht die Fußgängerzone los. Ich brauche frische Luft. Ein Tarzanschrei. Es ist mir egal. Um diese Zeit ist ohnehin kaum jemand auf der Straße. Für die Stubenhocker ist es zu spät und für die Nachtschwärmer zu früh.

„Constanze, warte.“, höre ich Stefan hinter mir rufen. Ich drehe mich nicht um. Laufe einfach weiter. Keine Ahnung, wohin.

„Constanze, …“. Stefan hat mich eingeholt. Er keucht. Ich beschleunige. Die Gedanken überstürzen sich. Abrupt bleibe ich stehen, so dass Stefan auf einmal drei Meter weiter ist.

„Hast Du eine Ahnung, was Du mir da gerade an den Kopf geknallt hast?“, kreische ich hysterisch.

„Und selbst?“

Zu allem Unglück verschwimmt alles vor meinen Augen. Nicht auch noch heulen. Das brauche ich jetzt nicht auch noch. Und kann es doch nicht unterdrücken. Stefan steht neben mir, ich lehne mich an ihn und drücke mein Gesicht in seine Schulter und schluchze.

Vorsichtig, so als wolle er auf keinen Fall was falsch machen, umarmt mich Stefan ganz langsam. Seine Hand drückt meinen Kopf an seine Schulter.

Plötzlich kommt mir alles absurd vor. Ich fange an zu grinsen, hysterisch zu lachen.

„Warum?“, frage ich ihn.

„Warum was?“

„Warum hast Du Dich ausgerechnet in eine Kollegin verliebt, die auf ihrer ersten Dienstreise mit Dir … zwar nicht ins Bett, aber in den Whirlpool der Hotelsauna gehüpft ist?“

„Liebe ist nicht rational. Wer kann schon beeinflussen, in wen er sich verliebt?“

„Sag mir, dass es nicht stimmt. Sag mir, dass es nicht an mir liegt, dass Du Deine Frau verlassen hast.“

„Es ist nicht Deine Schuld, wenn Du das meinst. Aber meine Frau und ich haben uns auseinander gelebt. Und das hängt dann natürlich schon mit meiner Flucht vor Dir zusammen. Und ich wäre Dir auch weiter so gut es geht, aus dem Weg gegangen, wenn Du nicht gesagt hättest, dass ich der Vater Deines Sohnes bin.“

„Das habe ich nicht gesagt.“

„Das war auch nicht nötig, ich habe es auch so verstanden. Komm, lass uns zurück ins Hotel gehen und dort weiter reden.“

Er nahm meinen Arm und wir gingen wie ein Liebespaar zum Hotel zurück. In meinem Kopf ratterten die Gedanken.

„Warum hast Du Dich nie gemeldet?“, frage ich ihn.

„Wie gesagt, ich wollte Dich vergessen.“

„Wenn Du mal in der Firma warst, in all den Jahren. Alle haben gesagt, sie hätten Dich gesehen, mit Dir geredet. Nur ich hab Dich nicht mal von der Ferne zu Gesicht bekommen …“

„Ja.“ Stefan antwortet kurz angebunden.

„… und Du hast unseren Weihnachtsrundbrief bekommen. Jahrelang. Nie kam auch nur eine Reaktion darauf.“

„Das tut mir leid, ich hätte darauf reagieren sollen.“

„Es war jedes Mal ein Bild von meinem Mann, meinem Sohn und mir dabei.“

„Das habe ich gesehen.“

„Es hat mich verletzt, dass Du mich so ignoriert hast.“

„Das tut mir leid, das wollte ich nicht.“

Eigentlich wollte ich schon wieder explodieren. Dauernd wollte er etwas nicht, tat es ihm leid. Aber ich schwieg. Schweigend erreichten wir das Hotel.

„Warte bitte einen Moment, bin gleich wieder da.“, bat Stefan.

Er ging an die Bar, redete mit dem Barkeeper und kam mit einer Flasche Wein in der Hand zurück.

„Ich bringe Dich noch zu Deinem Zimmer.“, eröffnete Stefan mir. „Wenn Du magst, können wir dann noch ein Versöhnungsschlückchen trinken.“

Hast du jemals eine Frau wirklich geliebt?

„Was willst Du damit sagen?“, fragt er.

„Nichts“, gibt sie zurück, „nur, dass es so Momente gibt, an die man sich noch gut erinnern kann, die man nie vergisst. Deshalb weiß ich es noch.“

„Wenn ich richtig rechne, dann war das 2001. Jeder weiß, dass 2001 9/11 war. DAS wäre plausibel, wenngleich 9/11 erst im September war. Dein Sohn ist aber erst im Folgejahr geboren worden. Wenn da eine Verbindung zu unserem Lehrgang besteht, dann kann das für mich nur eins bedeuten.“

„Und was?“

Sie war damals schon eine Ewigkeit verheiratet. Fast 10 Jahre. Und hatte noch kein Kind. War da nicht was? Hieß es nicht, dass sie keine Kinder bekommen könnte? Oder er?

„Es war damals sicherlich überraschend, dass Du schwanger wurdest.“

Autsch! War das jetzt zu direkt? Aber er brauchte Gewissheit.

„Ja, das stimmt, wir hatten den Kinderwunsch schon aufgegeben. Und?“

„Nun, genau das. Zehn Jahre klappt nichts und dann sind WIR nur einmal kurz zusammen, Du und ich, …, oder wie willst Du das erklären?“

„Da gibt es nicht viel zu erklären. Wir wurden untersucht. Der Grund, warum es nicht geklappt hat, lag eindeutig bei mir. Es gab sogar mehrere Gründe und am Ende war es auch deshalb eine Risikoschwangerschaft. Nach meiner Theorie sind dann aber zwei Dinge passiert, dass es doch noch geklappt hat.“

„Du hast mich getroffen und wir waren in Davos“, geht ihm spontan durch den Kopf.

„Wir haben unsere Ernährung konsequent auf Vollwertkost umgestellt und ich bekam von meiner Frauenärztin diese Hormonbehandlung gegen meine Regelbeschwerden.“, erläuterte sie. „Außerdem weiß ich nicht, was Dich das eigentlich angeht.“

„So ein esoterischer Blödsinn. Das geht mich sogar sehr viel an. Sag mir endlich die Wahrheit. Wenn ich der Vater bin, dann habe ich ein Recht darauf, das zu wissen.“, erwidert er ärgerlich.

„Und wenn es so wäre, was dann?“

„Dann wäre es an der Zeit, dass wir das auch legitimieren.“

„Mein Sohn hat einen Vater, der sich fünfzehn Jahre um ihn gekümmert hat. Er braucht keinen neuen Vater. Und ich bin glücklich mit diesem Vater verheiratet.“

„Und was ist mit der Liebe? Das klingt nach Zweckgemeinschaft.“

„Und mit Dir wäre es Liebe?“

„Ja“, antwortet er.
Und nach kurzem Zögern sprudelt das Geständnis aus ihm heraus: „Ja, mit mir wäre es Liebe. Mit mir ist es Liebe. Ich liebe Dich. Ich liebe Dich seit 16 Jahren. Ich habe versucht, dieser Liebe aus dem Weg zu gehen, habe mir neue Jobs gesucht und diese wieder aufgegeben, habe inzwischen sogar meine eigene Familie aufgegeben. Alles, weil ich nur Dich will.“

Doch sie ist unerreichbar. Bisher. Ein gemeinsames Kind ändert aber alles. Jetzt lohnt es sich wieder, zu kämpfen.

La La Land

Kürzlich haben wir den Film La La Land gesehen. Dieser Film hat ja bereits zahlreiche Preise bekommen und ist auch für viele Oskars nominiert.

Ehrlich gesagt, war ich nach dem Film enttäuscht. Vielleicht auch durch die hoch geschraubten Erwartungen. Erwartet hatte ich einen Musikfilm, also viel Musik und Tanz. Dann ist auch die Handlung Nebensache.
Doch nach einem viel versprechenden Start driftete der Film immer mehr in eine Handlung ab. Er ist Musiker, sie Schauspielerin. Erst wird er nach einigen Rückschlägen erfolgreich, dann sie. Sie kriegen sich … nicht.
Irgendwie plätscherte er meiner Meinung nach lange Zeit nur belanglos vor sich hin. Wenn schon nur wenig Musik und Tanz, dann hätte ich mir entweder mehr Romantik oder mehr Dramatik gewünscht.

 

Immerhin, bei der Schlussszene sind mir dann doch einige Gedanken durch den Kopf gegangen, nach dem Motto, was wäre wenn … Vielleicht schreibe ich dazu demnächst mal mehr.

Schlafstörung

Das hätte ich ja nun wirklich nicht gedacht, was ich damit angerichtet habe. Ich meine meine Blog-Publicity-Promotion Sex Sells (beginnt hier). Die Zugriffe auf meine Seiten sind tatsächlich in die Höhe gegangen, aber das wollte ich hier gar nicht erwähnen.

Neben dem großen, insgesamt positiven Echo, das ich auf meine Beiträge bekommen habe, hat mir insbesondere der Beitrag Ganz am Anfang eine schlaflose Nacht bereitet. Mein Unterbewusstsein hat gearbeitet und mir verklickert, dass mein Sohn dieses Jahr so alt wird, wie ich damals war.

Jetzt kann ich mich ja damit rausreden, dass es damals noch andere Zeiten waren. Tiefste DDR-Zeiten. Und ich war jung und naiv, aber das ist mein Sohn jetzt ja auch. Ich bin da so rein gestolpert, es fing eigentlich alles ganz harmlos an.

Mit 15 war ich unbeschwert, wollte was erleben. Eine Freundin schleppte mich mit zu einer Bekannten von ihr zu deren Geburtstagsfeier. Der Vater von des Geburtstagskindes war Professor an der Uni. Die wohnten in einem großzügigen Einfamilienhaus am Stadtrand. Ja, auch in der DDR gab es vornehmere Wohngegenden.

Es war voll dort und laut und es gab viel Alkohol. Damit war ich überfordert, ich setzte mich etwas abseits und trank keinen Alkohol. Und dann setzte sich der große, siebzehnjährige Bruder vom „Geburtstagskind“ neben mich, hatte Verständnis für mich. Er sagte, dass es hier zu laut sei und dass die Musik nichts taugt, die seine Schwester hier dudelt. Und er erzählte mir von einer Band aus Köln, von der ich bis dahin nichts gehört hatte, BAP. Er hätte Platten von denen. Es war damals, 1988, wirklich nicht selbstverständlich, dass jemand in der DDR aktuelle Westplatten hatte. Ich ging mit ihm auf sein Zimmer, um die Lieder zu hören.

Natürlich war ich beeindruckt, auch die politischen Texte hatten es mir angetan. Und dann zeigte er mir seinen Schatz, sein musikalisches Juwel. Eine damals ganz neue Platte und das eine Lied hatte mich einfach umgehauen. Wir waren einer Meinung, dass es nicht einfach ein Lied ist, es ist ein WERK!

Wir saßen eng beieinander, studierten die Plattenhüllen und die beigelegten Heftchen und kamen uns näher. Er küsste mich und fing an zu fummeln. Ich zierte mich und ließ mich dann doch begrapschen. Ich fand ihn cool, damals sagten wir sowas wie fetzig, himmelte ihn an. Ein großer Junge, fast erwachsen. Nach seinem Hinweis, dass niemand hereinplautzen würde, da es sein Zimmer sei, entspannte ich mich. Mich würde wohl auch niemand vermissen, Mauerblümchen, dass ich auf der Party war.

Wir lagen dann schließlich nackt nebeneinander. „Aber nur streicheln!“. Er streichelte mich und es war wundervoll. Ich streichelte ihn und er genoss es, und dann kam er irgendwann. Eigentlich hätte dann Schluss sein können, aber er bot mir quasi als „Service“ an, mich nun doch noch zu entjungfern. Er behauptete, dass ja jetzt nichts mehr passieren könne, da er ja schon leer sei.

Nun ja, dumm wie ich damals eigentlich nicht war, habe ich das dennoch gern geglaubt. Ich nahm den „Service“ an, lernte aber, dass ein Mann auch mehrfach hintereinander kann. In dem Moment war ich damals ganz glücklich, ruhig schlafen konnte ich dann wieder nach meiner nächsten Regel.

Ich bin aber hoffnungsvoll, dass mein Sohn nicht so dumm ist, wie seine Mutter. Er wird sich nicht so über den Tisch ziehen lassen, oder ein Mädchen einfach so überrumpeln. Heute sind eben andere Zeiten.

Sex Sells

Die letzten 15 Beiträge hat hoffentlich niemand ernst genommen. Wie ich schon schrieb, war mir langweilig. Deshalb habe ich die zahlreichen Tests gemacht und Euch an den Ergebnissen teilhaben lassen.
In Wirklichkeit aber war mein Ziel, meinen Rekord der meisten Posts an einem Tag zu übertreffen. Mal sehen, ob mir das geglückt ist.
Und durch das Stichwort „Sex“ will ich natürlich möglichst viele Zugriffe auf meine Seiten erzielen. Ob das gelingt? Ich fürchte nicht. Diesen Versuchsballon haben auch schon andere vor mir gestartet.

Dann mache ich mit dem Kram jetzt Schluss und wünsche Euch morgen eine schöne Party und einen Guten Rutsch! Wir lesen uns im Neuen Jahr, dann wieder nicht mehr so viel Schmuddelkram.