Sieben gute Gründe, die für den Eierbauern sprechen

Das stimmt so nicht. Mein Flow, mein Schreibfluss, ist nicht vorbei wie ich am Donnerstag noch behauptet habe. Tatsächlich ist aber meine langweilige Phase vorüber. Gestern bin ich gerade noch so an einer sehr umfangreichen Aufgabe vorbeigeschrammt. Ich sollte ein 8D-Team moderieren. Schön, wenn mir der Kollege, zu dem mir eine ganz spezielle Geschichte einfällt, die ich sicherlich auch schon mal publiziert hatte und wo ich eigentlich auch mal eine Fortsetzung schreiben wollte, den Titel hatte ich schon, aber mir fehlte dann die Zeit, aber, um den Faden wieder aufzugreifen, mir fehlte die formale Qualifikation. Wer blickt bei diesem Schachtelsatz noch durch? Trotzdem bin ich nicht ganz ohne Aufgabe entkommen, so dass mir gestern die Zeit weg gerannt ist.

Es ist ganz einfach. Ich kaufe meine Eier beim Bauern, bei uns nur kurz Eierbauer genannt. Es gibt mehrere Gründe dafür, wie ich schon in einem Kommentar bei Mosi geschrieben hatte, was mich zu diesem Beitrag inspiriert hat.

  1. Wo kann man schon so schön sortierte Eier kaufen? Braun und weiß, schön im Wechsel!
  2. Ich habe keinerlei Umweg. Jeden Tag fahre ich da vorbei auf dem Weg zur Arbeit.
  3. Natürlich schmecken die besser, obwohl ich noch keine Blindprobe gemacht habe.
  4. Sie sind relativ günstig, 20 Cent das Stück. Manchmal bekomme ich auch eine Packung mit kleinen Eiern von Junghühnern geschenkt.
  5. Ich habe immer mal die Gelegenheit zu einem Schwätzchen mit dem Bauern oder der Bäuerin. Sie sind mir ans Herz gewachsen, weshalb sie auch Ostern und Weihnachten eine kleine Aufmerksamkeit bekommen. Ostern manchmal nicht, weil ich wegen der üblichen Straßenbauarbeiten doch nicht vorbeikommen kann.
  6. Ich habe selbst auch schon kleine Geschenke (außer der kleinen Eier) bekommen: selbst gemachte Marmelade, selbst gepflücktes Obst etc.
  7. Ich werde die Raser, die hinter mir meist an der Stelle schon eine Schlange bilden, elegant los. An der nächsten Ampelkreuzung stehen die dann alle vor mir, was mir sympathischer ist, da so niemand in meinen Kofferraum kriechen kann.

Wenn das nicht gute Gründe sind?

Hinter den Kulissen

So ganz trifft das nicht zu. Ich war nicht wirklich hinter den Kulissen, sondern schon im Zuschauerraum. Aber oben, auf der Empore mit Stehplatz. Bei der Eröffnungsveranstaltung der 21. Silbermanntage in unserem Dom. Der Grund war, dass mein lieber Gemahl im Chor mitgesungen hat. Er hatte mich schon vorgewarnt, dass die Veranstaltung wohl nicht so hyperspannend wird. Jedenfalls nicht für so schlichte Gemüter wie mich. Dementsprechend kaufte ich mir die billigste Eintrittskarte und das war da oben. Mit guter Sicht (obwohl ich mein Opernglas zu Hause gelassen habe), aber stehend. Immerhin, das schützt recht gut vorm Einschlafen.

© Bernd Gross / Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Um jetzt aber keinen falschen Eindruck zu erwecken, möchte ich betonen, dass die Veranstaltung künstlerisch sehr anspruchsvoll und hochklassig war. Ich stehe nur nicht so auf Orgelmusik. Und die andere Musik hätte man nach meinem Geschmack noch straffen können. 90 Minuten waren doch ganz schön lang.

Bei solch hochkarätigen Veranstaltungen darf die Prominenz natürlich nicht fehlen. Und so war sie auch da, die lokalen und regionalen Größen: die Staatsministerin, der Oberbürgermeister, Bundes- und Landtagsabgeordnete, lokale Polit- und sonstige Größen und was weiß ich, wer noch. Nebst Gattin oder Gatten, Lebensgefährten oder allein.

Von meinem Stehplatz auf der Empore aus hatte ich nicht nur einen guten Blick auf die „Bühne“, also den Altarraum, wo ich auch meinen Gatten gut sehen konnte, sondern auch die Prominenz wurde nicht von meinen neugierigen Blicken verschont. Die Promis in der ersten Reihe mussten natürlich andächtig lauschen, ein Bein übergeschlagen und nicht offensichtlich schlafend.

Interessanter war es dann schon ab der zweiten Reihe. Promis wären keine Promis, wenn sie nicht ständig erreichbar wären. Und so ging immer mal ein Lichtlein auf. Nicht dem Promi, sondern dessen Smartphone. Ich bin ja froh, dass ich nicht so wichtig bin und zwischen Orgelspiel und Chorgesang entscheiden muss, ob ich meine Zustimmung zum nächsten Griechenlandhilfspaket, zur Einführung eines Zuwanderungsgesetzes oder zur Umverteilung des Elterngeldes geben muss. Promis müssen sowas.

Bei zwei der Promis in den hinteren Promireihen fiel mir auf, dass diese sich offenbar rein privat fühlten. Ein junger, aufstrebender Abgeordneter und ein alter, mit allen Wassern gewaschener Lokalpolitiker, Beide waren mit Gattin da. Beim jungen weiß ich nicht, ob es seine Gattin war, also sage ich mal Dame. Die Herren trugen dunkle Anzüge, wie sich das gehört. Die Damen eine Bluse mit Jäckchen darüber und Röcken sowie dunkle Strumpfhosen.

Ich finde es sehr schön, dass die beiden Herren ihre Dame mitgebracht haben und diese offenbar auch lieben. Das konnte ich im Laufe des Abends feststellen. Nicht schon nach den inspirierenden warmen Worten zur Einführung und auch noch nicht nach den ersten Takten.

Aber dann, so etwa nach der dritten (oder war’s die zwölfte?) Strophe des Lobgesangs, den der Bass wirklich herrlich meisterte und zum Klang der historischen Instrumente trällerte – Bass und trällern ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck – also sang, jetzt habe ich mich in meinem eigenen Schachtelsatz verlaufen. Kurz, die hielten Händchen.

Verwirrt? Ich auch. Also, sowohl der junge aufstrebende Abgeordnete als auch der mit allen Wassern gewaschene Lokalpolitiker fühlten sich zu ihrer Dame hingezogen. Beide legten ihre Hand auf den Schenkel ihrer jeweiligen Dame. Ein schöner Ausdruck von Zuneigung und Liebe, enger Verbundenheit und gemeinsamen Kunstgenusses. Für mich, ignorant wie ich bin, war es nun interessant, zu beobachten, wie die Damen damit umgingen. Ich versuche jetzt einfach mal, nur Beobachtungen zu schildern und meine blühende und hier unpassende Phantasie im Zaume zu halten.

Beide Damen wussten die Zuneigung zu schätzen und legten ihre Hand auf die auf ihren Schenkel liegende Hand ihres Begleiters, obwohl oder vielleicht auch gerade weil sie sich ein Stückchen zu weit an der Innenseite ihres Schenkels befand. Doch sowohl körperspachlich also auch im folgenden Ablauf unterschieden sich beide.

Das Mädel des jungen aufstrebenden Abgeordneten schien hin- und hergerissen zu sein. Normalerweise hat sie sicherlich nichts gegen körperliche Zuwendung ihres Liebsten einzuwenden, doch schien ihr die Lage in diesem Rahmen nicht geheuer. Sie saß ziemlich steif da, die Beine fest zusammen und parallel, die Füße fest auf dem Boden. Es sah nicht sehr bequem aus, wie sie so da saß. Sie hatte nun auch noch das Problem, dass ihr Röckchen recht kurz war, so dass sie wohl befürchtete, die Hand ihres Holden würde das Röckchen durch eine ungeschickte Bewegung zu weit verschieben und den Blick auf Bereiche freigeben, die an solch einem Ort einfach unangebracht sind, auch wenn es sich um eine weltliche Veranstaltung handelte. Zumindest halb. Das Mädel verspannte immer mehr und nahm schließlich noch die andere Hand hinzu, um mit zwei Händen die Hand des jungen aufstrebenden Abgeordneten in Schach zu halten. Es gelang ihr, jedenfalls konnte ich kein Unglück bis zum Schluss der Veranstaltung bemerken.

Die Frau des mit allen Wassern gewaschenen Lokalpolitikers hingegen war der Situation durchaus gewachsen. Ganz Grande Dame. Souverän und locker saß sie da, tätschelte die Hand ihres Schatzes und verfolgte weiter aufmerksam das Geschehen. Irgendwann drehte sie dann den Spieß einfach um, um eine heikle Situation zu vermeiden. Als liebend Eheweib lehnte sie sich an die kräftige Schulter ihres Gatten, mit dem sie im Leben sicherlich schon durch dick und dünn gegangen ist. Sie nahm seine Hand von ihren Schenkel und legte ihren Arm entspannt auf seinen Schenkel, so dass sich ihre Hand etwa in seinem Schrittbereich befand. Der mit allen Wassern gewaschene Lokalpolitiker lehnte sich darauf hin entspannt zurück, die Beine leicht gespreizt, die großen Hände im Schoß gefaltet, so dass mir der Blick auf ihre Hand, die sich dahinter befand, versperrt war. So saßen sie dann bis zum Ende des Konzerts offenbar zufrieden da und ich beende hiermit auch meinen Bericht.

I’m an expert!

Yes, we can do that!

When the sales team brings an engineer into a final sales meeting as an “expert” reference to help put the client at ease and close the deal, the engineer knows he’s really just there to say, “Yes, we can do that,” regardless of the glaring truth…

Kommt mir doch irgendwie bekannt vor.

Quelle: http://twentytwowords.com/like-engineer-sales-meeting/

32 Stundenwoche für alle

Das ist doch mal ein Vorschlag, bei der sich eine Wissenschaftlerin sicher viele Freunde im Volk macht. Deshalb wird das sicher auch nicht kommen:
Eine Soziologin hat gestern im MDR vorgeschlagen, dass doch jeder 32 Stunden in der Woche arbeiten solle. Also die, die jetzt voll arbeiten weniger und die, die nicht oder in Teilzeit arbeiten entsprechend mehr bzw. gleichbleibend.

Soziologin im MDR

Vorteil: Die „Lasten“ wie Steuern und Sozialabgaben würden auf mehr Schultern verteilt und damit für den Einzelnen weniger. Es würden schlaue Leute, wie Frauen, die jetzt nicht arbeiten, zum Wohlstand beitragen.

Das volle Interview ist hier (ab ca. 1:50):
http://www.mdr.de/mediathek/themen/nachrichten/multimediagalerie642.html

Narrative Science

In unserer heutigen Welt wird ja immer mehr automatisiert. Dass die Fertigung von Autos und anderen Dingen immer mehr durch Roboter erfolgt, ist ja inzwischen bekannt. Mit meinen Kollegen witzeln wir immer am Kaffeetisch, dass der Guckroboter viel zu tun hat, weil bestimmte Leute so viele Filme aus dem Netz herunterladen, dass ein Mensch die unmöglich alle gucken kann.

Schreibroboter

Die Existenz von Schreibrobotern war mir bisher nicht so bewusst. Aber natürlich gibt es die. Eine Kolumne zum Thema findet sich im Feuilleton der FAZ. Hoffen wir, dass die Journalisten damit mehr Zeit für Qualitätsjournalismus und Recherchen finden.

Und mal sehen, wann die ersten Robot-Blogs bekannt werden.

Die Geister, die ich rief …

Eigentlich läuft alles Prima. Mein Projekt wurde ja im Sommer verlängert und erweitert und geht nun seinen Gang. Gemeinsam mit Ina nutze ich die Gelegenheit, eine Zusammenarbeit zwischen unserer Firma und ihrer Uni aufzubauen. Doch langsam wird’s mir unheimlich.

Seit September habe einen Werkstudenten. Das war schon länger angekündigt und ich hatte mich darauf eingestellt. Der ist auch gut, denn ich habe ihm einmal erklärt, was er machen muss und er macht … Manchmal fragt er, aber immer sehr berechtigte Fragen.

Quelle: Stock Xchng

Gestern nun stand noch ein junger Mann an meinem Platz. Nicht, dass ich was gegen junge Männer hätte, die was von mir wollen. Der möchte aber eine Doktorarbeit schreiben und ich soll ihn betreuen. Dieser Doktorand wurde während meines Urlaubs von Ina und meinem Chef, Frank, der gleichzeitig Inas Lebensgefährte ist, ausgesucht. Allerdings gab’s noch ein paar bürokratische Probleme, so dass ich hoffte, er würde nicht vor Oktober wirklich da sein.

Nun ist er da und ich muss mich kümmern. Ich habe ihm auch schon einen Platz und eine andere nette Betreuerin gesucht, doch die ist zur Zeit im Urlaub. So habe ich jetzt ein Gefolge von zwei dienstbaren Geistern, die ich mit Aufgaben versorgen muss. Sowas nennt man Luxusproblem.