Die Grippewelle rollt

Der Daily Prompt, heute über Täglicher Themenvorschlag: Tremble

Es gibt bei uns im Großraumbüro die unterschiedlichsten Leute. Das ist ganz normal. Davon sind auch zwei Kollegen alter Schule, die jeden Tag rumgehen und jeden einzelnen mit Handschlag begrüßen. Andere brüllen oder murmeln ein „Guten Morgen“ in die Runde oder setzen sich wortlos an ihren Platz und beginnen mit der Arbeit.

So gut die Sitte des täglichen Handschlags auch ist, in Zeiten der Grippewelle ist das auch etwas gefährlich. Ich bin dann auch nicht der Typ, der dann den Handschlag ablehnt, es sei denn, ich habe gerade eine ansteckende Krankheit. Andererseits mag ich mich auch nicht anstecken. Also gehe ich diskret Händewaschen, damit ich nicht den ganzen Tag vor Angst zittern muss, ob ich mich angesteckt habe.

Im Bad treffe ich Anja.

„Na, desinfizierst Du auch die Hände nach der morgendlichen Begrüßung?“, fragt sie mich nur trocken …

Bond und die guten Vorsätze

Gestern war „Wirf-deine-Neujahrsvorsätze-über-Bord-Tag“. Eine Erleichterung für viele von uns. Einen guten Vorsatz hatte ich nicht, nämlich mir das Rauchen abzugewöhnen. Glücklicherweise habe ich das nicht nötig, weil ich Nichtraucherin bin.

Alle Raucher, die gern aufhören möchten, können sich ja den Superagenten James Bond zum Vorbild nehmen. Als ehemaliger Kettenraucher ist es ihm gelungen, schon seit 2002 vom Glimmstängel die Finger zu lassen. Und das, obwohl seine Girls das nicht schafften.

Also, liebe angehende Nichtraucher, seid tapfer und haltet durch. Bond hat’s auch geschafft.
Hier nochmal zum Nachlesen:

Sieben gute Gründe, die für den Eierbauern sprechen

Das stimmt so nicht. Mein Flow, mein Schreibfluss, ist nicht vorbei wie ich am Donnerstag noch behauptet habe. Tatsächlich ist aber meine langweilige Phase vorüber. Gestern bin ich gerade noch so an einer sehr umfangreichen Aufgabe vorbeigeschrammt. Ich sollte ein 8D-Team moderieren. Schön, wenn mir der Kollege, zu dem mir eine ganz spezielle Geschichte einfällt, die ich sicherlich auch schon mal publiziert hatte und wo ich eigentlich auch mal eine Fortsetzung schreiben wollte, den Titel hatte ich schon, aber mir fehlte dann die Zeit, aber, um den Faden wieder aufzugreifen, mir fehlte die formale Qualifikation. Wer blickt bei diesem Schachtelsatz noch durch? Trotzdem bin ich nicht ganz ohne Aufgabe entkommen, so dass mir gestern die Zeit weg gerannt ist.

Es ist ganz einfach. Ich kaufe meine Eier beim Bauern, bei uns nur kurz Eierbauer genannt. Es gibt mehrere Gründe dafür, wie ich schon in einem Kommentar bei Mosi geschrieben hatte, was mich zu diesem Beitrag inspiriert hat.

  1. Wo kann man schon so schön sortierte Eier kaufen? Braun und weiß, schön im Wechsel!
  2. Ich habe keinerlei Umweg. Jeden Tag fahre ich da vorbei auf dem Weg zur Arbeit.
  3. Natürlich schmecken die besser, obwohl ich noch keine Blindprobe gemacht habe.
  4. Sie sind relativ günstig, 20 Cent das Stück. Manchmal bekomme ich auch eine Packung mit kleinen Eiern von Junghühnern geschenkt.
  5. Ich habe immer mal die Gelegenheit zu einem Schwätzchen mit dem Bauern oder der Bäuerin. Sie sind mir ans Herz gewachsen, weshalb sie auch Ostern und Weihnachten eine kleine Aufmerksamkeit bekommen. Ostern manchmal nicht, weil ich wegen der üblichen Straßenbauarbeiten doch nicht vorbeikommen kann.
  6. Ich habe selbst auch schon kleine Geschenke (außer der kleinen Eier) bekommen: selbst gemachte Marmelade, selbst gepflücktes Obst etc.
  7. Ich werde die Raser, die hinter mir meist an der Stelle schon eine Schlange bilden, elegant los. An der nächsten Ampelkreuzung stehen die dann alle vor mir, was mir sympathischer ist, da so niemand in meinen Kofferraum kriechen kann.

Wenn das nicht gute Gründe sind?

Flow im Sinkflug

Die treuen und aufmerksamen Leserinnen und Leser meines Blogs haben es bemerkt und oft auch entsprechend ermutigend kommentiert: Ich hatte einen „Flow“, mir fielen etliche Beiträge ein, die ich hier veröffentlichen konnte. Doch so langsam spüre ich es, der Flow ist vorbei, over.

Die Ursache liegt vor allem darin, dass das hohe Maß an Langeweile, mit dem ich mich „zwischen den Jahren“ rum schlug, langsam vorbei ist. Ja, ich habe es geschafft und mir wieder einige Aufgaben aufgebürdet. Und auch in der Freizeit ist Schluss mit lustig, jetzt gehe ich wieder regelmäßig zum Sport. Mir tut auch schon alles weh, vom Training.

Da sind wir auch gleich beim Thema. Heute plagen mich mal wieder Kopfschmerzen. Das ist ganz besonders angenehm hier im Großraumbüro, wenn alle durcheinander schwatzen. Die Geräuschkulisse ist dann kaum erträglich. Ich habe schon die zweite Tablette geschluckt, ohne nennenswerte Wirkung.

Es wird Zeit, dass es Feierabend wird. Immerhin, heute ist nicht so ein Schneesturm wie gestern. Ich musste irgendwie immer an Mythodea von Vangelis denken, bei dem die Musik (die Bilder eher nicht) zu meinen Gefühlen gestern im Auto passten:

Teilweise war die Straße gar nicht mehr zu erkennen. Überhaupt, sah ich nur Schneewolken, die von links nach rechts über die Straßen wehten. So schlimm, dass der Abstandssensor sich verabschiedet und mir mitteilte, dass er nichts mehr erkennen könne. Ich solle doch bitte alleine gucken. Klasse! Wir sind noch weit weg, vom autonomen Fahren, wenn die Technik streikt, sobald es brenzlig wird.

Ansonsten fährt es sich in letzter Zeit eigentlich ganz gut. Offenbar benötigen viele Leute ihr Auto gar nicht, denn die Straßen sind derzeit vergleichsweise leer. Die variablen Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Autobahn sind sonst im Berufsverkehr immer auf „80“, aber seit einigen Tagen schon auf „120“, was ein deutliches Zeichen dafür ist, das relativ wenig Verkehr ist. Da frage ich mich doch, ob sonst die Leute wirklich auf das Auto angewiesen sind, oder nur aus Faulheit damit fahren und die Straßen verstopfen.

Aber genug gemeckert und geklagt. Jetzt muss ich wieder klotzen.

Notvorrat

Vor Weihnachten, wahlweise auch Ostern oder Pfingsten, geht ja immer laut Volksglauben die Welt unter. Und da wir alle vorbildliche Staatsbürger sind, legen wir, wie es unser Innenminister und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfehlen, einen Notvorrat an.

 Es gibt natürlich wie immer Ausnahmen, Mitbürger, die über den Dingen stehen und glauben: „Mein Strom kommt aus der Steckdose, ich brauche das nicht“
Zu diesen haben wir uns eigentlich auch gezählt, denn wir waren am ersten Feiertag bei der Schwiegermutter, am zweiten bei meinen Eltern und dort haben wir auch noch unser Kind abgegeben. Und überall gab’s Essen in Hülle und Fülle, so dass nicht nur wir noch drei Tage später satt waren. Entsprechend wenig haben wir, unserer Meinung nach, vor Weihnachten eingekauft.
Wenn ich aber heute den Kühlschrank öffne, dann sieht es darin so aus:
Vollgestopft bis oben hin. Das Dumme ist, dass das Haltbarkeitsdatum für die meisten Sachen langsam abläuft. Wir müssen also alles aufessen.
Abnehmen muss wieder mal warten.

Pomelo

Heute beim Essen hatte ein Kollege eine Pomelo mit. Die war schon geschält und in Schnapphäppchen geschnitten. Sie sah lecker und saftig aus. Es war eine mit rotem Fleisch.

Meine eigenen Erfahrungen mit Pomelos sind durchwachsen. Mal sind die Dinger wirklich süß und saftig, aber oft auch einfach nur trocken und strohig. Außerdem dauert es ewig, bis die geschält und zerteilt sind.

Eine Kollegin meinte, sie kauft keine roten mehr, da hat sie bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht. Das kann ich so nicht bestätigen, allerdings ist es immer ein Risiko, da zumindest ich leider nicht von außen erkennen kann, wie die Qualität ist.

© W. R. Wagner / PIXELIO (www.pixelio.de)

Der Tag danach

Zugegeben, es ist schon schräg, am Neujahrsmorgen um acht Uhr morgens mit Putzen zu beginnen. Es wäre schon für einen ganz normalen Sonntag seltsam, doch genau das habe ich tatsächlich getan. Der geneigte Leser und die geneigte Leserin fragt sich jetzt sicherlich, warum macht die sowas? Ich kann das erklären.

Angefangen hat es eigentlich schon im Laufe der letzten Woche. Treue Leser meines Blogs wissen, dass ich arbeiten war. Mein Mann auch, nur mit dem Unterschied, dass er sich eigentlich hätte krank schreiben lassen müssen. Aber alle seine Kollegen waren im Urlaub oder selbst krank und er war somit der letzte Mohikaner. Außerdem hat er ein außergewöhnlich hohes Pflichtbewusstsein gepaart mit der Furcht, als Hypochonder abgestempelt zu werden. Und somit ging er mit tiefsten Brummbass und asthmaähnlichen Hustenanfällen auf Arbeit. Und weil es ja ein besonderes Wochenende war, musste er auch noch Silvester zwei Stunden rackern.

Jeder kann sich vorstellen, welche Kondition jemand mit einer Lungenentzündung, zumindest annähernd, kombiniert mit Schlafmangel hat. Nach seinen zwei Überstunden am Morgen waren wir dann auch noch einkaufen, dafür gönnten wir uns aber ein Mittagsschläfchen.

Glücklicherweise hatten wir fast nichts vor, nur ein Konzert am Nachmittag. Unser Sohn weilte bei meinen Eltern.
Die Frage war, ob mein Mann zum Konzert mitkommen kann. Wir hatten Karten für den Messias, für 25 Euro das Stück in der ersten Reihe. Leider war es viel zu kurzfristig, so dass mehrere Freunde, denen wir die Karten überlassen hätten, ablehnen mussten, da sie schon was anderes vor hatten. Ich nörgelte rum, dass ich keine Lust habe, allein zu gehen, obwohl ich das schon gemacht hätte, statt vielleicht zwei Karten verfallen zu lassen. Wir versuchten es aber anders und mein lieber Mann warf zwei Codein-Tabletten ein. Das war schon ein Risiko. Wenn er trotz der Dinger die ganze Zeit hustet, kommt das nicht gut an. Wenn die Dosis zu hoch war, hätte er abklappen können. Aber das Zeug hat erstaunlich gut gewirkt. Er musste nur ganz diskret hüsteln und ist trotz der zentral dämpfenden Wirkung nicht eingeschlafen.

Nur später, nach dem Essen, kam, was kommen musste. Gegen neun Uhr abends wurde er müde. Dabei war es gerade spannend, wir guckten das Phantom der Oper, die supertolle Aufzeichnung der legendären Aufführung zum 25. Jahrestag in der Royal Albert Hall. Wer das nicht kennt, das ist unbedingt empfehlenswert.

Auch der Abspann ist interessant. Es gibt dann noch eine Ansprache von Webber persönlich und anschließend sind alle verfügbaren Ex-Darsteller anwesend und Sarah Brightman singt mit fünf Phantomen ein Medley.

Wir haben aber nur bis „Wishing you where somewhere here again“ durchgehalten. Halb elf fiel der Hammer. Immerhin hat mein Liebster im Gegensatz zu mir tief und fest geschlafen, das erste Mal seit einiger Zeit. Ich habe es ihm gegönnt. Ich wachte aber kurz nach Mitternacht wegen der Knallerei und dann immer wieder auf.

Am Neujahrsmorgen kuschelten wir. Ich mag es, in Löffelstellung mit meinem Mann am frühen Morgen noch zu kuscheln. Diesmal war er noch sehr schläfrig. Ich liebe es auch, wenn ich seine ruhigen, gleichmäßigen Atemzüge höre, ja selbst das Schnarchen mag ich. Ich weiß, dass auch er sich dann wohl fühlt. Doch bei einer Erkältung ist das Schnarchen noch ein paar Dezibel lauter und in diesem Fall gab es sowas wie eine Explosion in meinem Ohr. Ich bin aufgestanden.

Noch vor dem Frühstück, dass nach der Schlemmerei der letzten Tage und auch der bevorstehenden Schlemmerei des Neujahrstages bei meinen Eltern eher ein Frühstückchen war, bin ich raus. Erst habe ich den Müll und die leeren Flaschen weg gebracht. Naja, es war eine Flasche Sekt, die wir getrunken hatten. Ich, denn er hat nur an seinem Glas genippt, aber es ist ihm nicht bekommen. Da ich schalen Sekt überhaupt nicht mag, habe ich eben den „Rest“ getrunken.

Draußen war, wie auch schon Silvester, wunderbares Wetter und es war kalt. Ich fand es sehr angenehm, durch die stillen Straßen zu gehen. Bei der Gelegenheit habe ich gleich noch den Vögeln in unserem nahe gelegenen Park ein bisschen Futter hin getan und bin dann über den Markt zu unserem Parkhaus gelaufen, um das Auto zu holen. Auf dem Markt konnte ich kaum treten, so übersät war der mit Feuerwerksresten der Nacht.

Die fleißigen Heinzelmännchen von der Müllabfuhr hatten eine ordentliche Aufgabe zu bewältigen, aber noch nicht vor sieben Uhr. Zu der Zeit waren nur Polizeistreifenwagen und häusliche Krankenpflege auf den Beinen. Und ich.

Und da es nur ein normales Wochenende, zumindest von der Zeitdauer, war, kam es, dass ich dann auch noch die Wohnung putzte, bevor wir zu meinen Eltern sind, um unser Kind zu holen.

Der hat, im Gegensatz zu uns, bis nach Mitternacht durchgehalten, hing aber ganz schön ab, genau wie die Katze.

Den Rest vom Phantom haben wir dann übrigens gestern Abend gesehen.