Die französische Art

Einparken ist ja nicht so einfach und nicht so mein Ding. Bin ja auch eine Frau. Dennoch bemühe ich mich ja immer, die Sache ohne Kratzer und Beulen durchzustehen. Und moderne Parksensoren helfen auch enorm dabei.

Da beneide ich ja immer die Franzosen. Ist die Parklücke zu klein, wird einfach Platz geschaffen. Einmal schwungvoll vor und zurück gefahren und die Parklücke passt selbst für mich. Jetzt hatte ich Gelegenheit, dieses Feeling mal selbst in die Tat umzusetzen. Und was soll ich sagen, das macht richtig Spaß. Vorne ein Schneeberg, hinten ein Schneeberg, dann vorne ein kleinerer Schneeberg, hinten ein kleinerer Schneeberg … und wie fröhlich die Sensoren jauchzten. Oder stöhnten sie gar, ob der Tortur in einem wilden Tatü-tata?

Frühschicht

So ganz habe ich mich noch nicht daran gewöhnt. An den Alltag natürlich. Nach etwa zwei Wochen Ferien beginnt heute wieder die Schule. Und damit natürlich auch mein gewohntes Morgenritual. Denn vor dem Abenteuer mit der Fahrt durch den Winter stand, wie nun auch wieder jeden Arbeits- und Schultag, die Versorgung der Familie an.

Ich stehe immer zuerst auf, damit ich einige Zeit für mich habe. Außerdem habe ich den weitesten Arbeitsweg, weshalb ich immer zuerst aus dem Haus gehe.

Je nach Dienstplan meines Mannes wecke ich dann irgendwann ihn oder meinen Sohn. In letzter Zeit wird das immer schwieriger, denn es ist wirklich unglaublich. Wer glaubt ihr, liebe Leserinnen und Leser meines Blogs, braucht wohl am längsten im Bad? Mein Mann, mein Sohn oder ich?

Richtig! Ich nicht, ich bin am schnellsten, brauche ca. zehn Minuten. Gefolgt von meinem Mann, der braucht etwas länger, muss sich aber auch rasieren. Und mein Kind? Er ist kein Hygienefanatiker, wir müssen darauf achten, dass er sich regelmäßig die Hände wäscht („nach dem Klo und vor dem Essen, Händewaschen nicht vergessen“), so dass ich den Eindruck habe, er könnte seine Verrichtungen im Bad in 12 Sekunden schaffen.

Nun, wie lange braucht der? Sage und schreibe eine halbe Stunde. Ich frage mich, was der solange macht, jedenfalls bremst er uns damit ganz schön aus.

Weihnachtsfeiern

Die Weihnachtszeit ist ja auch die Zeit von Weihnachtsfeiern. So besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit Freunden, Kollegen, dem Sport- bzw. Gesangs- oder Schützenverein oder Nachbarn sich auf dem örtlichen Weihnachtsmarkt oder in einem gemütlichen Lokal, Sportlerheim oder ähnlichen zu treffen und die Advents- und Weihnachtszeit in froher Runde zu genießen.

Damit der heimische Ehefrieden nicht darunter leidet, ist es zwingend erforderlich, sich beim Partner die nötige Erlaubnis für derartige Vergnügungen erteilen zu lassen. Als Service für die Leser meines Blogs hier mal die entsprechenden Antragsformulare.

Antragsformular für den Mann:

 

Antragsformular für die Frau:

 

Nörgeln hilft

Nörgeln hilft, jedenfalls manchmal. Nachdem ich mich ziemlich zickig und genervt gegeben habe, sind wir, zumindest drei von uns, nämlich noch Herrmann und Sven mit mir kurz nach halb zwei aufgebrochen. Dafür habe ich mich artig hinten hin gesetzt. Sven fuhr als erstes.

An so einem Mietwagen muss man sich ja immer erst gewöhnen, das geht nicht nur mir so, sondern auch den Jungs. Und so war es nicht verwunderlich aber dennoch unangenehm, dass die Klimaanlage auf 17 °C eingestellt war. Glücklicherweise war dieses Auto sehr gut ausgestattet und die hinteren Passagiere, also ich, konnten eine eigene Temperatur einstellen. Nachdem ich die auf 28 °C hochgedreht hatte, war die sich einstellende resultierende Temperatur ungefähr so, dass es halbwegs erträglich für mich war. Vorn Eiszapfen, hinten Wüste. Es zog nur ein bisschen. Irgendwann war es dann auch Sven so kalt, dass die beiden vorn intensiv gesucht und gefunden und die Temperatur auf erträgliche 21 °C geregelt haben. Dann konnte ich nachziehen und im Auto herrschte eine einheitliche Temperatur.

Ansonsten war ich froh, dass doch relativ viele LKWs unterwegs waren. Diese wurden von den PKWs überholt, wodurch die linke Fahrspur, auf der wir fuhren, immer mal blockiert und wir auf 150 oder noch weniger Kilometer pro Stunde abbremsen mussten. Der Krampf meiner Hand im Polster ließ dann sofort nach.

Immerhin haben wir dann nach etwa zwei Dritteln der Strecke eine Pause eingelegt, einen Kaffee getrunken und die Jungs haben auch was gegessen. Und Sven war so lieb, für uns alle zu bezahlen. Eigentlich sind sie ja gar nicht so schlimm, doch irgendwie gehen dann doch ab und zu mal die Hormone oder was auch immer mit ihnen durch.

Nach der Pause fuhr dann Herrmann und im Vergleich dazu ist Sven doch sehr zurückhaltend gefahren. Zum Glück hatten die beiden das Navi noch nicht im Griff, weshalb ich ergänzend mein altes Handy gezückt und dort die Strecke zum Hotel eingegeben habe. Und das Handy-Navi ist mein Freund. An Autobahnauf- oder -abfahrten und sonst noch ab und zu meldete es sich mit der Aufforderung „Bitte die Höchstgeschwindigkeit beachten“. Selbst Herrmann ist dann vom Gas gegangen und so lange langsam gefahren, bis er geschnallt hatte, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung schon lange wieder vorbei war.

Schließlich sind wir dann doch gut angekommen und kurz nach uns, wir standen noch an der Hotelrezeption, kamen auch die anderen. Die müssen dann doch ziemlich tief geflogen sein.

Nachdem wir unsere Zimmer in Beschlag genommen haben, sind wir dann noch in einen Biergarten und haben dort noch nett gegessen und getrunken. Nur Sven war nicht mit, weil er noch seinen Vortrag vorbereiten musste. Für alle anderen hat so der Tag dann doch noch einen halbwegs brauchbaren Ausklang gefunden.

53 Melonen

„Mathebücher sind der einzige Ort, an denen es völlig normal ist, 53 Melonen zu kaufen.“

Wir waren gestern in der Schule um einen Vortrag über das Lernen zu lauschen. Bevor es losging, wurden nette Sprüche dieser Art an die Wand geworfen und diesen einen konnte ich mir merken, weil ich ihn besonders lustig fand. Die Dame hat das ganz nett gemacht, allerdings habe ich nicht viel Neues gelernt. Nach wie vor bin ich ratlos, wie ich mein Kind motiviere, sich mehr für die wichtigen Dinge des Lebens zu interessieren. Oder anders gesagt, wie ich seine Prioritätenliste ändern kann.

Aber das ist nicht der Grund, warum mir jetzt der Schädel brummt. Auch nicht, dass ich heute, wie jedes Jahr um diese Zeit, zur Grippeschutzimpfung gegangen bin. Diesmal war ich auch im Gegensatz zum letzten Jahr tatsächlich gesund. Nein, der Grund ist meine Schnattertasche von Kollege mir gegenüber, Andreas. Da heißt es immer, dass Frauen soviel schwatzen. Das ist nicht wahr, jedenfalls im Vergleich zu Andreas. Dessen Mundwerk kann einfach nicht still stehen. Meist quatscht er nicht mit mir, weil ich inzwischen versuche, Gespräche mit ihm zu meiden. Er ist eigentlich sehr nett, aber einmal ein Plausch angefangen und ein Stündchen ist rum. Egal, wer mit ihm quatscht. Und auch egal, ob direkt vis-a-vis oder am Telefon. Jedenfalls war gerade wieder so ein Moment.

Ich kann mich dann einfach nicht konzentrieren, wenn der erzählt. Und was der erzählt, das Blaue vom Himmel, egal ob fachlich oder privat. Und wenn ich dann endlich hoffe, dass er fertig ist, fängt er einfach wieder von vorne an. Da hilf nur eins, Kopfhörer auf und die volle Musikdröhnung. Das lenkt zwar auch ab, aber bei genügend langweiliger Musik geht das.

Dennoch dröhnt mir dann davon der Kopf, zumal ich mich konzentrieren musste. Nächste Woche fahre ich zum Erfahrungsaustausch ins ferne Bayern und da habe ich meinen Vorträgen noch den letzten Schliff gegeben. Eigentlich wollte ich gar nicht hin, aber Herrmann hat mich überredet. Allein vor der Fahrt dahin graut mir. Die Jungs müssen immer zeigen, was für tolle Hechte sie sind und rasen, was das Zeug hält.  Als ich dann mal ein Stück fuhr, wurden sie unruhig, weil ich auch mal jemanden überholen ließ, obwohl wir nicht wirklich länger gebraucht haben. Aber die Herren fühlen sich eben nicht wohl, wenn kein Strudel im Tank ist.

Doch zurück zu meinen Vorträgen. Ich sollte mir nun ein Thema aus den Fingern saugen, dafür, dass ich auf eine Dienstreise darf, die ich gar nicht wollte. Ok, nach einigen Überlegen fiel mir was ein, was die anderen vielleicht interessieren könnte.

Als dann die Einladung mit der Agenda verschickt wurde, staunte ich, dass ich mit drei Themen dran bin. Zwei Themen, die für mich zwar relevant sind, die aber die anderen nicht wirklich interessieren. Also habe ich artig  auch diese Themen vorbereitet, aber heimlich die Agenda umgebaut. Das erste Thema habe ich als erstes meiner drei gesetzt und die Zeit verlängert, bei den beiden anderen dafür gekürzt. Und vielleicht fällt ja dann noch was weg, weil ich die Zeit beim ersten trotzdem überziehen werde.

Jetzt ist aber erst einmal Wochenende. Erholt Euch gut.