Nörgeln hilft

Nörgeln hilft, jedenfalls manchmal. Nachdem ich mich ziemlich zickig und genervt gegeben habe, sind wir, zumindest drei von uns, nämlich noch Herrmann und Sven mit mir kurz nach halb zwei aufgebrochen. Dafür habe ich mich artig hinten hin gesetzt. Sven fuhr als erstes.

An so einem Mietwagen muss man sich ja immer erst gewöhnen, das geht nicht nur mir so, sondern auch den Jungs. Und so war es nicht verwunderlich aber dennoch unangenehm, dass die Klimaanlage auf 17 °C eingestellt war. Glücklicherweise war dieses Auto sehr gut ausgestattet und die hinteren Passagiere, also ich, konnten eine eigene Temperatur einstellen. Nachdem ich die auf 28 °C hochgedreht hatte, war die sich einstellende resultierende Temperatur ungefähr so, dass es halbwegs erträglich für mich war. Vorn Eiszapfen, hinten Wüste. Es zog nur ein bisschen. Irgendwann war es dann auch Sven so kalt, dass die beiden vorn intensiv gesucht und gefunden und die Temperatur auf erträgliche 21 °C geregelt haben. Dann konnte ich nachziehen und im Auto herrschte eine einheitliche Temperatur.

Ansonsten war ich froh, dass doch relativ viele LKWs unterwegs waren. Diese wurden von den PKWs überholt, wodurch die linke Fahrspur, auf der wir fuhren, immer mal blockiert und wir auf 150 oder noch weniger Kilometer pro Stunde abbremsen mussten. Der Krampf meiner Hand im Polster ließ dann sofort nach.

Immerhin haben wir dann nach etwa zwei Dritteln der Strecke eine Pause eingelegt, einen Kaffee getrunken und die Jungs haben auch was gegessen. Und Sven war so lieb, für uns alle zu bezahlen. Eigentlich sind sie ja gar nicht so schlimm, doch irgendwie gehen dann doch ab und zu mal die Hormone oder was auch immer mit ihnen durch.

Nach der Pause fuhr dann Herrmann und im Vergleich dazu ist Sven doch sehr zurückhaltend gefahren. Zum Glück hatten die beiden das Navi noch nicht im Griff, weshalb ich ergänzend mein altes Handy gezückt und dort die Strecke zum Hotel eingegeben habe. Und das Handy-Navi ist mein Freund. An Autobahnauf- oder -abfahrten und sonst noch ab und zu meldete es sich mit der Aufforderung „Bitte die Höchstgeschwindigkeit beachten“. Selbst Herrmann ist dann vom Gas gegangen und so lange langsam gefahren, bis er geschnallt hatte, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung schon lange wieder vorbei war.

Schließlich sind wir dann doch gut angekommen und kurz nach uns, wir standen noch an der Hotelrezeption, kamen auch die anderen. Die müssen dann doch ziemlich tief geflogen sein.

Nachdem wir unsere Zimmer in Beschlag genommen haben, sind wir dann noch in einen Biergarten und haben dort noch nett gegessen und getrunken. Nur Sven war nicht mit, weil er noch seinen Vortrag vorbereiten musste. Für alle anderen hat so der Tag dann doch noch einen halbwegs brauchbaren Ausklang gefunden.

Aus mir wird kein Veganer

Um es vorweg zu nehmen, einen Versuch war es Wert. Leider ist dieser mit viel Pomp und Gloria angekündigte Versuch grandios gescheitert. Was war passiert?

Meine Männer hatten mir ja versichert, dass sie mitmachen. Denn eins ist klar, so ein Experiment kann ich nicht allein durchziehen. Und in frühen Jahren hatten wir auch schon mal eine Phase, in der wir uns vorwiegend vollwertig ernährt hatten. Mein Mann und ich, meinen Sohn gab’s damals noch nicht. Offenbar ist der die Ursache allen Übels? Denn seit seiner Geburt ging unsere Ernährung nach und nach den Bach runter. Oder sie passte sich den üblichen Gewohnheiten an. Einiges haben wir aber von damals noch behalten, nämlich dass wir vorwiegend frische und wenig behandelte oder künstliche Lebensmittel bevorzugen. So essen wir z. B. seitdem Butter statt Margarine, noch dazu, wo der Fettgehalt der gleiche ist.

Wir starteten den Tag mit einem leckeren Obstfrühstück. Ananas, Melone, Apfel, Weintrauben, Saft, Wasser. Kein Kaffee. Kaffee ohne Milch schmeckt mir nicht. Kein Brötchen. Brötchen ohne Butter schmeckt mir nicht. Das haben wir schon öfter aus Diätgründen gemacht, allerdings mit Kaffee.

Das Problem ist, dass ich ohne Kaffee ziemlich unausstehlich bin. Ich quäle mich dahin, mein Blutdruck ist im Keller und ich habe eine Tendenz zu Kopfschmerzen. Aber eine Tablette wollte ich auch nicht einwerfen, weil das vielleicht vegan ist, aber sicherlich nicht der Gesundheit dient. Das sind eben die Giftstoffe, die ausgespült werden müssen. Anfangsverschlechterung. Wird schon wieder.

Mein Sohn, der mit seinen 13 Jahren noch keinen Kaffee trinkt, kam besser zurecht. Ihm fehlte aber die Milch. Mein Mann war tapfer und hat sich nichts anmerken lassen. Ich glaube aber, ihm fehlte alles: Wurst, Käse, Milch, Butter.

© Florian Pusch / PIXELIO (www.pixelio.de)

Zum Mittag haben wir Couscous mit Gemüse gegessen. Auch das gehört zum Repertoire, das wir gelegentlich essen. Und dazu sind ja alle gängigen Getränke erlaubt: Wasser, Saft, Bier, Wein. Kein Problem also. Doch der Nachtisch? Nichts Süßes? Etwas Trockenobst gönnten wir uns.

Abends gab’s Salat. Und dann, vorm Fernseher hatten wir noch Hunger. Hunger nicht, aber Appetit. Wir konnten nicht widerstehen. Ein Stückchen Schoki musste her. Milch-Schoki. Und dann noch ein Scheibchen Käse. Und, naja, das Projekt ist gescheitert.

Wir sind einfach zu schwach und können den Verlockungen nicht widerstehen. Vegetarisch kann ich mir ja noch vorstellen. Aber vegan, das ist schon ganz schön hart. Es gehört viel Willen und Disziplin dazu, das durchzuhalten. Hut ab!

© Sandra Krumme / PIXELIO (www.pixelio.de)

Wir haben uns jetzt noch einmal das Buch von H. Anemüller zur Vollwerternährung besorgt. Das gibt’s im Internet für 20 Cent zuzüglich 3 Euro Versand. Das lese ich noch einmal und danach kommt der nächste Versuch: Vollwerternährung.

Das Kilo ist zu dick

Allgemein heißt es ja: „Es geht den Menschen wie den Leuten“. Aber dass es den Referenzmaßen auch so geht, war mir neu. Laut einer Meldung ist das Refernz-Kilo, dass in Paris aufbewahrt wird, inzwischen auch zu schwer. Eigentlich eine gute Nachricht für alle Ãœbergewichtigen, denn damit ist ihr Pfund nur noch ein halbes Kilo wert, ich meine, wenn sie exakt so viel zulegen, wie das Kilo, dann ändert sich an ihrem Gewicht nichts. Alles klar?

Waage

Die größte Gemeinheit allerdings ist, dass das Ur-Kilo durch ein Sonnenbad schlanker wird, wir hingegen müssen Sport treiben.

Orange Tassen für heiße Schokolade!

Immer wieder ist interessant, womit sich die Forscher so beschäftigen. Wie mit der Tassenfarbe für heiße Schokolade, bei der laut einer Untersuchung Kakao aus orangenen Tassen am leckersten ist.

orange Tasse

„Das Ergebnis reiht sich in frühere Studien ein, die bereits gezeigt haben, dass Geschmacksempfinden durch Farben stark beeinflussbar ist, berichten die Forscher. Beispielsweise werden würzige Gerichte als schärfer wahrgenommen, wenn sie rot sind, oder Getränke als erfrischender, wenn sie aus einer blauen statt einer roten Flasche sprudeln. Den Forschern zufolge ist stets der Kontext entscheidend: Die Farbe eines Behältnisses kann durch bestimmte Assoziationen die wahrgenommenen Eigenschaften einer Speise oder eines Getränkes verändern.“

Für mich ergibt sich die Frage, welche Farbei mein Kaffeebecher haben muss, damit der Kaffee am besten schmeckt.

Ich nicht …

Es wird behauptet, dass ich ein Achtel der Lebensmittel, die ich kaufe, wegwerfe. Ich hatte ja schon einmal an anderer Stelle zum gleichen Thema darauf hingewiesen, dass ich das nicht mache. Das lässt meine Erziehung und damit verbundene Grundsätze nicht zu.

Zu gut für die Tonne

Dennoch scheint das Problem so gravierend zu sein, dass sich die Bundesregierung genötigt sieht, eine Reste App in Umlauf zu bringen. Die Idee mag gut sein, nur frage ich mich, ob wirklich mangelnde Kreativität hinter dem Wegwerfwahn oder nur einfach Gedankenlosigkeit und allgemeine Wegwerfmentalität in unserer Gesellschaft daran Schuld ist.