Halbstarke

Gestern hatte mein Mann einen Arzttermin und musste somit nicht so zeitig los. Das bedeutete, dass er von mir die „Frühschicht“ übernehmen und sich selbst sowie unser Kind mit Frühstück versorgen und Sohnemann zur Schule schicken konnte. Ich konnte deshalb, obwohl wie immer aufgestanden, eher los und hatte dementsprechend eher Feierabend.

Das ermöglichte mir wiederum, meinen Sohn mit einer der unangenehmsten Aktionen zu quälen, die dieser sich vorstellen kann. Klamotten kaufen! Wir waren im Second-Hand-Laden und haben zum Schnäppchenpreis 3 wunderschöne Pullover erstanden. Das war ja noch einfach. Die eigentliche Hürde kam ja noch: Hosenkauf.

Mir ist völlig schleierhaft, wie andere das so machen. Schließlich ist mein Kind ja nun für mich zwar irgendwo was besonderes, aber ansonsten ja nun nicht einzigartig. Und nicht umsonst gibt es den Begriff Halbstarke. Das Problem: im Gegensatz zu Pullovern finde ich bei Hosen sehr schwierig welche mit guter Passform. Sowohl für meinen Mann und mich und noch viel schwieriger für unseren Sohn. Dieser ist inzwischen viel zu groß für Kindergrößen, obwohl es die 185 ja theoretisch noch gibt. Nur Männergrößen kann er bei Hosen auch nicht nehmen, denn er ist schmal wie ein Handtuch. Wir haben Jeans in der Weite 31 oder 32 und der Länge 36 Zoll gesucht. Andersrum gibt es da Auswahl in Hülle und Fülle, aber so rum?

Schließlich haben wir dann nach vielen Wühlen eine gefunden, die mit Gürtel halbwegs passt. Als wir dann aus dem Laden rausgehen wollten, fanden wir am Eingang noch Garderobenständer mit Hosen von s.Oliver, Tom Taylor und Co. Eigentlich ist das die Etage der Damenabteilung, aber die Markenklamotten müssen offenbar am Eingang präsentiert werden. Das ist das nächste Problem, das mich überfordert. Man weiß in den Läden oft nicht, ob man wirklich alles gesehen hat, oder ob nicht doch noch irgendwo so eine Ecke mit dem ultimativen Teil ist. Und das mit einem quengelnden Teenager. Die Verkaufsstrategen denken nicht an das Nervenkostüm der geplagten Kundschaft.

Am Ende hatten wir dann drei Hosen, was eine beachtliche Ausbeute ist. Der Winter kann kommen.

Ein Abwasch

Eigentlich war es eine gute Idee. Das Auto meines Mannes ist heute zur Durchsicht. Bei der Gelegenheit sollen die gleich die Winterreifen gegen Sommerreifen tauschen. Der Mechaniker guckte uns schief an, ob wir das wirklich wollen. Klar, ist doch schon recht frühlingshaft und der Winter verdient in diesem Jahr, glücklicherweise, diesen Namen ja kaum.

Und heute früh? Als wenn der Winter es uns zeigen möchte, wie blöd es ist, Mitte März schon Sommerreifen aufzuziehen. Schnee!

© Thomas Max Müller / PIXELIO (www.pixelio.de)

Aber wir lassen uns nicht unterkriegen. Wenn es eben noch Winter ist, muss ich meinen Göttergatten halt auf Arbeit bringen und dort wieder abholen. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass ich später auf Arbeit komme und dafür früher gehen muss …

Problemzonen

Nach der Saunasaison habe ich mit meinem Kind gestern auch die Schwimmsaison eröffnet. Der aufmerksame Leser wundert sich vielleicht, wieso ich nach dem Sommer die Schwimmsaison eröffne, noch dazu wo es doch so ein super Sommer war, bei dem man doch quasi jeden Tag baden gehen konnte. Das liegt daran, dass ich eigentlich nicht gerne baden gehe. Mich begeistert es auch nicht, mich im Freibad auf meiner Decke umzuziehen und ich werde unruhig, wenn ich meinen ganzen Kram dort liegen lassen muss, während ich im Wasser bin. Das wären zwar lösbare Probleme, können aber gut zu meiner Verteidigung herhalten.

Die eigentliche Ursache liegt eher darin, dass ich die pralle Sonne zunehmend schlechter vertrage. Auch dieses Argument könnte man damit vom Tisch wischen, dass es sicher auch irgendwo Bäder mit ausreichend Schattenplätzen gibt. Trotzdem müsste ich Sonnenmilch verwenden, die ich klebrig und eklig finde.
Aber, um ehrlich zu sein, vor allem stört mich das Viehzeug, was dann dauernd angekrabbelt und -geflogen kommt und von meinem süßen Blut kosten möchte. Oder auch einfach nur auf mir rumturnen.
Und dann der Dreck. Sand- und Schmutzkrümel überall. Das kratzt und juckt und ist unangenehm. Und im Wasser schimmt mitunter irgendwelches unidentifizierbares Zeug herum, von dem ich gar nicht wissen möchte, worum es sich handelt.
Außerdem wird mir beim Baden schnell langweilig. Ich möchte da mehr Abwechslung.

Anders ist es natürlich im Hallenbad. Es gibt ordentliche Umkleidekabinen und Spinde, die Sonne schadet der Haut nicht und das Wasser ist ordentlich gechlort. Klinisch rein. Keine Ausrede mehr. Dort betrachte ich das Schwimmen als Sport. Ich ziehe meine Bahnen und zwinge mein Kind, es mir gleich zu tun. Der Bursche braucht schließlich auch etwas Sport.

© Diana Sabrina Bachler / PIXELIO (www.pixelio.de)

Gestern ist mir aufgefallen, dass es mir, trotz Sommerpause, wesentlich leichter fiel, als erwartet. Ich habe knapp ein Drittel mehr Bahnen geschafft. Liegt das, ähnlich wie beim Fahrradfahren, vielleicht daran, dass auch hier ein Effekt vom Fitnessstudio zu beobachten ist? Das wäre ja toll.

Nun sind die Leistungen, die ich beim Fahrradfahren und Schwimmen messe, ja objektiv, letztendlich eine Art Durchschnittsgeschwindigkeit, die sich erhöht. Nur warum sehe ich das nicht auf der ebenfalls leider unbestechlichen Waage? Wieso hat sich meine Kleidergröße nicht geändert? Sind das jetzt alles Muskeln?

Wehmut

Da jammert man die ganze Zeit über die Hitze. Und nun? Heute soll ja der letzte Tag sein, an dem es so heiß ist. Ab morgen haben wir dann Herbst. Zumindest metrologisch gesehen. Und das Wetter soll auch nicht mehr sommerlich sein.

Da werde ich mal sehen, dass ich heute noch die Gelegenheit zum radeln nutze. Das ist in diesem Jahr sowieso etwas zu kurz gekommen. Und dann war’s das damit vermutlich, weil es dann auch schon ziemlich zeitig dunkel wird.

Also freuen wir uns auf einen hoffentlich goldenen Herbst  und wieder schlaftaugliche Temperaturen im Schlafzimmer.

Sommerloch

Fast wie in alten Zeiten, könnte man sagen. Dabei ist es bloß das Sommerloch. Burschi ist bei den Großeltern, so dass wir tun und lassen können, was wir wollen. So weit, so gut. Nur, was, wenn die äußeren Umstände jegliche Aktivitäten ersticken? Wie gestern zum Beispiel.

Eigentlich wäre ja wieder Zeit für’s Fitness-Studio gewesen. Aber bei der Hitze? Wo man schon vom Nichtstun schwitzt? Das muss man sich ja nun wirklich nicht antun, zumal wir ja auch keine zwanzig mehr sind.
Was gibt’s noch? Leider herrscht Sommerloch, Veranstaltungen gibt es nicht sooo viele. Heute wollen wir noch zu einem Reisevortrag, aber gestern war nichts weiter, was uns interessiert hätte. Naja, my home is my castle, machen wir es uns doch einfach zu Hause gemütlich.

Also erst noch ein wenig die Klamotten- und Schmuckangebote auf ebay studiert, allerdings war mir selbst das bei der Hitze zu anstrengend. Zeitung gelesen. Abendbrot gegessen. Und schon vor den Nachrichten fertig. Normalerweise gucken wir immer eine Aufzeichnung der Nachrichten, weil wir bis zur Sendung nie so weit fertig sind. Gestern schon. Na gut, dann gucken wir eben einen Film. Wir haben ja noch haufenweise Videos da.

Der Film war abstrus, obwohl er mit Ben Stiller war, den ich eigentlich mag. Aber den Film konnte man in die Tonne kloppen. Sci-Fi-Komödie. Und life hatten wir dann auch keine Lust mehr, zu gucken.

Man kann sich ja ein bisschen Urlaubsfeeling holen und mal was lesen. Zeitschriften habe ich noch genug und Bücher erst recht. Aber nach zehn Minuten fielen mir die Augen zu. Wenn man um fünf aufsteht, ist das eben so. Jedenfalls bei mir. Und bei der Hitze. Aber kann man denn um neun schon schlafen? Das ist doch viel zu zeitig. Und das Gewitter war auch noch nicht ran, geschweige denn durch.

Jens streichelte meine Wangen und meinte, dass man kann. Zumindest ins Bett gehen. Und er fing an, an meinem Ohr zu knabbern. Und – ja, es ist nicht schlimm, wenn man(n) älter wird. Im Gegenteil, es ist doch sehr schön, ein langes Vorspiel. Ungestört. Ohne Zeitdruck. Er brachte mich noch vor dem eigentlichen Akt auf Wolke sieben und ich schwebte dann mit ihm – nun nicht durch die ganze Nacht, aber der Abend war sehr schön und das Gewitter war doch eine recht dramatische Untermalung unserer Aktivitäten.

Heute muss ich zeitig Feierabend machen, damit ich noch vor dem oben erwähnten Vortrag das Fitness-Studio nachholen kann. Da ich Fahrgemeinschaft mit Claudia habe, muss auch sie zeitig Feierabend machen, worüber sie aber nicht wirklich böse ist.

… machen das Leben leichter

Mein Göttergatte ist ja handwerklich nicht soooo begabt. Aber es gibt einige Dinge, die lässt er sich nicht nehmen. Bisher. Eins davon ist der saisonale Reifenwechsel von Winter- auf Sommerreifen und umgekehrt. Letzten Freitag hat er sich wieder daran versucht.

Reifenwechsel

Vermutlich bedingt durch den langen harten Winter waren die Räder diesmal jedoch richtig fest dran, so dass er eine Ewigkeit kämpfte, bisher er völlig zerschunden mit blauen Flecken und Knochenschmerzen wieder zu Hause ankam.

Bei der häuslichen tröstenden Fütterung gestand er dann, dass er nur drei Räder geschafft hat. Das vierte war so fest dran, das ging einfach nicht ab.

Vielleicht hätte er jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt? Nein, das ist gemein. Natürlich haben die Fachleute ganz andere Möglichkeiten. Für 4,75 Euro haben dann Monteure einer bekannten Autoteile-Kette das Rad am Samstag gewechselt, während wir unseren Wochenendeinkauf erledigten. Völlig schmerzfrei!

Den nächsten Reifenwechsel werden dann wohl gleich die Fachleute erledigen und dann auch gleich die nicht verwendeten Reifen einlagern.