Der Tag danach

Zugegeben, es ist schon schräg, am Neujahrsmorgen um acht Uhr morgens mit Putzen zu beginnen. Es wäre schon für einen ganz normalen Sonntag seltsam, doch genau das habe ich tatsächlich getan. Der geneigte Leser und die geneigte Leserin fragt sich jetzt sicherlich, warum macht die sowas? Ich kann das erklären.

Angefangen hat es eigentlich schon im Laufe der letzten Woche. Treue Leser meines Blogs wissen, dass ich arbeiten war. Mein Mann auch, nur mit dem Unterschied, dass er sich eigentlich hätte krank schreiben lassen müssen. Aber alle seine Kollegen waren im Urlaub oder selbst krank und er war somit der letzte Mohikaner. Außerdem hat er ein außergewöhnlich hohes Pflichtbewusstsein gepaart mit der Furcht, als Hypochonder abgestempelt zu werden. Und somit ging er mit tiefsten Brummbass und asthmaähnlichen Hustenanfällen auf Arbeit. Und weil es ja ein besonderes Wochenende war, musste er auch noch Silvester zwei Stunden rackern.

Jeder kann sich vorstellen, welche Kondition jemand mit einer Lungenentzündung, zumindest annähernd, kombiniert mit Schlafmangel hat. Nach seinen zwei Überstunden am Morgen waren wir dann auch noch einkaufen, dafür gönnten wir uns aber ein Mittagsschläfchen.

Glücklicherweise hatten wir fast nichts vor, nur ein Konzert am Nachmittag. Unser Sohn weilte bei meinen Eltern.
Die Frage war, ob mein Mann zum Konzert mitkommen kann. Wir hatten Karten für den Messias, für 25 Euro das Stück in der ersten Reihe. Leider war es viel zu kurzfristig, so dass mehrere Freunde, denen wir die Karten überlassen hätten, ablehnen mussten, da sie schon was anderes vor hatten. Ich nörgelte rum, dass ich keine Lust habe, allein zu gehen, obwohl ich das schon gemacht hätte, statt vielleicht zwei Karten verfallen zu lassen. Wir versuchten es aber anders und mein lieber Mann warf zwei Codein-Tabletten ein. Das war schon ein Risiko. Wenn er trotz der Dinger die ganze Zeit hustet, kommt das nicht gut an. Wenn die Dosis zu hoch war, hätte er abklappen können. Aber das Zeug hat erstaunlich gut gewirkt. Er musste nur ganz diskret hüsteln und ist trotz der zentral dämpfenden Wirkung nicht eingeschlafen.

Nur später, nach dem Essen, kam, was kommen musste. Gegen neun Uhr abends wurde er müde. Dabei war es gerade spannend, wir guckten das Phantom der Oper, die supertolle Aufzeichnung der legendären Aufführung zum 25. Jahrestag in der Royal Albert Hall. Wer das nicht kennt, das ist unbedingt empfehlenswert.

Auch der Abspann ist interessant. Es gibt dann noch eine Ansprache von Webber persönlich und anschließend sind alle verfügbaren Ex-Darsteller anwesend und Sarah Brightman singt mit fünf Phantomen ein Medley.

Wir haben aber nur bis „Wishing you where somewhere here again“ durchgehalten. Halb elf fiel der Hammer. Immerhin hat mein Liebster im Gegensatz zu mir tief und fest geschlafen, das erste Mal seit einiger Zeit. Ich habe es ihm gegönnt. Ich wachte aber kurz nach Mitternacht wegen der Knallerei und dann immer wieder auf.

Am Neujahrsmorgen kuschelten wir. Ich mag es, in Löffelstellung mit meinem Mann am frühen Morgen noch zu kuscheln. Diesmal war er noch sehr schläfrig. Ich liebe es auch, wenn ich seine ruhigen, gleichmäßigen Atemzüge höre, ja selbst das Schnarchen mag ich. Ich weiß, dass auch er sich dann wohl fühlt. Doch bei einer Erkältung ist das Schnarchen noch ein paar Dezibel lauter und in diesem Fall gab es sowas wie eine Explosion in meinem Ohr. Ich bin aufgestanden.

Noch vor dem Frühstück, dass nach der Schlemmerei der letzten Tage und auch der bevorstehenden Schlemmerei des Neujahrstages bei meinen Eltern eher ein Frühstückchen war, bin ich raus. Erst habe ich den Müll und die leeren Flaschen weg gebracht. Naja, es war eine Flasche Sekt, die wir getrunken hatten. Ich, denn er hat nur an seinem Glas genippt, aber es ist ihm nicht bekommen. Da ich schalen Sekt überhaupt nicht mag, habe ich eben den „Rest“ getrunken.

Draußen war, wie auch schon Silvester, wunderbares Wetter und es war kalt. Ich fand es sehr angenehm, durch die stillen Straßen zu gehen. Bei der Gelegenheit habe ich gleich noch den Vögeln in unserem nahe gelegenen Park ein bisschen Futter hin getan und bin dann über den Markt zu unserem Parkhaus gelaufen, um das Auto zu holen. Auf dem Markt konnte ich kaum treten, so übersät war der mit Feuerwerksresten der Nacht.

Die fleißigen Heinzelmännchen von der Müllabfuhr hatten eine ordentliche Aufgabe zu bewältigen, aber noch nicht vor sieben Uhr. Zu der Zeit waren nur Polizeistreifenwagen und häusliche Krankenpflege auf den Beinen. Und ich.

Und da es nur ein normales Wochenende, zumindest von der Zeitdauer, war, kam es, dass ich dann auch noch die Wohnung putzte, bevor wir zu meinen Eltern sind, um unser Kind zu holen.

Der hat, im Gegensatz zu uns, bis nach Mitternacht durchgehalten, hing aber ganz schön ab, genau wie die Katze.

Den Rest vom Phantom haben wir dann übrigens gestern Abend gesehen.

Blue Flowers

Wer geglaubt hat, dass wir in diesem Jahr Silvester wieder eine Tanzveranstaltung aufsuchen, hat sich geirrt. Wir hatten mal eine Pause nötig und waren auf etwas Passives aus, obwohl wir eigentlich auch den Discofox üben müssten.

Schon vor längerer Zeit hatten wir uns Karten für’s Thearter gekauft. Und das war auch notwendig, um noch halbwegs gute Plätze zu bekommen. Eigentlich waren wir schon etwas zu spät dran. Es gab Blue Flowers mit Susanne Engelhardt in der Hauptrolle.

Susanne Engelhardt als Amy Blue

Es war eine dreistündige Show, die uns sehr gefallen hat. Danach sind wir dann nach Hause gegangen, die Nacht war ja fast um. Zum Abend gab’s Sushi, Lachs und Sekt. Somit sind wir stilvoll ins Neue Jahr gekommen.

Ich wünsche allen Lesern alles Gute zum Neuen Jahr

Happy New Year

Die Silvesterfeier war wirklich so schön, wie erhofft. Vorher hatte ich mich ja noch hingelegt, konnte aber nicht so richtig schlafen, weil die Kinder der Familie, die unter uns wohnen, ziemlich viel Lärm gemacht haben. Da hatte ich schon befürchtet, dass der Abend schwierig wird.

Wir hatten aber genügend Zeit, uns zurecht zu machen und kamen genau richtig an, nicht zu zeitig und nicht zu spät. Am Eingang wurde uns ein Glas Champagner kredenzt, was meine Befürchtung, einzuschlafen, wieder beförderte. Doch ich wollte den Sekt auch nicht ablehenen.

An unserem Tisch waren wir die ersten und konnten uns so schöne Plätze aussuchen. Wir bestellten zunächst ein Wasser, um nicht gleich betrunken zu werden. Dann ging es los, den Anfang des Abends moderierten König August der Starke und Gräfin Kosel. Der König machte mir ein Kompliment, so dass der Abend gerettet war 🙂

Es gab dann ein tolles Buffet, wo wir uns mit Leckereien voll stopfen konnten. Das war definitiv der falsche Termin, um eine Diät zu beginnen. Dann wurde die Tanzfläche frei gegeben und wir konnten das Tanzbein schwingen, was wir auch ausgiebig taten. Allerdings war oft die Tanzfläche recht voll, so dass wir mit „angezogener Handbremse“ tanzen mussten. Das war aber sicher auch ganz gut, denn sonst hätte ich wohl kaum so lange durchgehalten. Am Ende hätten wir beinahe noch Mitternacht verpasst, wenn nicht der DJ die Musik rechtzeitig unterbrochen und statt dessen den Countdown ins Neue Jahr gezählt hätte. Allerdings hätte es mich auch nicht gestört, ins Neue Jahr zu tanzen.

Quelle: Stock Xchng

Gestern haben wir dann Jan wieder von meinen Eltern abgeholt. Wir mussten einen Umweg fahrenm, weil die A14 wegen eines Unfalls gesperrt war. Aber das haben wir hinbekommen. Zum Kaffee hatten wir uns dann noch bei einem alten Freund von mir eingeladen. Er ist seit Mai Vater und so haben wir das Kind und die Mutter des Kindes, mit der er schon 9 Jahre zusammenlebt, kennengelernt. Wie schnell doch so die Zeit vergeht.