Giulio Cesare, perfekte Tanzhaltung und Radeln

Eigentlich ist es ja schön, dass mich das wahre Leben so sehr in Anspruch nimmt, dass ich nur noch wenig Zeit für meinen Blog habe. Die letzten Tage hatten es z.B. auch wieder in sich.

Samstag waren wir wieder im Kino. Es gab wieder eine Übertragung aus der New Yorker Metropolitan Opera. Nachdem wir mit dem Liebestrank schon die Eröffnung der Reihe gesehen hatten, folgte nun mit Julius Cäser in Ägypten der Abschluss dieser Saison. Besonders gefiel mir diesmal Natalie Dessay als Cleopatra, die dem Stück eine frische Note aufgedrückt hat. Hier mal zwei kurze Auszüge aus der Oper:

Sonntag übten wir dann in unserem Tanzkreis vor allem die perfekte Tanzhaltung. Nicht nur mein Mann verkrampfte dabei völlig, aber es klappt wirklich besser mit der Führung, wenn er eine ordentliche Haltung hat.

Gestern habe ich die Fahrradsaison für mich eröffnet. Eigentlich hatten wir ja schon besseres Wetter in diesem Jahr, aber ich hatte bisher keine Zeit. Fast schon traditionell bin ich meine Runde über Bräunsdorf, allerdings ohne Schlenker über den Wasserturm, gefahren. Eigentlich lief es ganz gut, hätte mich nicht ein Herr, der mindestens 15 Jahre älter als ich ist, flockig locker überholt, als ich auf dem letzten Loch pfiff. Und das auch noch zweimal, weil er noch einen Umweg gefahren ist und mich dann noch einmal eingeholt hatte. Aber ich trainiere jetzt hoffentlich wieder öfter.

Traumwelten

Das abgelaufene Wochenende war mal wieder viel zu schnell vorbei, allerdings auch kein Wunder, wo es doch so viele Abwechslungen gab.

Am Freitag sind wir noch in die Sauna gegangen und haben uns ein wenig erholt. Am Samstag vormittag waren wir einkaufen und haben die Haushaltspflichten (Wäsche waschen, putzen, bügeln, …) erledigt. Am Abend waren wir zu einer Tanzveranstaltung mit Buffett im Landhotel zur Kutsche in Oberschöna. Es war ein schöner Abend und wir haben natürlich wieder viel zu viel gegessen. Der Tanz war im Wesentlichen Disco Fox. Einmal haben wir uns eine Rumba gewünscht, beim zweiten Mal hatte der DJ keine mehr. Aber egal, Spaß hat’s trotzdem gemacht.

Am meisten hat uns dann am Sonntag im Kino der Film vom Cirque du Soleil beeindruckt. Wer die Möglichkeit hat, sollte ihn sich unbedingt ansehen. Einfach Wahnsinn, diese Körperbeherrschung der Artisten, gepackt in eine phantastische Choreographie.

Abends hatten wir dann, wieder wie immer, unseren Tanzkreis. Eigentlich war das alles etwas viel auf einmal und nächstes Wochenende haben wir noch nichts vor. Aber vielleicht ist das auch gut so.

Casablanca, Moschee Hassan II

Über unsere Reise nach Markokko habe ich ja schon hier berichtet. Weil mich das Land so sehr beeindruckt hat, habe ich auch mal versucht, die Atmosphäre in einem Filmchen über die Moschee Hassan II in Casablanca festzuhalten. Es ist mein allererster Film, ohne dass ich Ahnung von der Software oder vom Schneiden an sich habe. Dafür finde ich es aber recht gelungen und möchte meine treue Leserschaar daran teilhaben lassen:

Marokko

Nachdem unsere geplante Reise nach Marokko im letzten Jahr ausfiel, waren wir recht zögerlich, es noch einmal anzugehen. Was hatten wir nicht alles für Horrorgeschichten gehört über Durchfall, Diebstahl, Bettler, geschweige denn von Terroristen. So langsam werden wir träge, ängstlich und unsere Bereitschaft, Abenteuer zu erleben, tendiert gegen Null. Folglich reisten wir mit ziemlich gemischten Gefühlen hin.

Um es vorweg zu nehmen: Wir wurden positiv überrascht und tauchten ein in eine für uns völlig neue Welt. Unser erstes Ziel war Casablanca. Allein der Name dieser größten marokkanischen Stadt klingt geheimnisvoll, assoziiert man doch damit sofort den gleichnamigen Film, der eine Mischung aus Exotik, Spionage und Liebe verspricht.

In Casablanca angekommen, wurden wir jedoch gleich eines Besseren belehrt. Casablanca ist eine relaiv moderne Großstadt, ohne große Exotik mit nur einer wesentlichen Sehenswürdigkeit, der Moschee Hassen II. Es ist die größte Moschee der Welt – nach Mekka selbstverständlich. Es wäre auch die einzige Moschee, die wir als Ungläubige hätten besichtigen dürfen. Allerdings war zu dem Zeitpunkt das Opferfest, vergleichbar mit Weihnachten bei uns. Und da hatte eben alles zu, auch die Moschee. So blieb uns nichts weiter übrig, als die Moschee von außen anzusehen. Es gibt als Sehenswürdigkeit auch Ricks Café, aber das bezieht sich nur auf den Film, ist nicht original.

Also ging es weiter. Als nächstes standen gleich drei Königsstädte nacheinander auf dem Programm: die Hauptstadt Rabat, Meknès und, die sicherlich schönste Stadt dieser drei, Fès.

Streiten sich die Städte Fès und Marrakesch darum, welche der beiden die wichtigste des Landes ist, so ist Casablanca in Wahrheit das wirtschaftliche und Rabat das Machtzentrum. In Rabat residiert der König Mohammed VI, kurz M6 genannt. Ihm ist es zu verdanken, das Marokko so ist wie es ist, geeint unter dem Motto: Allah (Gott), al-Watan (Vaterland) und al-Malik (König).

Motto: Gott, Vaterland und König

Die Residenzstadt ist hübsch und hat auch einige Sehenswürdigkeiten und die Bevölkerung hat sicher eine hohe Lebensqualität. Allerdings wirkte alles auf mich recht steril, es hätte Residenz jedes Potentaten dieser Welt sein können, sei es ein König, ein Militärführer oder KP-Vorsitzender. Urspünglicher wurde es dann in Meknès. Dies war die Hauptstadt des Alawidensultans Mulai Ismael, dessen Mausoleum sich auch dort befindet. Meknès ist auch die Stadt der Stickereien. Während der kurzen französischen Kolonialzeit brachten Franziskanerinnen dieses Handwerk nach Meknès, wo die Traditon bis heute bewahrt wird. Die Stickerein zeichnen sich dadurch aus, dass man sie beidseitig verwenden kann.

Die nächste Königstadt, Fès, ist die Stadt der Handwerker. Diese findet man in den Souks der Altstadt, geordnet nach Zünften. Wie in jeder wichtigen Stadt Marokkos gibt es auch doch einen Königspalast, den man, wie immer, nicht besichtigen darf. Aber es gibt repräsentative Messingtüren, die in beeindruckender Handarbeit vom besten Vertreter seiner Zunft geschaffen wurden.

Königspalast in Fes, Marokko Foto: Studiosus Gruppenreisen GmbH

Im Geschäft eben jenes Kunstschmiedes waren wir natürlich shoppen, so wie zahlreiche andere Touristen und Promis vor uns auch. Es war so ziemlich die erste Gelegenheit zum Handeln, womit wir uns hier noch etwas schwer taten. Die Verkäufer räumten aber von sich aus 30 % Rabatt ein, rundeten ab und gaben noch Geschenke dazu, so dass wir nicht das Gefühl hatten, übertölpelt worden zu sein. Zusätzlich kamen wir bei unserem Streifzug durch die Souks noch zu einer Gerberei und einer Weberei, wo wir ebenfalls Waren erstehen konnten. Unterwegs kauften wir uns beim Bäcker auch noch ein frisch gebackenes Fladenbrot, dass sehr lecker war. Besonders beeindruckend war, dass alle Produkte tatsächlich in Handarbeit gefertigt wurden, wie es auch schon vor mehreren hundert Jahren erfolgte.

Nachdem wir Fès verlassen hatten ging es über den hohen Atlas in die Wüste. Dorthin gelangten wir dann zunächst über Steppenlandschaft per Jeep, bis wir dann auf’s Kamel umsteigen mussten. Naja, das war eine Touristenattraktion. Ebenfalls in dieser Gegend hatten wir auch Gelegenheit, Teppiche zu erwerben. Wie schon so oft war es beeindruckend, dass hinter einer ziemlich schmuddligen Mauer sich eine Art 1001 Nacht – Atmosphäre öffnete.

Kamelritt in der Sahara

Der Süden des Landes zeichnete sich durch Trockenheit aus. Man durchfährt eine karge braune Landschaft und gelegentlich überrascht dann eine Flussoase, die wie ein grünes Land die Landschaft durchzieht.

Flussoase

In dieser Gegend werden auch gern historische Filme gedreht, berühmt ist die Kasbah Ait Ben Haddou. Auch während unserer Anwesenheit wurde gerade ein Film gedreht und in der nahe gelegenen Stadt Ouarzazate befinden sich große Filmstudios.

Zurück über den Atlas kamen wir nach Marrakesch, wo unsere Reise ihren Abschluss fand. Ebenso wie in Fès pulsiert auch hier das marokkanische Leben, allerdings werden hier statt Eselskarren Mopeds verwendet. In Marrakesch hatten wir dann auch so viel Übung im Handeln, dass wir für unser letztes Geld noch ein paar schöne Schäppchen erwarben. Wie ich eingangs schon mitteilte, bewahrheiteten sich unsere Befürchtungen nicht. Positiv fiel mir auf, dass es kaum Bettler war und dass die Händler einen in Ruhe ließen, wenn man Desinteresse signalisierte. Auch bettelnde Kinderhorden gab es kaum. Diebstähle oder gar Überfälle kamen ebenfalls auf unserer Reise nicht vor, so dass insgesamt ein sehr positives Bild bleibt, auch wenn es gelegentlich regnete.

Souk in Marrakesch

Ein Abend in der Met

Ich lebe ja in einem Provinzstädtchen, so dass ich natürlich annehme, in den Metrpolen der Welt sei alles besser. Und so waren wir am Samstagabend in der Met. Es gab „L’Elisir dÂ’amore“ von Donizetti. Die Rollen waren natürlich hochkarätig besetzt: Anna Netrebko als Adina, Matthew Polenzani als Nemorino, Mariusz Kwiecien, den ich besonders süß fand, als Belcore und Ambrogio Maestri als Dulcamara. Die Insenzierung war gelungen, künstlerisch einwandfrei, von der Deko recht hübsch gestaltet, so wie man sich Italien zu der Zeit vorstellt. Nur den Zylinderhut und den Mantel von Adina (Anna Netrebko) fand ich nicht so toll. Wahrscheinlich hatte das was zu bedeuten, nur ich hab’s wieder nicht geschnallt. Hier ein Ausschnitt:

Wie konnte ich nun eben schnell mal in den Big Apple jetten um dort zu sein? Bei den Flugkosten und Eintrittspreisen zwischen 30 und knapp 500 Dollar ist das ja nicht unbedingt ein Schnäppchen. Unser heimisches Kino macht’s mit einer Liveübertragung möglich. Mit 27 Euro für die Karte auch nicht billig, aber dafür wurde auch einiges geboten. Zunächst gab’s ein Willkommens-Sekt und kleine Snacks, eine (kostenlose) Garderobe war eingerichtet und in den Kinosaal ging es über einen roten Teppich. Die Technik im Kino ist auf dem neuesten Stand, so dass wir das Geschehen wahrscheinlich besser verfolgen konnten, als die Zuschauer in der Met. Und wir hatten den Vorteil, dass es Untertitel gab. Auch in der Pause gab’s kleine Häppchen und Getränke – alles inklusive. Es war somit ein tolles Arrangement, dass seinen Preis durchaus wert war.

Wahrscheinlich wissen nur sehr aufmerksame Leser und Musikfans, dass ich den Liebestrank vor etwa einem Jahr an unserem heimischen Theater gesehen habe. Ich berichtete damals nur in einem Nebensatz darüber. Wir sahen die Variante mit Miriam Sabba als Adina und Peter Diebschlag als Nemorino. Mir persönlich gefiel dieses Paar in diesen Rollen sehr gut, sogar besser als o.g. Weltstars. Nicht, dass die Weltstars schlecht gewesen wären, aber die jüngeren Lokalmatadoren waren in den Rollen für mich glaubwürdiger. Peter Diebschlag spielte damals den Nemorino wunderbar schüchtern und zurückhaltend, während Miriam Sabba als Adina durch ihr divenhaftes Gehabe glänzte. Und künstlerisch standen sie den Stars in nichts nach. Auch die Ausstattung und die Leistung des übrigen Ensembles musste sich nicht hinter dem Auftritt der Met verstecken, obwohl hier nur eingeschränkte Möglichkeiten mit kleinerem Chor, Orchester und natürlich auch sonstigem Budget bestehen.

Taste the Waste

Heute kommt der Film Taste the Waste in die Kinos. Es geht darum, dass wir so viele Lebensmittel wegschmeißen, wie wir essen. Und die Folgen. Allein der Trailer spricht für sich:

Interessant auch zwei Beiträge auf Deutschlandradio:

Ich persönlich schmeiße zwar praktisch nie Lebensmittel weg, bin aber dennoch betroffen.